Streit um Listenwahl

Manipulations-Vorwürfe: Das sagt AfD-Landeschef Pretzell

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Der AfD-Landesvorsitzende von NRW, Marcus Pretzell.

Köln - Nordrhein-Westfalens AfD-Parteichef bläst der Gegenwind in diesen Tagen mächtig ins Gesicht. Die Vorwürfe sind hart, es soll bei der Listenwahl getrickst und manipuliert worden sein.

Im Streit um mögliche Tricks und Mauscheleien bei der Listenwahl der AfD für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen wehrt sich Landesparteichef Marcus Pretzell gegen parteiinterne Kritiker. Unterbrochen von Protestrufen und Gelächter sprach er von „Schönheitsfehlern“ bei den bisherigen beiden Versammlungen. Mögliche Absprachen vor den einzelnen Wahlgängen seien juristisch irrelevant. Auch nicht ausgezählte Stimmzettel seien für die Wahl nicht ausschlaggebend gewesen, sagte Pretzell. Er sei selbst kein Mitglied einer Chat-Gruppe gewesen, die bei den vorherigen Wahlversammlungen über Kandidaten gelästert haben soll. „Der gesamte Bundesvorstand müsste zurücktreten, wenn WhatsApp-Gruppen etwas Verbotenes wären", sagte er. "Denn ohne WhatsApp-Gruppen wäre dieser Vorstand nicht gewählt worden.“

Auf der dritten Landeswahlversammlung der NRW-AfD sollten an diesem Wochenende eigentlich die Kandidaten für die hinteren Listenplätze der Partei für die Landesliste der Landtagswahl im Mai 2017 gewählt werden. Der erwartete offene Schlagabtausch zwischen dem Landesvorstand um Pretzell und parteiinternen Gegnern deutete sich bereits zu Beginn an. Das Vorstandsmitglied David Eckert griff die Parteiführung hart an und trat zurück. Teile des Landesvorstands hätten Öl ins Feuer gegossen und die Spaltung vertieft. „Wir haben kollektiv versagt“, sagte er.

Der Streit über die Listenwahl war eskaliert, nachdem der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke und Vize-Bundeschef Alexander Gauland den Zustand im Landesverband und den NRW-Parteichef scharf kritisiert hatten. Beide sind Gegner Pretzells und dessen Lebensgefährtin, der Bundesvorsitzenden Frauke Petry.

dpa

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