Traditionsveranstaltung auf dem Oktoberfest

Sicherheitsbedenken: Regine Sixt sagt Damen-Wiesn ab

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Seit 25 Jahren hatte Regine Sixt zur Damen-Wiesn geladen.

München - Das Oktoberfest 2016 wird zur Sicherheits-Wiesn. Regine Sixt reichen die Sicherheitsvorkehrungen offenbar nicht, denn sie sagt ihre "Damen-Wiesn" ab - aus Angst vor Terror.

Wenn sich Schauspielerinnen, Models und Spielerfrauen am ersten Wiesn-Montag in einem schicken Zelt tummeln, dann hat Regine Sixt wieder zur „Damen-Wiesn“ geladen. Das war zumindest in den vergangenen 25 Jahren so.

Heuer hat die Unternehmerin die Veranstaltung mit illustren Gästen wie Uschi Glas und Verona Pooth zum ersten Mal abgesagt – „schweren Herzens“, wie sie gestern sagte. Aber als Gastgeberin trage sie die Verantwortung für mehr als 1000 Frauen. „Lange Beratungen mit vielen meiner Freundinnen sowie deren Zurückhaltung haben mich letztlich zu diesem Schluss kommen lassen.“

Sixt spricht von Verantwortung und Zurückhaltung – Unsicherheit und Angst sind wohl vielmehr das, was viele potenzielle Wiesn-Besucher derzeit umtreibt. Die Ereignisse der vergangenen Wochen – der Amoklauf in München, die Terroranschläge in Würzburg und Ansbach – haben ihre Spuren hinterlassen.

Die Stadt hat reagiert: Auf der Wiesn gibt es heuer erstmals ein Rucksackverbot und einen neuen Zaun, doch 100-prozentige Sicherheit kann es nicht geben, das hat nicht nur Wiesn-Chef und 2. Bürgermeister Josef Schmid (CSU) betont.

Wiesnwirte-Sprecher Toni Roiderer wirkt am Dienstag ein wenig verschnupft aufgrund der Absage Sixts. „Ich denke, dass die Frauen selber entscheiden können, ob sie hingehen wollen oder nicht“, sagte er am Rande der Vorstellung des neuen Wiesnkrugs am Dienstag. Roiderer hatte in jüngster Zeit immer wieder betont, dass man sich das Traditionsfest nicht vermiesen lassen dürfe.

Marstall-Wirt Siegfried Able, in dessen Zelt Sixt die 1400 Plätze storniert hat, gibt sich entspannt. „Wir sind gar nicht so unglücklich darüber“, sagt er. „Jetzt können wir den Münchnern die Plätze anbieten. Es stehen viele Leute auf der Warteliste.“ Die Absage habe ihn dennoch überrascht. „Wir akzeptieren die Entscheidung von Frau Sixt, aber wir sehen das sportlich und freuen uns riesig auf die Wiesn.“

Nicht nur im Marstall, auch beim „Almauftrieb“ im Käferzelt zeigen sich jedes Jahr zahlreiche Prominente. Beim Organisator „Edition Sportiva“ habe man die Nachricht von der abgesagten Damen-Wiesn mit Verwunderung zur Kenntnis genommen, erzählt eine Mitarbeiterin. Sie sagt: „Der Almauftrieb findet ganz normal statt. Wir sind wie immer komplett ausverkauft.“

Regine Sixt selbst will der Wiesn übrigens nicht fernbleiben: „Als Münchnerin werde ich natürlich das Oktoberfest besuchen und freue mich sehr auf eine fröhliche Veranstaltung.“ Auch die Damen-Wiesn soll im kommenden Jahr wieder stattfinden.

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