Für entspannten Oktoberfest-Besuch

Unbekannter Wiesn-Service für Gepäckstücke

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Die Gepäckaufbewahrung ist in der Trägerschaft des Roten Kreuz.

München - Die Gepäckaufbewahrung an der U-Bahn Station Theresienwiese ist praktisch. Wiesnbesucher können hier Taschen, Jacken und Kinderwägen abgeben. Dennoch wissen viele nichts von diesem Angebot.

Erwartungsvoll blickt der Elefant mit seinen schwarzen Knopfaugen aus der Holzhütte der Gepäckaufbewarung am Eingang der Wiesn. Das Stofftier wurde am Tag zuvor beim Schießen gewonnen, dort abgegeben - und nicht mehr abgeholt.  Das passiert zwischen vier und zehn Mal pro Abend, wie der Betreiber der Hütte erzählt. In der Regel werden die vergessenen Gegenstände im Laufe der Wiesn wieder abgeholt, am Ende der 16 Tage bleiben im Schnitt knapp zehn Stücke übrig. Die können dann in der Zentrale des Roten Kreuzes, das Träger der Aufbewahrungsstelle ist, abgeholt werden.

Das viel größere Problem sei aber, dass viele Gäste, sowohl Touristen als auch Einheimische, nichts von dem Service wissen. Die meisten Wiesn-Besucher betreten das Gelände über den großen, nicht zu übersehenden Haupteingang. "Das Hütterl" jedoch steht am weniger prominenten Aufgang der U-Bahn-Station Theresienwiese. Dabei freuen sich besonders die vielen Touristen über die Möglichkeit, ihre Gepäckstücke abgeben zu können - zumal große Taschen, geschweige denn Koffer in den Zelten gar nicht erlaubt sind. Vier Euro kostet die Aufbewahrung pro Stück, egal ob es eine Jacke oder ein großer Rucksack ist. Auch Schulranzen und Aktentaschen werden zu Hauf abgegeben, so kann man gleich nach der Schule oder Arbeit über die Wiesn schlendern oder eines der Zelte besuchen. Ein Geschäftsmann, der seinen Aktenkoffer abgibt, freut sich sehr über den Service: "Toll, dass es das gibt, dann muss ich das Ding nicht über die ganze Wiesn schleppen".

Rollstühle ausleihen

Aber der Service geht noch ein Stück weiter. Kostenlos können an dem Büdchen Rollstühle ausgeliehen werden. Lediglich ein Personalausweis oder Führerschein muss als Pfand hinterlegt werden. "Womit wir aber fast am meisten zu tun haben, ist Auskünfte zu geben." Geldautomat, Haupteingang, Hofbräu-Zelt - für fast alles hat man eine Wegbeschreibung parat.

Doch die Gepäckaufbewahrung ist nicht besonders einfach zu finden. Die Betreiber empfehlen, sich am Turm der Paulskirche zu orientieren. Außerdem - so lautet ein Ratschlag - sollten die Kunden gut auf den Abholschein Acht geben, auch der verschwindet im Eifer des Gefechts teilweise wie von Geisterhand. Eltern kleiner Kinder sollten beachten, dass am Wochenende und unter der Woche ab 18 Uhr keine Kinderwägen auf dem Gelände erlaubt sind! "Die können dann auch bei uns abgegeben werden."

Zwischen 11 Uhr und Mitternacht ist die Gepäckaufbewahrung freitags und samstags geöffnet, an den übrigen Tagen bis 23 Uhr. Und Abholen lohnt sich, pro Tag werden weitere vier Euro fällig. Die Einnahmen kommen übrigens dem Roten Kreuz zu Gute. Vielleicht erbarmt sich auch der Besitzer des Kuschel-Elefanten, ihn doch mit nach Hause zu nehmen.

kap

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