Schlechte Laune und viel Gin

So witzig twittert die falsche Queen

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Amüsant ist eine falsche Queen Elizabeth auf Twitter unterwegs.

London - Wie Queen Elizabeth II über ihre Mitmenschen denkt, weiß so gut wie niemand. Gut, dass „Elizabeth Windsor“ auf Twitter fleißig Queen-Gedanken verbreitet - zwar nicht echt, aber amüsant.

Die Queen liebt Gin und ist oft verkatert. Sie meckert über Regen und beleidigt mit Vorliebe britische Politiker oder ihre eigene Familie. Natürlich trifft das nicht auf Elizabeth II. (88) zu, die im Londoner Buckingham-Palast, so weit bekannt, weder zu viel trinkt noch auf ihrer Regierung rumhackt. Die Rede ist von einer Online-Parodie der Königin.

Mit rotzigen Sprüchen hat sich „Elizabeth Windsor“ auf Twitter eine Gefolgschaft von mehr als 1,2 Millionen Menschen aus aller Welt geschaffen. Sie ist damit wohl eine der erfolgreichsten Fake-Identitäten in dem sozialen Netzwerk - während die echte Königin bisher genau einen Tweet im Netz abgesetzt hat, einen persönlichen Account hat sie nicht.

Erstaunlich: Wer hinter „Elizabeth Windsor“ steckt, weiß niemand - obwohl Majestät Interviews gibt, eine Zeichentrick-Serie geschaffen hat und ihr zweites Buch auf dem Markt ist.

Das Konzept ist simpel: Die falsche Queen kommentiert mit Humor und dem Blick „von oben“, was in Politik und Gesellschaft so los ist. Etwa zu einem Fußballspiel zwischen England und Schottland: „Der Sieger bekommt die Unabhängigkeit.“

Dazwischen streut die falsche Queen viele Kommentare zu ihrer dauerhaft miesen Laune (übersetzt etwa: „Ist immer noch Donnerstag? #sodieNasevoll“) und zu ihrem Alkoholkonsum („Ziehe ein paar Bahnen in einem See Gin“). In Manchem erinnert „Elizabeth Windsor“ damit an „Grumpy Merkel“, eine ebenfalls dauer-miesepetrige Version der Bundeskanzlerin auf Twitter, die mit Vorliebe auf ihrem Regierungssprecher rumhackt.

Mit knapp 17.000 Followern ist sie allerdings nicht annähernd so erfolgreich wie die Queen - sie twittert ja auch auf Deutsch, das verstehen weniger Menschen.

Führt man ein Interview mit der falschen Queen, fällt die Antwort etwa auf die Frage der Deutschen Presse-Agentur nach dem Lieblings-Fußballclub so aus: „Eigentlich gibt es ein Gesetz, dass Menschen, die kaum sprechen können, nicht so reich und berühmt sein dürfen, aber wir neigen heutzutage dazu, es nicht durchzusetzen.“ Für Deutschland hat Majestät viel übrig, außer beim Eurovision Song Contest: „Konzentriert euch besser darauf, Autos zu entwickeln.“

Wer auch immer sich hinter der Twitter-Adresse @Queen_UK verbirgt, hat Geschäftssinn. Im Online-Shop gibt es königlichen Kitsch zu kaufen wie Schürzen mit Kronen-Aufruck und dem Hinweis „Gin O'Clock“ - auf Deutsch etwa: „Es ist Gin-Zeit.“

So heißt auch eines der beiden Bücher, das sie (oder er) geschrieben hat. Das zweite, „Still Reigning“ (Noch am Regieren) ist im Oktober erschienen. Zu Verkaufszahlen macht der Verlag TBC keine Angaben, eine deutsche Übersetzung ist wenigstens nicht ausgeschlossen.

Überall beliebt ist „Elizabeth Windsor“ trotz ihrer großen Gefolgschaft nicht: „Der Ausstoß des Accounts könnte von einem Algorithmus erstellt werden“, befand Journalist Mic Weight im Technologie-Blog des „Telegraph“. Da kann man ihm sogar recht geben. Ihrer Popularität tut das keinen Abbruch. Magazine wie „London Calling“ oder „TNT“ freuen sich über Interviews mit „Ihrer Majestät, der Königin“ - wann bekommt man das schon mal?

dpa

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