Hat die Wiesn auch wochentags geöffnet?

Zum Schmunzeln: Wiesn-Wissen von Kölnerin Nina im Test

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Ahnungslos auf der Wiesn: Unsere Kölner Praktikantin Nina Bärschneider, 20, geht heuer zum ersten Mal aufs Oktoberfest.

München - Hat die Wiesn eigentlich auch wochentags geöffnet? Diese Frage unserer ehemaligen Praktikantin Nina Bärschneider sorgte 2015 in der Redaktion für Schmunzeln. Und war Anlass, ihr Wissen über das Oktoberfest genauer zu testen.

Nina ist Kölnerin und somit entschuldigt – denn die Münchner stellen wohl ebenso unbedarfte Fragen zum Karneval. Dennoch nahmen wir es zum Anlass, das Wiesn-Wissen der 20-Jährigen zu testen, die noch nie auf dem größten Volksfest der Welt war.

Nina, was passiert beim Anzapfen?

„Da wird das Bierfass aufgemacht und die fröhlichen Trinkgelage können beginnen. Was allerdings soll ,O zapft i’ bedeuten?“ (Stimmt genau. Am Samstag um 12 Uhr wird das erste Fass angezapft, erst dann geht es los. „Ozapft is’“ heißt ganz einfach: Jetzt ist angezapft!)

Was macht OB Dieter Reiter auf der Wiesn?

„Gibt wahrscheinlich den Startschuss – beunruhigenderweise habe ich von einem ,Anstich mit drei Schlägen’ gehört, den er vornehmen soll. . . Da will ich lieber nicht in der Nähe sein.“ (Korrekt.)

Was weißt du über die Zelte?

„Ich stelle sie mir vor wie das große Hochzeitszelt im letzten Teil von „Harry Potter“, nur mit vielen Bierbänken darin und einem großen Fass in der Mitte. Klaustrophobisch veranlagten Menschen sollen diese Zelte allerdings nicht zu empfehlen sein.“ (Fast richtig.)

Wieso tragen auf dem Oktoberfest die Leute Tracht?

Wieso tragen auf der Wiesn alle Tracht?

„Bei uns denkt man eben: Bayern = Oktoberfest = Tracht. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es überhaupt Bayern gibt, die ohne Dirndl und Lederhosen da hin kommen, weil sonst wäre es ja wie ein normaler Jahrmarkt. Bei uns gibt es Trachtenkostüme nur an Karneval, deshalb finde ich es umso wunderlicher, dass man die hier mit recht viel Ernsthaftigkeit trägt.“ (Dafür gibt es auch keinen Grund; auf der Wiesn hat die Tracht jedenfalls nicht ihren Ursprung.)

Was ist der „Kotzhügel“?

„Also ich kenne eigentlich nur spontanes Kotzen und finde es bemerkenswert, dass auf dem Oktoberfest extra ein Hügel eingerichtet wurde, wo man der Galle freien Lauf lassen kann. Die Vorstellung ist allerdings mehr als ekelhaft.“

(Die Fläche hinter den Zelten haben sich die Besoffenen irgendwann zu Eigen gemacht; niemand hatte die Absicht, einen Kotzhügel zu errichten.)

Was weißt du über das Bier auf der Wiesn?

„Es wird in riesigen Krügen verteilt, bei denen ich mich frage, wer das bis zum Schluss austrinkt, weil das Bier spätestens ab der Hälfte zeltwarm sein müsste. Da hat man die 0,2l-Kölsch-Gläser dann doch schneller leer.“

(Ein-Liter-Krüge darf man schon riesig finden.)

Welche Musik erwartet dich auf der Wiesn?

„Höchstwahrscheinlich bayerische Schunkelmusik, bei der man sich in Dirndl und Lederhosen in den Armen liegt.“ (Eher Party- als Schunkelmusik.)

Wer oder was ist die Bavaria?

„Zwar hatte ich nie Latein in der Schule, doch ich würde mal sagen, dass es der lateinische Begriff für Bayern ist. Warum aber ,die’ Bavaria?“

Ein von patrick (@pst_pure) gepostetes Foto am

(Korrekt: Bavaria ist der latinisierte Ausdruck für Bayern; zudem die Patronin des Freistaats und eine Bronzestatue oberhalb der Theresienwiese.)

Warum heißt es "Wiesn"?

Wieso heißt es „Wiesn“?

