Schönheitskur für Ihr Dirndl

Wiesn-Tipp: Schneiderin peppt alte Tracht auf

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Klaudia Nemeth mit dem alten, langen Dirndl (links) und dem aufgepimpten Kleid (rechts).

München - Marion Schmidt (49) frischt in ihrem Atelier "Glücksdirndl" alte Dirndl wieder auf und macht sie zu kunterbunten Unikaten – jetzt vor der Wiesn im Akkord.

Zu lang, zu brav, zu altmodisch: Seit acht Jahren verstaubt das alte Dirndl einer Verwandten im Keller von Klaudia Nemeth (25). „Das hat auch so eine komische Schürze, die man am Rock festknöpft.“ Wenn solche Kunden zu Marion Schmidt (49) kommen, dann leuchten ihre Augen. In ihrem Atelier „Glücksdirndl“ in Haidhausen frischt sie alte Dirndl wieder auf und macht sie zu kunterbunten Unikaten – jetzt vor der Wiesn im Akkord.

„Meine Freundinnen nennen mich Frau Bunt“, sagt die zweifache Mutter, die eigentlich Krankenschwester gelernt hat. „Ich hatte schon immer eine Vorliebe für knallige Farben. Und da ich auch immer gerne genäht habe und ein großer Wiesn-Fan bin, kam mir die Idee mit dem Laden.“ Das Motto von Marion Schmidt: „Die Welt ist grau genug. Ich will mit Farben Freude ins Leben bringen.“ Es funktioniert: Schon wenn die quirlige Frau aus ihrem pinken Fiat 500 mit den kunterbunten Bezügen aussteigt, lachen die Passanten sie an.

Das langweilige Dirndl der Münchner Studentin Klaudia ist für sie deshalb eine wunderbare Spielwiese, auf der sie sich austoben kann. Aus ihren Dutzenden Stoffen, die mit einfachen Punkten, süßen Herzerln oder aufwändigen Blumenmotiven verziert sind, sucht sie gemeinsam mit der Kundin einen passenden Stoff aus. Beide entscheiden sich für einen weißen Grundstoff mit roten und grünen Blumen, aus dem die Künstlerin eine Schürze näht (45 Euro). Dann kürzt sie das Dirndl (15 Euro) und rüscht es mit grünen Borten am Dekolleté und am Rocksaum auf, damit das Dirndl und die neue Schürze (30 Euro) zusammenpassen.

Glücksdirndl-Chefin Marion Schmidt (49)

Bei Marion Schmidt gibt es auch Dirndl zu kaufen, die sie bereits aufgepimpt hat. Wer sich davon ein Bild machen will, kann auch zur Modenschau am Donnerstag, 18. September, um 19 Uhr kommen oder einfach im Laden vorbeischauen. Unterm Jahr werden hier übrigens nicht nur Dirndl-Freundinnen fündig: Die Münchnerin näht auch Accessoires und peppt alte Möbel auf – natürlich mit knalligen Farben. Einziges Problem: Der Mietvertrag für den Laden, den sie derzeit zur Zwischenmiete hat, läuft im Oktober aus. „Ich suche dringend einen Laden in Haidhausen, der Au oder der Isarvorstadt.“

Aber jetzt steht erst mal die Wiesn an. Das heißt für Marion Schmidt: viele Überstunden. Aber auch viele glückliche Kundinnen. Auch Klaudia Nemeth ist vom Ergebnis begeistert. „Erst war ich skeptisch, ob die bunte Schürze zum Karodirndl nicht zu chaotisch wirkt. Aber als ich es anhatte, hat es mir sofort gefallen. In diesem Jahr bleibt das Dirndl nicht daheim, ich werde es gleich beim ersten Wiesn-Besuch anziehen.“

Nina Bautz 

Glücksdirndl

Buttermelcherstr. 5

Tel. 089/45 24 09 20

www.gluecksdirndl.de

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