Das Zuschauen tut weh

"Making a Murderer": Darum reden so viele über die Netflix-Doku

Foto von Steven Avery aus der Netflix-Dokumentation "Making a Murderer".
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Aus der Netflix-Dokumentation "Making a Murderer": So sah Steven Avery vor seiner Verurteilung 1985 aus. 

Die Aufsehen erregende Netflix-Doku "Making a Murderer" erzählt die wahre Geschichte des Amerikaners Steven Avery. Er saß zu Unrecht 18 Jahre im Gefängnis. Viele reden darüber, denn das Zuschauen tut weh. 

Die Netflix-Dokumentation "Making A Murderer" beginnt mit einer ergreifenden Szene: Menschen umarmen Steven Avery, der aus dem Gefängnis kommt. Das Gericht hatte ihn 1985 für etwas verurteilt, das er nicht getan hat. Erst ein DNA-Test befreite ihn nach 18 verlorenen Jahren. "Making a Murderer" begleitet minutiös den Fall Steven Avery, der fälschlicherweise bestraft, freigesprochen – und wieder verhaftet wird. Diese wahre Geschichte bereitet den Zuschauern so viel Unbehagen, dass sie dringend mit anderen darüber reden müssen. Es hilft ihnen aber kaum, den Schmerz zu lindern, den das Zuschauen der zehn Episoden verursacht hat. 

"Making a Murderer" dokumentiert, wie falsch sich Polizisten verhalten haben und wie sie sich später herausreden. Die Dokuserie zeigt, wie Zeugen beeinflusst und Beweise manipuliert wurden. Wahrheit, Gerechtigkeit existieren nicht, es geht um Vorverurteilung und Lügen. Da ist dieser Typ, der früher zwei Einbrüche mit Kumpels begannen hat, einen Kater gequält hat – wieso soll er nicht auch versucht haben, die Frau am Strand zu vergewaltigen? 

Regisseurinnen arbeiteten zehn Jahre an "Making a Murderer" 

Ein Zeitungsartikel von 2005 hat die Regisseurinnen Laura Ricciardi und Moira Demos inspiriert, die Dokumentation "Making a Murderer" zu drehen. Zehn Jahre haben sie daran gearbeitet – und ihr Ziel erreicht: „Wenn wir nicht wüssten, dass es sich tatsächlich so zugetragen hat, wären die Ereignisse nur schwer zu glauben. Genau dieses Gefühl wollten wir auch unseren Zuschauern vermitteln." 

Es ist eine fesselnde Erzählung in zehn Teilen entstanden, mit vielen haarsträubenden Wendungen. Es ist okay, die ganze Zeit über "krass", "heftig", "unfassbar" zu murmeln. Denn stumm ist die Serie noch unerträglicher. 

"Making a Murderer" erzeugt so viel Spannung wie fiktive Serien "Die Brücke" und "Luther"

So fesseln sonst nur sehr gut gemachte fiktive Krimiserien wie "Die Brücke – Transit in den Tod" (auch auf Netflix verfügbar, das ZDF zeigt demnächst die dritte Staffel), "Luther" oder "Broadchurch"(beide auch auf Netflix). Aber der Unterschied ist: Diesen Ermittlern würden niemals solche grauenvollen Fehler passieren wie im Fall Steven Avery. Und noch ein wichtiger Unterschied zu den erfundenen Thriller-Serien: "Making a Murderer" ist nichts für zwischendurch, die Doku des Streamingdienstes verlangt hohe Konzentration.  

"Making a Murderer" hat heftige, wütende Reaktionen in den sozialen Netzwerken hervorgerufen, zu dem Fall im Speziellen und der US-Justiz im Allgemeinen. Ein Zuschauer twittert: "Uff. Folge 9 war schlimm. Also nochmal ein bisschen schlimmer, als die anderen schlimmen Folgen." 

Machen Sie sich auf etwas gefasst. 

Video: Trailer der Netflix-Dokuserie "Making a Murderer"

 

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