Petra Reinbold

Die starke Frau aus dem Schützenfestzelt und die drei Mannsbilder

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Ihre Ehe ist noch jung: 2014 gab Petra Reinbold Wiesnwirt Edi Reinbold das Jawort. Seit vier Jahren arbeitet sie mit im Zelt.

München - In ihrer Zelte-Serie setzt die tz dieses Jahr auf Frauenpower: Sie stellt Ihnen die Damen vor, die in den Zelten das Sagen haben. Heute: Petra Reinbold aus dem Schützenfestzelt.

Schon in den 80er-Jahren hatte Petra Reinbold Gefallen an ihrem späteren Ehemann gefunden, zumindest an seiner Gastronomie, dem Franziskaner an der Oper. „Jeden Samstag saß ich im Studentensaal. Aber da kannte ich den Edi noch nicht. Dass sich das alles so entwickeln würde, konnte ja niemand wissen“, sagt die Wirtin des Schützenfestzeltes.

Als sie mit ihren Kommilitoninnen in Reinbolds Wirtshaus saß, gab’s für Petra meist nur Brezn mit Senf. „Als Studentin hatte man ja kein Geld. Und das kostete damals nichts.“ Über 30 Jahre später zieht Petra Reinbold die Fäden im Hintergrund. Die Juristin kümmert sich im Franziskaner um die Geschäfte mit der Brauerei, um die Schützen, und sie ist zuständig für die Immobilienverwaltung. Sie sagt: „Ich habe meinen Aufgabenbereich. Mein Mann und ich ergänzen uns wunderbar.“

Schützenfestzelt - der Biertempel am Fuße der Bavaria

Edi Reinbold mit seinem Sohn Ludwig.

Während des 17-tägigen Wiesn-Wahnsinns ist Petra Reinbold von morgens bis abends im Zelt. „Rumstehen ist nichts für mich. Ich kümmere mich um die Reservierungen und betreue unsere Gäste.“ Immer mehr übernehmen Reinbolds Söhne Mathias (30) und Ludwig (29) die Regie im Biertempel am Fuße der Bavaria. Und was macht Wirte-Urgestein Edi (74)? „Der hat die Tür im Auge. Mein Mann riecht das, wenn Politiker und andere Prominente reinkommen. Edis Erfahrung ist unschlagbar“, meint Petra.

Dass es bei so viel Testosteron im Wiesn-Zelt auch Frauenpower braucht, steht außer Frage. Denn mit Edi, Mathias und Ludwig regieren gestandene Mannsbilder im Schützenfestzelt. Trotzdem sagt Petra Reinbold: „Selten bin ich meinem Mann so nahe wie zur Wiesn-Zeit.“

Vor-Wiesn-Zeit bedeutet viel Stress und wenig Zweisamkeit

Jetzt freut sich Petra Reinbold auf den Startschuss zur diesjährigen Wiesn. „Die Vorfreude steigt. Es liegt etwas in der Luft, was man gar nicht beschreiben kann.“ Doch Vor-Wiesn-Zeit bedeutet auch viel Stress, unzählige Termine und wenig Zweisamkeit. Petra Reinbold freut sich auf die gemeinsame Freizeit danach, verrät aber auch: „Ich liebe die Arbeit und ich finde auch Männer schön, die arbeiten.“

Seit vier Jahren arbeitet nun auch Petra Reinbold auf der Theresienwiese. Das Eheglück mit ihrem Edi ist noch frisch. 2014 gaben sich die beiden bei ihrer Traumhochzeit am Tegernsee das Ja-Wort. Damals sagte Edi Reinbold lässig: „Ich wollte halt noch mal jung heiraten.“ Gefunkt hat es an ihrem eigenen Geburtstag. Die Wiesn liebt Petra Reinbold schon seit ihrem ersten Besuch 1980. „Wir sind Karussell gefahren wie die wilde Hilde!“ Heute ist sie die starke Frau in einem der größten Zelte auf der Wiesn.

Das Zelt in Kürze

Bierpreis: 10,60 Euro

Brauerei: Löwenbräu

Halbes Hendl: 10,70 Euro

Schmankerl: Spanferkel mit Kartoffelknödel und Krautsalat (25,90 Euro)

Günstig essen: wechselndes Mittagsgericht von Montag bis Donnerstag von 11 bis 15 Uhr für 13,50 Euro, Mittagsmenü von Montag bis Donnerstag von 12 bis 15 Uhr: Pfannkuchensuppe, Ente mit Kartoffelknödel und Haferl Kaffee (zum Mitnehmen) für 15,90 Euro.

Sitzplätze: 5361 Plätze im Zelt, 1187 im Biergarten

Raucher: Raucherbalkon, Wiedereinlasskarten für Raucher

Musik: Die Niederalmer (täglich ab 12 Uhr)

Neu: Mittagsplätze auf dem nicht reservierten Balkon mit bestem Blick auf die Bavaria

Die Wirtefamilie

Schützenfestzelt

Seit 1980 befindet sich das Schützenfestzelt fest in der Hand von Familie Reinbold. Vater Edi (74) hatte die Festhalle damals von Wiggerl Hagn übernommen und hatte es nicht leicht. Er erinnert sich: „Ich habe mit 37 Bedienungen angefangen, heute sind es über 230.“ Das Wirte-Urgestein zieht sich immer mehr vom operativen Wiesn-Geschäft zurück. Darum kümmern sich hauptsächlich seine Söhne Ludwig (29) und Mathias (30) um das Schützenfestzelt.

  • Marstall
  • Johannes Heininger

    Johannes Heininger

    E-Mail:Johannes.Heininger@tz.de

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