Augustiner ist am stärksten

So schmecken die Wiesn-Biere

München - Gleiche Rohstoffe, aber anderer Geschmack: Die sechs großen Münchner Brauereien haben sich für ihr Oktoberfestbier gewaltig ins Zeug gelegt – und dabei erstaunlich unterschiedliche Biere hervorgebracht: Löwen auf leisen Sohlen und barfüßige Katzen.

Wer zu jenen Wiesngängern zählt, denen es wurscht ist, womit sie sich besaufen, braucht nicht weiterlesen. Wer zu den Genusstrinkern zählt, sollte obacht geben. Schließlich geht’s hier um Malznoten, deren Aroma „an Biskuit erinnert“, um „samtig weiche Hopfenblüten“ und „anmutige Bierkörper“.

Zugegeben, klingt schräg. Aber die Braumeister der sechs großen Münchner Brauereien betrachten es als Ehre, das Bier zu brauen, das sechs Millionen Menschen aus aller Welt trinken. Immerhin sind die Wiesnbiere das Aushängeschild der Braustätten. Kein Wunder also, dass die Brauer viel Herzblut in ihr Bier stecken – und beim Verkosten desselben poetisch werden.

Augustiner - das Stärkste: 6,5 Prozent

Augustiner-Chef Werner Mayer zum Beispiel zitiert gar Benjamin Franklin, der folgendes gesagt habe: „Bier ist der Beweis, dass Gott dich liebt und glücklich sehen will.“ Das Festbier von Augustiner ist mit 6,5 EBC das hellste der sechs Wiesnbiere. Zugleich ist es mit einem Alkoholgehalt von 6,4 Prozent das stärkste. „Je mehr Alkohol, desto schlanker und damit süffiger ist das Bier“, erklärt Mayer. Der Körper – also das Mundgefühl – des Augustiner-Festbieres sei weich. Im Abgang sei es geschmeidig: „Das läuft runter wie eine barfüßige Katze“, schwärmt Mayer.

Löwenbrau - das Runde: 6,0 Prozent

Michael Müller von Löwenbräu vergleicht sein Bier mit einer Raubkatze: „Der Körper des Löwen endet in der buschigen Schwanzspitze.“ Damit will Müller sagen, das Bier sei rund im Abgang. „Aber obacht! Auch wenn der Löwe auf leisen Sohlen kommt: Wenn Ihr nicht aufpasst, packt er Euch!“ Die 26 Bittereinheiten signalisierten: „Der Löwe fährt die Krallen aus und sagt: ,Hallo, hier bin ich!’“

Hacker-Pschorr - das Vollmundige: 6,3 Prozent 

Das dunkelste Bier ist mit 10 EBC das von Hacker-Pschorr. Es ist kräftig bronzefarben. Laut Braumeister Andi Höflinger überzeugt es durch einen vollmundigen Körper und ein malzbetontes Finale. „Wir haben ein ganz ein gutes Bier gemacht!“

Hofbräu - das Markante: 6,3 Prozent

Fast genauso dunkel ist das leuchtend bronzefarbene Hofbräu. Mit einem Alkoholgehalt von 6,3 Prozent ist es nahezu so stark wie das Augustiner – aber mit 26 Bittereinheiten deutlich herber. Seine Malznoten erinnern an Biskuit, aber es habe auch „Noten von Äpfeln und Birnen“, sagt Braumeister Rolf Dummert.

Paulaner - das Satte: 5,9 Prozent

Das Festbier von Paulaner ist heuer heller als 2013. „Zudem sind die malzaromatischen Noten in den Hintergrund gerückt“, erklärt Braumeister Christian Dahnke. Ihm zufolge braucht es den Vergleich mit den anderen Festbieren nicht zu scheuen – schon gar nicht mit dem von Löwenbräu: „Ich sag nur: Als Löwe gestartet, als Bettvorleger geendet.“

Spaten - das Anmutige: 5,8 Prozent

Am wenigsten Alkohol hat das Spaten-Festbier mit 5,8 Prozent. „Es schmeichelt dem Gaumen und hat eine leicht florale Kopfnote“ erklärt Harald Stückle. Das honigfarbene Bier habe einen „anmutigen Körper“ mit einem ausgewogenen Verhältnis von Süße und Bittere.

Trotz Unterschieden – alle Biere seien hervorragend, meint Wiesnwirte-Sprecher Toni Roiderer. „Das Bier ist jeden Preis wert!“

Bierprobe: Hier wird das Wiesn-Bier verkostet

Bierprobe: Hier wird das Wiesn-Bier verkostet 

Bettina Stuhlweissenburg

Bettina Stuhlweißenburg

Bettina Stuhlweißenburg

E-Mail:Bettina.Stuhlweissenburg@merkur.de

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