Keine gemeinsame Schausteller-Messe

Streit um den Wiesn-Gottesdienst

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Katholisches Sakrament: Pater Paul Schäfersküpper taufte 2013 die Schaustellertochter Elly Kaiser.

München - Es ist eine Premiere: Heute um 9 Uhr findet der Wiesn-Gottesdienst erstmals in der Fischer-Vroni statt. Doch eines bleibt beim Alten: Es wird kein ökumenischer Gottesdienst, sondern ein ausschließlich katholischer.

Evangelische Kirchenvertreter dürfen nur ein Grußwort sprechen. Dabei würde sich die protestantische Seite durchaus eine Beteiligung wünschen: „Wir würden uns sehr freuen, wenn wir einen gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst feiern könnten“, sagt Johannes Minkus, Sprecher der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, unserer Zeitung. „Aber die Katholiken sagen: Das ist unser Gottesdienst.“ Nur ein Grußwort zu sprechen, reicht den Protestanten nicht. „Das ist nicht das, was wir unter Ökumene verstehen“, sagt Minkus.

Tatsächlich pocht die katholische Seite auf ihre Messe. „Wir brauchen einen Ort, wo wir unsere Sakramente spenden können“, sagt Pater Paul Schäfersküpper auf Nachfrage. Der Wiesn-Gottesdienst gehe zurück auf die 1950er-Jahre, und damals habe man nunmal festgelegt, dass die Katholiken den Schaustellergottesdienst auf der Wiesn gestalten, die Protestanten den auf dem Stuttgarter Wasen. „Wir haben uns schon soweit geöffnet, dass auch protestantische Taufen auf der Wiesn stattfinden können“, sagt Pater Schäfersküpper. Doch Sakramente wie die Firmung könne man nun mal nicht in einem ökumenischen Gottesdienst spenden.

Dass früher auch auf dem Oktoberfest einmal von einem ökumenischen Gottesdienst die Rede war, lasse sich nur auf eine falsche Ankündigung der Stadt zurückführen. Pater Schäfersküpper sieht auch keinen Anlass, in Zukunft über eine Änderung und einen gemeinsamen Gottesdienst auf der Wiesn nachzudenken. ´

Philipp Vetter

Philipp Vetter

Philipp Vetter

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