So berechnet die Stadt die Zahl

Wie viele Wiesn-Besucher waren es wirklich?

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So viel Platz auf den Straßen: Heuer kommen deutlich weniger Besucher als in den Vorjahren zur Wiesn.

München - „Knapp unter drei Millionen“ Menschen kamen laut Stadt München in der ersten Wiesn-Woche auf die Theresienwiese. Wie kommt sie eigentlich darauf? So wird die Zahl ermittelt. 

Die Wiesn-Halbzeitbilanz ließ ein großes Fragezeichen zurück: Die Stadt hatte verkündet, dass „knapp unter drei Millionen Gäste“ in der ersten Woche kamen – doch kann das wirklich stimmen? Die Schätzung erscheint erstaunlich hoch, denn schon am ersten Wochenende waren 500.000 Besucher weniger da als im Vorjahr. Am Ende der Wiesn zählt die Stadt meist sechs Millionen Besucher, mit annähernd drei Millionen hätte man schon gut die Hälfte – kaum vorstellbar, so leer wie die Wirtsbuden- und Schaustellerstraßen in den ersten Tagen waren. Von offizieller Seite hat der Regen den Wiesnstart vermiest, viele Besucher blieben aber wohl auch wegen der neuen Sicherheitsvorkehrungen und aus Angst vor Anschlägen daheim.

Die Erfassung der Besucherzahlen ist eine komplizierte Rechenaufgabe. In den 70er-Jahren ließ die Stadt während des Oktoberfests Luftaufnahmen von der Theresienwiese machen. Die Fotografien entstanden tagsüber an einem Wochentag und wurden mit einem Raster versehen. Anschließend wurden die Personen gezählt, die sich innerhalb eines Rasterfelds aufhielten. Die Auswertung ergab: An einem durchschnittlichen Tag bewegen sich rund 100 000 Besucher auf den Straßenflächen. Sitzplätze gibt es in der Wiesn-Gastronomie rund 120.000. Erfahrungsgemäß halten sich in den Festzelten so viele Personen auf wie auf den Straßen. Bei einfacher Belegung geht die Stadt somit von etwa 240.000 Besuchern auf dem Gelände aus. Hinzu kommen Faktoren wie die Wetterlage und der Wochentag. Auch orientiert man sich an Parametern wie dem Bierkonsum und der Zahl der verkauften Hendl. 1997 bestätigte eine Radarerfassung die geschätzten Besucherzahlen der Stadt.

Demnach müsste man auch heuer zur Halbzeit eine präzise Zahl nennen können. Auf Nachfrage hieß es gestern: „Es waren wohl 2,8 oder 2,9 Millionen.“ Das bezweifeln viele – und doch wollen die Wirte die Schätzung nicht offiziell in Frage stellen. Sie hoffen still auf mehr Umsatz in der zweiten Woche.

Die Schausteller jedenfalls haben eine recht verlässliche Quelle für schwächere Besucherzahlen: den Blick in die eigene Kasse. „Im Vergleich zum letzten Jahr sind es 20 bis 25 Prozent weniger Umsatz“, sagt Andreas Krems, stellvertretender Sprecher der Schausteller. Vor allem die Kinder hätten in den ersten Tagen gefehlt. Von „deutlich weniger Fahrgästen“ am ersten Wochenende spricht die MVG. Genaue Fahrgastzahlen erhebe man nicht, sagt ein Sprecher. Am vergangenen Wochenende seien die Züge wieder gut gefüllt gewesen, „allerdings sind unsere Kapazitäten noch nicht erschöpft“.

Hier finden Sie unseren Live-Ticker von der Theresienwiese und den Wiesn-Ticker vom letzten Donnerstag.

Ventker/Birnbeck

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