Die neuesten Trachten-Trends zur Wiesn

Dieser Schmuck passt zu Dirndl und Lederhosn

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Gürtelschnalle mit dem Münchner Kindl.

München - Das Wetter wird schöner - perfekt für einen Wiesn-Besuch. Wir haben aktuelle Trachten-Trends aufgespürt - und bei einem Juwelier nachgefragt, welcher Schmuck zu Dirndl und Lederhosn passt.

Endlich schönes Wetter - Oktoberfest-Wetter! Also rein in die Tracht und raus auf die Wiesn! Und zwar sauber aufg’maschelt: Unsere Wiesn-Reporter haben die heißesten Trachten-Trends aufgespürt - und bei einem Juwelier nachgefragt, welcher Schmuck zu Dirndl und Lederhosn passt. Außerdem erzählen Wiesn-Besucher, was ihnen bei ihrer Tracht wichtig ist. 

Edler Schmuck für Lederhosn und Dirndl

Maximilian Heiden

Welcher Schmuck passt zur Tracht? Wir fragen bei einem nach, der es wissen muss: Der Juwelier Heiden kreierte ab 1897 als Hofgoldschmied Schmuckstücke für das bayerische Königshaus. Maximilian Heiden (51) führt das Geschäft heute in fünfter Generation. „Beim Trachtenschmuck geht es schnell auch mal in Richtung Kitsch.“ Weniger sei oft mehr. „Lieber ein Teil - und dann ein gscheids.“ 

Charivari für die Frau.

Zum Beispiel eine Charivari - aber für die Frau (hier mit Wildschwein, Widder und Auerhahn für 590 Euro). Das gibt es schon immer, ist aber nicht so bekannt wie die Variante für den Mann. „Es kommt vom Schlüsselbund, den früher die Beschließer hatten.“ 

Ein Trachten-Collier.

Aber auch einfach nur ein klassisches Paar Ohrringerl schaut gut aus zum Dirndl oder ein Trachten-Collier (hier Sterling-Silber, teilvergoldet für 550 Euro). „So ein Collier ist etwas leichter als eine Kropfkette.“

Gürtelschnalle mit dem Münchner Kindl.

Männer, die ihre Tracht noch zusätzlich optisch aufwerten möchten, kommen an einer auffälligen Gürtelschnalle nicht vorbei. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Münchner Kindl als Motiv? Das edle Stück bietet Juwelier Heiden für 950 Euro an.

Gewiss kein Schnäppchen, dafür aber mit alter Handwerkstechnik hergestellt. „Verbödet und ziseliert“, erklärt der Chef. Heißt: Das Metall wurde auf weichem Untergrund mit Hammer und Punzen (Schlagstempel) bearbeitet. Dadurch entsteht ein besonderes Muster. 

Schön, aber auf der Wiesn leider verboten: der Hirschfänger - ein Messer mit einer Klingenlänge von 15 Zentimetern. Trachtler tragen ihn als Schmuck. Solche Messer können mehrere Tausend Euro kosten.

Schön klassisch

Auch junge Frauen tragen jetzt wieder lange Dirndl (siehe Foto, Dirndl 319 Euro bei Daller Tracht), sagt Benedikt Daller (29) von Daller Tracht. „Eins ist klar: Das Dirndl muss das Knie auf jeden Fall bedecken.“

Immer noch dominierend ist trotzdem die klassische 70er-Länge. Farbentechnisch sind heuer die traditionellen Farben Rot, Grün oder Blau im Trend. „Auch florale Muster sind angesagt.“ Frau kann heuer auch zur hochgeschlossenen Bluse greifen. Dekolleté muss nicht mehr sein.

Bei Männern im Trend: Lederhosn mit Gürtel und nach wie vor Westen in allen Farben. Auch hier geht’s traditionell zu. „Zum Beispiel bei Modellen, die eine Kette vorne dran haben.“ (im Foto 99,90 Euro). Eins ist bei den Herren der Schöpfung klar: Haferlschuhe (hier 109 Euro) müssen sein. Daller: „Da gibt es keine Alternative.“

Schürzen-Broschen und Erbstücke 

Bei den Frauen fallen heuer hochgeschlossene Dirndl und Blusen oder Rock-Mieder-Kombis auf, so Nina Munz (33) von Trachten Angermaier.

Ganz neu: Schmuckbroschen, mit denen Schürzen geschlossen werden. Das Schmuckstück samt Dirndl im Foto links kostet 279 Euro. Zweiter großer Trend: nach wie vor Glamour-Dirndl. „Etwa mit einem Rücken aus Spitze.“ Neu bei Frauen und Männern: „Wir haben heuer auch Stretchstoffe für Westen und Mieder verwendet.“ Bei den Männern sind nach wie vor kurze Lederhosn in - in einer Optik, wie schon lang getragen (li. 329,90 Euro). Munz: „Die sehen dann fast aus wie ein Erbstück.“

Dirndl mit Puffärmeln

Lola Paltinger designt auch für HSE24. Hier eins ihrer Dirndl.

Sie ist eine der bekanntesten Dirndl-Designerinnen: Lola Paltinger (44). Auch die Münchnerin bestätigt: Viele Dirndl gehen heuer in die traditionelle Richtung. Neben klassischen Farben sind helle Töne wie Grau angesagt. Ein weiterer Trend: Dirndl mit angenähten Puffärmeln. Sieht super aus -der einzige Nachteil: das Schwitzen. Denn: „Eine Bluse kann man öfter waschen.“

Tragen das auf allen Festen

Wir haben die Lederhosn, seit wir im Burschenverein sind. Man zeigt damit Gemeinsamkeit und wo man herkommt. Wir tragen die auf allen Festen. Lustig, dass die Bladl jetzt nachgemacht werden. Gerade bei Dirndln ist es aber gut, dass der Trend weg von den kurzen, hin zu den längeren Kleidern geht.

Andy Schmid (22) und Markus Lehrmann (22), beide Studenten aus Anzing

Anstecker sind Tradition

Ich trage meine Tracht mit Stolz! Gerade mein Schäffler-Bladl und die Anstecker stehen für Tradition. Dass der Trend wieder zurück zu der traditionellen Tracht geht, finde ich gut. Es ist aber auch toll, wenn sich ein Australier eine 50-Euro-Lederhosn kauft - das ist doch auch eine Anerkennung für unsere Tradition!

Wolfgang Steppes (46), arbeitet im Patentwesen, aus München

Erbstück ist 80 Jahre alt

Der neue Dirndltrend mit den hochgeschlossenen Blusen ist gerade für mich super, weil ich wenig Busen habe. Das Kleid habe ich mir heuer für 400 Euro gekauft. Traditionellere Tracht ist einfach sehr schön. Die Lederhosn meines Mannes ist ein Erbstück vom Opa. Sie ist 80 Jahre alt!

Simone Siml (31), Flugbegleiterin mit Mann Sebastian (39), Angestellter, aus München

Zur Taufe gegönnt

Dieses Dirndl habe ich mir anlässlich der Taufe meines Sohnes gekauft. Ich habe es mir für 500 Euro gegönnt. Es schaut einfach sehr schön aus, wenn das Dirndl etwas hochgeschlossen ist. Ich habe zwar noch drei andere Dirndl, aber das Neue ist mein Liebstes!

Anja Zeitlmann (31), Angestellte aus München

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