„Ich dachte immer, dass man ,Oktoberfest’ sagt. Als ich das Wort ,Wiesn’ vor ein paar Jahren das erste Mal las, war ich nicht sicher, ob es sich dabei um das selbe Ereignis handelt. Ich stellte mir eine große Wiese vor, parkähnlich, auf der man flaniert und sich mit einem Bier entspannt auf eine Picknickdecke setzt. Seit ich die ersten Achterbahnen in der Ferne gesehen habe, weiß ich allerdings, dass es wahrscheinlich doch etwas anders zugeht.“

(Der Begriff ,Wiesn’ leitet sich von der Theresienwiese ab, auf der das Fest stattfindet.)

Was feiert man eigentlich auf der Wiesn?

„Das Bier, die Weißwurscht, die bayerische Lebensart? Falls es einen uralten Festtag geben sollte, um den es sich dabei dreht: Weder im urigsten Brauhaus noch im neumodischsten Dirndl-Verkauf gab es jemals einen Hinweis darauf.“ (Das erste Fest wurde 1810 anlässlich der Hochzeit von Prinzessin Therese mit Kronprinz Ludwig veranstaltet.)

Was ist eine „Schaumige“?

„Irgendwas Schaumiges auf jeden Fall. Eine Biersorte? Eine schaumige Dessert-Creme? Oder doch ein bayerisches Mädel, das vor Wut schäumt, weil ihr Bier übers Dirndl geschüttet wurde?“

(auch Schnitt genannt; halb Schaum, halb Bier im Glas)

Was bedeutet „Oans, zwoa, drei, gsuffa“?

„Bei solch bayerischen Ausdrücken muss ich sie erst mal laut vor mich hin sagen, bis ich ihren ungefähren Sinn erfasst habe. In diesem Fall nehme ich an: Eins, zwei, drei, jetzt wird gesoffen!“ (Korrekt.)

Wo bindet man beim Dirndl die Schleife?

Wo bindet man beim Dirndl die Schleife?

„Uh, jetzt könnte es peinlich werden. Wenn meine Antwort falsch ausfällt, verstoße ich wahrscheinlich gegen irgendwelche ungeschriebenen Wiesn-Gesetze. Normalerweise ist die Schleife ja hinten, also tippe ich jetzt mal auf das Gegenteil, also vorne. Obwohl, auf manchen Dirndls gibt es so viele Stickereien, Rüschen und Spitze, da fällt eine Schleife auch nicht weiter auf.“ (Schleife links = ledig; rechts = vergeben; hinten = verwitwet; Mitte = Jungfrau)

Was sind Wadlstrümpf?

„Ich würde sagen, das sind die gestrickten Strümpfe, die fast bis zu den Knien gehen und die auf jeder Kinderzeichnung zu sehen sind, bei der es heißt: Wie sieht ein typischer Deutscher aus? Es sind die Strümpfe, mit denen man sich im Ausland bereits aus weiter Entfernung als deutscher Tourist zu erkennen gibt. Am besten in Sandalen.“ (Es sind die Begleiter zur kurzen Lederhose – sie bedecken nur die Wadl.)

Was bedeutet „Hau den Lukas“?

„Entweder ganz München hat einen Groll auf einen armen Jungen namens Lukas und hat ihn als jährliches Opfer eines grausamen Gemeinschaftsspiels erkoren – oder bei Lukas handelt es sich um ein gigantisches Fass, das so lange bearbeitet werden muss, bis das Bier in Strömen fließt.“

(Jahrmarktattraktion, bei der der Teilnehmer mit einem Hammer auf einen gefederten Kopf schlägt; könnte man auch in Köln kennen.)

Was ist die „Wilde Maus“?

„Auf den ersten Blick hätte ich jetzt auf ein besonders fesches Wiesn-Mädel getippt, aber als ich letztens eine Frau sagen hörte ,Auf die Wilde Maus gehe ich immer am liebsten’, wäre das doch schon sehr ordinär gewesen. Also eher eine Achterbahn – die Namenswahl ist mir allerdings schleierhaft.“

(Korrekt; woher der Name kommt, wissen wir auch nicht)

Was ist ein Gspusi?

„Egal, wie oft ich dieses Wort laut sage und welche Betonung ich auch immer benutze, ich kann mir einfach nichts darunter vorstellen. Vielleicht ja ein ,Gespuk’ – schließlich gibt es auf der Wiesn anscheinend auch eine Geisterbahn.“ (Eine Liebschaft. Sollte jeder auf der Wiesn haben.)  

pnb/jv

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Janina Ventker

Janina Ventker

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