Die Smartphone-Gefahr im Verkehr

Handy-Zombies haben ein 116-fach höheres Unfall-Risiko

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Wer mit dem Handy in der Hand durch die Gegend läuft, nimmt seine Umwelt kaum noch wahr.

München - Smartphone-Zombies, die völlig abgehängt von ihrer Umgebung mit dem Handy in der Hand durch die Gegend laufen, radeln und fahren leben extrem gefährlich!

Das ist doch komisch? Kein Mensch würde sich freiwillig vom Drei- oder Zehn-Meter-Brett auf den harten Boden stürzen, oder? Doch viele Autofahrer verschwenden keinen Gedanken daran, mit 50 Sachen durch die Tempo-30-Zone zu fahren. Für den Fußgänger geht’s im Falle eines Zusammenstoßes aber um Leben oder Tod: Den Aufprall mit Tempo 30 (ähnlich der Aufprall-Energie vom Drei-Meter-Brett) würde er überleben. Ein Zusammenprall bei Tempo 50 dagegen bedeutet den sicheren Tod – genauso wie der Sturz aus zehn Metern Höhe.

Errechnet hat dies Dr. Wolfram Hell, Unfallforscher vom Institut für Rechtsmedizin, der sich am Freitag zusammen mit Polizeidirektor Dieter Bauer von der Münchner Verkehrpolizei, Gedanken über die Sicherheit der Fußgänger machte. Reflektorbänder an der Kleidung, Blickkontakt zu abbiegenden Lkw-Fahrern und die Beachtung von roten Ampeln hätte einigen der im Jahr 2014 tödlich verunglückten 13 Fußgängern sicherlich das Leben gerettet.

Inzwischen ist eine weitere Spezies dazugekommen, die den Unfallanalytikern Sorgen macht: Die „Smombies“ (Jugendwort des Jahres 2015). Jene Smartphone-Zombies, die völlig abgehängt von ihrer Umgebung mit dem Handy in der Hand durch die Gegend laufen, radeln und fahren. Und dabei ihres und das Leben anderer riskieren. Erst am Dienstag wurde eine Arzthelferin (21) in Harlaching schwer verletzt. Sie hatte telefoniert – und dabei die Tram übersehen! Smombies haben laut Dr. Hell ein 116-fach höheres Unfallrisiko: „Das ist wirklich extrem gefährlich!“ Dieter Bauer wäre darum auch für ein generelles Kopfhörer-Verbot für alle Verkehrsteilnehmer.

dop

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