Zoff um Ausschluss nach 80 Jahren

Darum flog Poschner's Hendlbraterei von der Wiesn

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2014 feierte Poschner's Hühner und Entenbraterei 80-jähriges Wiesn-Jubiläum. Auf dem Bild v.l.n.r.: Christian Luff, Thomas Luff, Andreas Steinfatt, Berni Luff, Jan Huff, Paulina Luff.

München - Nach mehr als 80 Jahren ist Poschner's Hendlbraterei nicht mehr auf der Wiesn dabei. Am Dienstag wurde bekannt, warum das Unternehmen im Punktesystem der Stadt abgerutscht ist.

Es brodelt und zischt - aber nicht wegen der Hendl am Grill, sondern wegen des Ärgers. Poschner’s Hühner- und Entenbraterei, die vor dem Verwaltungsgericht gegen den Nicht-Zulassungbescheid zur Wiesn klagt, war am Dienstag Thema für den Wirtschaftsausschuss der Stadt - in einer nicht-öffentlichen Sitzung. Nach mehr als 80 Jahren soll das Familienunternehmen heuer nicht mehr auf dem Oktoberfest dabei sein.

Für den Wirtschaftsausschuss ging es jedoch nicht um die Klage: Anlass dafür, sich mit der Sache zu beschäftigen, waren Beschwerdebriefe wütender Stammkunden an die Stadt.

Auch hier gibt es böses Blut: Viele der Briefe seien im gleichen Wortlaut geschrieben, hieß es im Ausschuss. Poschner weist jedoch den Vorwurf von sich, die Schreiben initiiert zu haben.

In der Sitzung wurde am Dienstag laut tz-Informationen dargelegt, warum Poschner’s von der Wiesn flog. Das Unternehmen soll unter anderem im Bewertungssystem der Stadt beim Kriterium Volksfesterfahrung und dem Unterpunkt Zuverlässigkeit als Betreiber an Punkten verloren haben.

Das, weil die Betreiberfamilie Luff einen zusätzlichen Gesellschafter bestellt hat - und in der Bewertung abrutschte. „Totaler Unsinn“, sagt der Anwalt der Familie, Florian Besold. Beim Gesellschafter handle es sich um Thomas, den Sohn von Inhaber Berni Luff. Thomas Luff sei schon seit schon seit 2012 Gesellschafter und arbeite „seit Jahren fest im Wiesn-Team mit“.

Unternehmenschef Berni Luff sagte der tz: „Der Gesellschafterwechsel bringt Nachteile, das ist bekannt. Aber uns ist total unverständlich, warum sich das jetzt auswirkt.“

Anwalt Besold ist außerdem überzeugt: „Unabhängig davon müssten alle anderen Punkte dazu führen, dass die Familie besser abschneidet als Herr Able.“

Josef Able, Bruder von Marstall-Wirt Siegfried , soll heuer den Wiesn-Platz von Poschner’s bekommen.

Daran scheint sich nichts zu ändern: Der Wirtschaftsausschuss wollte am Dienstag nach tz-Informationen am Poschners-Ausschluss festhalten.

Besold: „Wir überlegen, ein vorgezogenes Eilverfahren einzuleiten.“ Es sei auch denkbar, dass die Klage in eine Schadensersatzklage übergehe.

Wei

 

Johannes Welte

Johannes Welte

E-Mail:Johannes.Welte@tz.de

Ramona Weise

Ramona Weise

E-Mail:ramona.weise@tz.de

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