Zeltbauer, Nachbarn und Radler sauer

Zoff am Zaun: Wiesn-Aufbau stockt

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Zeltbauer Uli Pletschacher ist sauer: Der Zaun wird für Anlieferung zu kurz geöffnet.

München - Endlich dürfen die Münchner die Theresienwiese während des Oktoberfest-Aufbaus queren. Allerdings: Deswegen gibt es mächtig Ärger um den Aufbau.

Jahrelang haben die Nachbarn dafür gekämpft. Auch im Stadtrat wurden am Dienstag Lobeshymnen auf die Verwaltung angestimmt: Endlich dürfen die Münchner die Theresienwiese während des Oktoberfest-Aufbaus queren! Plötzlich dreht der neue Wiesn-Boss Josef Schmid (CSU) den Zapfhahn ab: Wegen dieser Querung gibt es mächtig Ärger um den Aufbau! Zeltbauer, Nachbarn, Radler – alle sind stinksauer. Am Montag gibt es eine Krisensitzung …

Während der Zaun geöffnet ist, müssen die Radler warten.

Schmid ist besorgt: „Es droht die Gefahr, dass der Aufbau verzögert wird – möglicherweise stark!“ Wie soll das gehen, wenn die halbe Welt am 20. September auf den Anstich durch den neuen OB Dieter Reiter (SPD) wartet, und die Bauabschnitte bis dahin so streng getaktet sind, wie ein Schankkellner die Massen am Fass füllt? Das soll am Montag ein Treffen mit Beschickern und Bezirksausschüssen ergeben. Nun wird wohl kaum der Start des größten Volksfests der Welt verschoben. Aber Schmid sagt: „Wir brauchen ein Ergebnis. Sonst haben wir ein Problem.“

Heuer bleibt die Matthias-Pschorr-Straße an der Bavaria erstmals fast komplett offen. Mit einer Ausnahme: Jede volle Stunde wird der Durchgang zehn Minuten für Laster und Stapler gesperrt.

Die Wiesn-Arbeiter sind stinksauer. Uli Pletschacher, der mit seiner Dasinger Firma gerade parallel acht Zelte aufbaut, wettert: „Wir kommen mit der Arbeit nicht mehr hinterher! Um einigermaßen im Zeitplan zu bleiben, muss ich auf jeder Seite mehr Maschinen und Personal einsetzen.“ Die Mehrkosten werde er an die Brauereien weitergeben müssen. „Da darf sich dann kein Gast über einen höheren Bierpreis nächstes Jahr wundern…“ Er versteht die Neuregelung nicht: „Das hier ist eine Baustelle! Es kann nicht sein, dass die Arbeit gefährdet wird, nur damit Anwohner nicht ein paar Minuten Umweg gehen müssen…“ Die Stadtwerke haben sich schon beschwert, „schriftlich“, wie Schmid betont. Denn es will schon was heißen, wenn die Lieblingstochter der Stadt das nicht auf dem kurzen Dienstweg regelt. Und die Radler ärgern sich, dass sie immer wieder minutenlang vor dem Metall-Zaun gefangen sind. O’zapft is’ der Wiesn-Grant!

D. Costanzo, N. Bautz

David Costanzo

Nina Bautz

E-Mail:info@merkur.de

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