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Netflix: Das Ende des klassischen TV?

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Am kommenden Dienstag ist es so weit: Net­flix startet in Deutschland. Der Streamingdienst läuft auf fast jedem internetfähigen Gerät. © AFP

München - Der Countdown zur TV-Revolution! Am Dienstag stellt das Flatrate-Fernsehen Netflix sein deutsches Angebot vor. Die tz verrät, was Netflix bietet, wie Sie zuschauen können und was es kostet.

Update vom 10. Februar: Netflix-Fans dürfen sich freuen. Am Mittwoch, 11. Februar, startet das Spin-off von "Breaking Bad" auf dem Streamingdienst - und kein geringerer als Saul Goodman hat in "Better Call Saul" die Hauptrolle.

Und dann dürfte der weltgrößte Streamingdienst für Filme und Serien auch gleich auf Sendung gehen. Viele Experten sprechen bereits vom Ende des klassischen 20.15-Uhr-Fernsehens, das damit eingeläutet wird. Die tz verrät, was Netflix bietet, wie Sie zuschauen können und was es kostet.

Was ist Netflix?

Die Firma startete bereits 1997 in den USA als DVD-Verleih per Post. Gründer Reed Hastings hatte sich darüber geärgert, dass ihm seine Videothek 40 Dollar Versäumnisgebühr abknöpfte. 2007 stellte er auf Internetstreaming um. Mittlerweile hat Netflix in den USA mehr Zuschauer als das normale Fernsehen. 50 Millionen Kunden sind es weltweit. Das Geschäftsmodell ist denkbar einfach: Für Ihre Flatrate können Sie jeden Film, jede Serie aus dem Netflix-Angebot sehen – wann immer Sie wollen.

Was bietet Netflix?

In den USA sind rund 75.000 Filme und Serienfolgen im Angebot. Doch weil ohnehin kein Zuschauer alles sehen kann, setzt Netflix vor allem auf Qualität, auf spektakuläre Eigenproduktionen wie das Polit-Drama House Of Cards, die Comedy-Reihe Arrested Development oder die Gefängnis-Serie Orange is the New Black. In Deutschland wird das Angebot zum Start bei Weitem nicht so herausragend sein. Von House Of Cards sind zunächst nur die ersten beiden Staffeln im Programm, die Rechte für aktuellere Folgen liegen bei Sky. Bei uns sind zum Beispiel Stromberg, die Sendung mit der Maus oder die Til-Schweiger-Filme verfügbar. Auch den Tatort wollte Netflix einkaufen – die Rechte rückt die ARD aber (noch) nicht heraus. Doch der Streamingdienst will auch in Deutschland eigene Serien produzieren, das Angebot nach und nach ausbauen.

Welche Hardware brauche ich für Netflix?

Netflix läuft auf fast jedem internetfähigen Gerät – egal ob PC, Mac, Smartphone, Tablet oder Spielkonsole. Entweder Sie schauen Ihr Programm auf netflix.de, oder laden gratis die Netflix-App. Mit einer Settop-Box wie dem Apple TV (99 Euro) können Sie die Bilder auch drahtlos aufs TV-Gerät übertragen. Viele moderne Fernseher mit Internetanschluss haben Netflix bereits als App eingebaut. Und angeblich will auch die Telekom im Internet-Fernsehen Entertain Netflix anbieten.

Welche Internetleitung ist erforderlich?

Ein Anschluss mit einem Mindesttempo von 1,5 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) ist Minimum. Wenn Sie eine DSL-6000-Leitung (entspricht 6 Mbit/s) oder schneller haben, sind Sie auf der sicheren Seite.

Was kostet Netflix?

Inoffiziell sind die Preise bereits durchgesickert. Das normale Abo kostet 7,99 Euro im Monat. Für einen Euro mehr bekommen Sie HD-Bilder und können das Abo auf zwei Geräten gleichzeitig nutzen. Für 11,99 Euro sehen Sie einige Filme und Serien auch im 4K-Bildformat – endlich Futter für die neuen hochauflösenden TV-Geräte. Dann können Sie und Ihre Familie auf vier Geräten gleichzeitig zuschauen. Damit sind die Netflix-Preise vergleichbar mit der Konkurrenz: Maxdome etwa kostet 7,99 Euro monatlich. Amazon 7,99 Euro monatlich oder 49 Euro im Jahr, Sky Go kriegt man ab 12,90 Euro, Watchever liegt bei 8,99 Euro monatlich. Doch Experten gehen davon aus, dass Netflix mittelfristig das attraktivere Programm bietet. Der erste Monat zum Testen ist übrigens gratis.

Wird Netflix auch in Deutschland zum Riesenerfolg?

Ganz so schnell dürfte es nicht gehen. Denn bei uns gibt es viel mehr und besseres frei empfangbares Fernsehen als in den USA. Doch langfristig müssen die deutschen Sender vor dem „neuen Fernsehen“ zittern, das unabhängig von Sendezeiten funktioniert. Das halbe Land um 20.15 Uhr vor dem TV-Gerät – das gibt es künftig wohl nur noch beim Tatort oder bei großen Sportereignissen.

Jörg Heinrich

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