Das steckt dahinter

Abgefrorene Zehen von Flüchtlingen: Schock-Foto bei Facebook

Das Foto wurde nach starken Schneefällen in der Stadt Diyarbakir im Südosten der Türkei aufgenommen und zeigt die erfrorenen Füße von Flüchtlingskindern.
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Das Foto wurde nach starken Schneefällen in der Stadt Diyarbakir im Südosten der Türkei aufgenommen und zeigt die erfrorenen Füße von Flüchtlingskindern.

Passau - Ein Facebook-Post wird derzeit massenhaft geteilt: Auf den Bildern sind mehrere abgefrorene Zehen und Finger von Flüchtlingen zu sehen. Wir erklären, was dahinter steckt.

Eine Gemeinschaft von ehrenamtlichen Ärzten, die Medhilfe Passau appelliert in einem viralen Facebook-Post an die Deutschen und warnt vor einer Wiederholung der deutschen Geschichte. Mit Schock-Fotos von abgefrorenen Fingern und Zehen.

Viele der Flüchtlinge kommen mit schweren Verletzungen und Verstümmelungen durch die lange Reise in Deutschland an. Gerade jetzt im Winter, wenn die Temperaturen tief in den Minusbereich sinken und starker Schneefall und Frost herrschen. In ihrem emotionalen Appell wollen die Ärzte auf dieses Leid aufmerksam machen und die Deutschen warnen.

Die Medhilfe Passau ist eine Gemeinschaft von Ärzten und Ärztinnen, die in Flüchtlingsunterkünften in Passau Flüchtlinge ärztlich versorgen. Szenen wie in Clausnitz oder Bautzen erschrecken zur Zeit ganz Deutschland. Die zunehmende Gewalt gegen Flüchtlinge alarmierte auch die freiwilligen Helfer, so dass sie den Post gemeinsam veröffentlichten.

"Aus den düsteren Kapiteln der Geschichte nichts gelernt"

Dabei nimmt die Medhilfe Passau den Facebook-Post von ihrem Kollegen Raphaele Lindemann zum Aufhänger. In dem Post von Ende Januar schildert der Arzt die aktuelle Situation in einem Erstaufnahmelager im Camp Warteraum Asyl in Erding bei München. "Wir möchten uns klar hinter ihn stellen", so die Medhilfe Passau. In dem Post schilderte der Arzt mit klaren und ungeschönten Worten die Situation vor Ort und fordert von den Deutschen einen politischen wie gesellschaftlichen Dialog über den zukünftigen Umgang mit den Flüchtlingen.

Die Medhilfe Passau schließt sich dem nun an und schreibt auf Facebook: "Wir sind sehr besorgt - aber nicht wegen der vielen Flüchtenden, die bei uns Schutz suchen. Wir sind besorgt, weil aus den düsteren Kapiteln der Geschichte unseres Landes leider scheinbar so viele ihre Lektion nicht gelernt haben."

Wut soll sich gegen internationale Politik richten, nicht gegen Flüchtlinge

Die Ärzte stellen klar: "Die Menschen, die zu uns kommen, sind genauso unschuldig in diese Situation geraten wie wir selbst. Und offensichtlich sind Gut und Böse bei ihnen genauso verteilt wie bei uns selbst." Der Post verbreitet sich rasend schnell im Netz, vielleicht auch wegen dem Bild, dass dazu gepostet wurde. Der Post gefällt mittlerweile rund 11.000 Facebook-Nutzern und wurde über 14.300 Mal geteilt. Das Foto zeigt abgefrorene Hände und Füße von Flüchtlingen in einem Camp im Südosten der Türkei. Dort herrschen um diese Jahreszeiten heftige Minustemperaturen, die Flüchtlinge können sich davor kaum schützen und werden dort auch kaum ärztlich versorgt.

Statement der Ärztinnen und Ärzte aus dem Medhilfe Team PassauWir sind eine Gruppe von Ärztinnen und Ärzten aus Passau...

Posted by Medhilfe Passau on Sonntag, 21. Februar 2016

mt

Madita Tietgen

Madita Tietgen

E-Mail:info@merkur.de

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