35 Menschen getötet

Moskau: Haben Schule in Syrien nicht angegriffen

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"Dies ist eine Tragödie. Es ist ein Skandal. Und, wenn vorsätzlich, ein Kriegsverbrechen", sagte Unicef-Direktor Anthony Lake. Foto: Alejandro Bolívar/Archiv

Wieder wird im syrischen Bürgerkrieg ein ziviles Ziel schwer getroffen. Diesmal sterben 35 Menschen, darunter 22 Schüler und sechs Lehrer. Welche Luftwaffe hat den Angriff geflogen?

Damaskus/Moskau (dpa) - Russland hat jede Verantwortung für den Luftangriff auf eine Schule im Nordwesten Syriens mit mindestens 35 Toten zurückgewiesen. Bei der Bombardierung am Mittwoch kamen 22 Schüler und sechs Lehrer ums Leben.

Das sagte der Direktor des UN-Kinderhilfswerks Unicef, Anthony Lake, in New York. Es sei möglicherweise die tödlichste Attacke auf eine Schule seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs vor mehr als fünf Jahren.

Syriens Opposition beschuldigte das Regime und seinen Verbündeten Russland, in einer gemeinsamen Operation für den Angriff verantwortlich gewesen zu sein. Die Sprecherin des Moskauer Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagte hingegen am Donnerstag: "Wir haben nichts zu tun mit dieser furchtbaren Attacke." Der Vorfall müsse von internationalen Organisationen untersucht werden. Russlands Verteidigungsministerium prüfe bereits alle vorliegenden Daten.

"Dies ist eine Tragödie", erklärte Unicef-Direktor Lake. "Es ist ein Skandal. Und, wenn vorsätzlich, ein Kriegsverbrechen." Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte trafen sechs Luftschläge Ziele in dem Ort Haas in der Provinz Idlib. Diese wird von Rebellen kontrolliert, darunter auch radikalislamische Gruppen.

Die Menschenrechtsbeobachter erklärten, wahrscheinlich seien russische Flugzeuge für die Bombardierung verantwortlich. Es gebe zudem zahlreiche Verletzte und auch Vermisste. Der Sprecher der Rettungshelfer Weißhelme, Abdel Rahman al-Hassan, sprach von zwei Angriffen hintereinander. "Der erste traf die Schule. Der zweite erfolgte, als die Lehrer die Schüler herausbrachten."

Die Provinz Idlib war in den vergangenen Monaten immer wieder Ziel von Bombardierungen der russischen und der syrischen Luftwaffe. Die US-geführte internationale Koalition fliegt ihre Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) fast ausschließlich in anderen Regionen des Landes. In Idlib sind die Al-Kaida-nahe Rebellengruppe Fatah-al-Scham-Front (früher: Al-Nusra-Front) und die radikalislamische Miliz Ahrar al-Scham sehr stark.

Die UN befürchten zugleich eine weitere Eskalation der humanitären Lage in den kommenden Monaten. "Der Krieg wird immer schlimmer, immer rücksichtsloser", sagte der UN-Koordinator für Nothilfe in dem Bürgerkriegsland, Jan Egeland, in Genf. Besonders der bevorstehende Winter bereite den Helfern große Sorgen. "Das wird der schlimmste Winter seit Beginn der Kämpfe", so Egeland. Außerdem seien immer mehr Kinder betroffen.

Nach dem gescheiteren Evakuierungsversuch für den syrischen Kriegsbrennpunkt Aleppo dränge die Zeit. "Wir haben alle versagt. Nicht eine Hilfslieferung konnte in das Gebiet, nicht eine einzige Evakuierung hat geklappt", so Egeland. Als Gründe nannte der UN-Koordinator zu wenig Vertrauen, dafür zu viel Furcht und Missverständnisse zwischen den Konfliktparteien.

In den vergangenen Wochen waren im Norden und Nordwestens Syriens mehrfach zivilen Einrichtungen wie Kliniken getroffen worden, vor allem in Aleppo. Regimegegner und Regierungen im Westen beschuldigten Russland und Syrien, die die Vorwürfe jedoch zurückwiesen.

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