Sicherheitskonzept muss nochmal überprüft werden

Kommt der Wiesn-Zaun jetzt doch?

München - Wiesn-Chef Josef Schmid hat die Neuerungen fürs Oktoberfest 2016 vorgestellt. Es ging auch um die Sicherheit - doch bei dem Thema Zaun gibt es immer noch keine Einigung.

Kommt er jetzt - oder kommt er nicht? Der Streit um den Zaun an der Wiesn entwickelt sich zu einer unendlichen Geschichte. Die Idee von Bürgermeister Josef Schmid (41, CSU) war noch Anfang Juli vom Wirtschaftsausschuss niedergebügelt worden.

Damals ging es aber darum, mit dem Zaun eine Überfüllung des Festes zu verhindern. Nach dem Amoklauf von München und den Attacken von Würzburg und Ansbach steht der Wiesn-Zaun auf der Tagesordnung, weil er auch potentielle Täter fernhalten soll.

Viel spricht dafür, dass der Zaun kommt, doch es gibt nach wie vor keine Entscheidung darüber. Der Ältestenrat der Stadt beschloss am Dienstag, dass das Sicherheitskonzept nochmals von Schmids Wiesnbüro in Abstimmung mit dem KVR und der Polizei überprüft und gegebenenfalls überarbeitet werden soll - das neue Konzept soll ohne weitere Diskussion im Stadtrat umgesetzt werden. Damit soll parteipolitisches Geplänkel ausgeschlossen werden.

Ein Zaun um die Wiesn: Mit dieser Idee befasst sich jetzt eine Arbeitsgruppe. 

Am Donnerstag tagte die Arbeitsgruppe mit den Fachleuten zum Thema, zu einem Zaun konnte man sich dort immer noch nicht abschließend durchringen. Die Mitglieder hätten „ihre Hausaufgaben“ aus der Sitzung mitgenommen, sagte Schmid am Donnerstag bei der Vorstellung der Neuheiten zur 183. Wiesn. „Nächste Woche gehen die Besprechungen weiter, danach wird das neue Sicherheitskonzept vorgestellt.“ Einen genauen Zeitpunkt konnte er noch nicht nennen.

Schmid ließ durchklingen, dass er einen Zaun nach wie vor für sinnvoll hält. „Wenn es lückenlose Kontrollen geben soll und eventuell ein Rucksackverbot, dann ergibt sich logisch auch eine Abschirmung des Geländes.“ 

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe seien jetzt angewiesen, tabulos über mögliche Schritte zu diskutieren. Eine Frage ist dabei etwa auch, wie eine Panik verhindert werden kann - zum Beispiel geschürt über soziale Netzwerke. 

Josef Schmid.

Schmid: „Ich werde alles tun, dass maximale Sicherheit besteht.“ Eins sei klar: Eine hundertprozentige Sicherheit könne es nicht geben, so Schmid. Er rief trotzdem dazu auf, sich nicht zurückzuziehen. „Wir dürfen unser Alltagsleben nicht ändern, sonst hätten die Terroristen gewonnen.“ Es sieht auch nicht danach aus: Es gebe keine nennenswerte Anzahl von Reservierungs-Stornierungen, heißt es von Seite der Wiesn-Wirte. „Es gibt ein paar Leute, die haben Angst. Und ein paar, die bei den Reservierungen sagen ‚bittschön‘ dann sind wir dafür da“, sagt Wirte-Sprecher Toni Roiderer (71). 

Die 183. Wiesn beginnt am 17. September und geht bis 3. Oktober. Sie ist heuer eine „kleine“ Wiesn, da in der ersten Woche das Zentral-Landwirtschaftsfest im Südteil des Geländes stattfindet. Wie letztes Jahr gibt es auch heuer wieder die Tische für Münchner. Außerdem kehrt ein Urgestein zurück auf die Wiesn - und eins sattelt um (siehe unten). 

All das ändert sich auf der Wiesn

Urgestein Edmund Eckl sattelt auf einen Kaffeetreff um.

Spektakuläre neue Fahrgeschäfte gibt’s heuer nicht auf dem Oktoberfest. Dafür ändert sich in Sachen Kulinarik ein bisserl was: Urgestein Edmund Eckl, der seit 45 Jahren Geisterbahnen auf der Wiesn betrieben hatte (zuletzt: Shocker), eröffnet einen Kaffeetreff. Er habe schon länger umsatteln wollen, erzählt er der tz. 

Auch neu: Eine als Jagdhütte getarnte Schnapsbar, ein Frozen-Yoghurt-Stand und eine Saftbar. Das Hackerzelt erstrahlt in neuem Glanz - und auch die traditionsreiche Hühnerbraterei Poschner ist nach einjähriger Zwangspause wieder auf der Wiesn vertreten. Rundum erneuert - mit Cabrio-Dach. 

Die Pressekonferenz im Ticker zum Nachlesen.

Wiesn-Wirte präsentieren Krug - und äußern sich zur Sicherheit

Rubriklistenbild: © Jantz

Johannes Welte

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Ramona Weise

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