"Eine echte Ehre"

Schmid freut sich auf Premiere als Wiesn-Chef

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Josef Schmid freut sich auf seinen Einstand als Wiesn-Chef.

München - Beim Oktoberfest-Auftakt am Samstag werden sich in der Anzapfboxe andere Leute zuprosten als in den Vorjahren: Josef Schmid  ist als neuer Wiesn-Chef dabei.

Eigentlich wollte Josef Schmid Oberbürgermeister in München werden, jetzt ist er immerhin Wiesn-Chef. Schmid (CSU) hat seinen früheren Konkurrenten und Neu-OB Dieter Reiter (SPD) als Wirtschaftsreferent beerbt - und ist damit Herr über das größte Volksfest der Welt. Zur Eröffnung am Samstag werden die beiden früheren Gegner gemeinsam auf eine friedliche Wiesn  anstoßen.  

„Ich freue mich sehr, dass ich die Wiesn als Festleiter erleben darf. Das ist für mich als echten Münchner eine echte Ehre“, sagt Schmid. Aus der Kindheit erinnere er sich besonders an die Rundgänge mit den Eltern durch die unterschiedlich dekorierten Zelte. „Die riesigen Zelte haben mich damals ungeheuer beeindruckt.“

Heute steht es in seiner Macht, welche Bewerber für ein solches Bierzelt dem Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt werden. Er stellt den offiziellen Wiesn-Maßkrug vor. Und beim Anstich steht er mit dem Oberbürgermeister und dem Ministerpräsidenten in der Anzapfboxe. Natürlich in Lederhose. Immerhin vier Stück besitzt er: „Die wertvollste gehört zu meiner Original-Werdenfelser Tracht“, sagt er. „Die älteste habe ich mir mit 17 Jahren gekauft. Und, ob Sie es glauben oder nicht: Sie passt mir immer noch!“

Zu einem Wiesnchef gehört, dass er den Wirten zeigt, wer der Herr im Hause ist. Im „Münchner Merkur“ zog Schmid bereits gegen teure Reservierungen in den Zelten zu Felde und verlangte, der Mindestumsatz für eine Reservierung solle nicht mehr als der Preis von zwei Mass Bier und einem Hendl sein. Schon für das nächste Jahr wolle er eine Obergrenze von 35 Euro einführen. Bisher kann ein Verzehrgutschein für eine Platzreservierung bis zu 85 Euro kosten.

Ob er die bei den Wirten ungeliebten Reservierungsregeln seines Vorgängers revidieren will, lässt er noch offen. Er sei jemand, der sich die Dinge erst einmal ansehen wolle, sagt er. Nach den seit einem Jahr geltenden Regeln dürfen die Wirte weniger Plätze als früher reservieren. Schmids Gegenvorschlag damals: „Dass man einen Tag länger macht und der Tag komplett reservierungsfrei bleibt.“ Es müsse sich aber zeigen, ob „in der neuen Amtsperiode neue Sichtweisen da sind“. Ein zusätzlicher Wiesntag - das wäre freilich eine kleine Revolution.

Aber erst einmal hält sich Schmid mit größeren Ankündigungen zurück. Eine „friedliche und entspannte Wiesn“ sei das Wichtigste. „Es soll ein Fest der Freude sein und es soll Spaß machen.“

Woran erkennt man einen echten Münchner?

Woran erkennt man einen echten Münchner?

In sechs Jahren ist wieder Kommunalwahl - eine neue Chance, auf dem Rathaussessel Nachfolger seines Vorgängers als Wiesnchef zu werden - und dann als Oberbürgermeister selbst das erste Fass anzuzapfen. Aber so weit mag Schmid derzeit nicht denken, jedenfalls nicht offiziell. Was in sechs Jahren geschehe, sei für ihn jetzt nicht Thema, sagt er.

Update: Alles wichtige zum Start der Wiesn 2014

Am kommenden Samstag wird das Oktoberfest 2014 eröffnet. Vorab haben wir für Sie schon einmal alle Neuheiten auf der diesjährigen Wiesn zusammengefasst. Wer beim traditionellen Anstich nicht selbst dabei sein kann, den versorgen wir mit unserem Live-Ticker ab morgen mit allen wichtigen Informationen. Wo im Fernsehen oder Live-Stream auch über den ersten Wiesn-Tag berichtet wird, haben wir für Sie in einem Überblick zusammengefasst. Auch ob Oberbürgermeister Dieter Reiter seine Anzapf-Premiere meistern wird, erfahren Sie bei uns live. Vorab hat der neue OB schon einmal fleißig geübt.

dpa

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