Amerika ehrt Opfer vom 11. September

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Der Jahrestag wurde an verschiedenen Orten der USA mit Schweigeminuten, Gottesdiensten und Gedenkzeremonien begangen. Foto: John Taggart

Schweigeminuten, Glockengeläut, Gedenkreden - Amerika ehrt die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001. Aber dieser Jahrestag gilt nicht nur dem Blick zurück.

Washington/New York (dpa) - 15 Jahre nach den Anschlägen vom 11. September haben die USA ihre Entschlossenheit im Kampf gegen den Terrorismus bekräftigt.

Präsident Barack Obama rief die Nation zugleich dazu auf, ihre Werte zu bewahren und zusammenzustehen - wie damals nach den verheerenden Attacken mit fast 3000 Toten. "Lasst es nicht zu, dass andere uns spalten", beschwor der Präsident seine Landsleute.

Der Jahrestag wurde an verschiedenen Orten der USA mit Schweigeminuten, Gottesdiensten und Gedenkzeremonien begangen. Am 11. September 2001 hatten Terroristen entführte Flugzeuge in die Zwillingstürme des New Yorker World Trade Center und in das Pentagon gesteuert. Eine weitere entführte Maschine wurde über Pennsylvania gezielt von Passagieren zum Absturz gebracht.

An allen drei Orten gab es zentrale Veranstaltungen. So versammelten sich am Ground Zero in New York wie jedes Jahr mehrere Tausend Hinterbliebene und Überlebende der Anschläge, um die Opfer zu ehren - mit Musik und der Verlesung der einzelnen Namen.

Auch die Präsidentschaftskandidaten der Republikaner und Demokraten, Donald Trump und Hillary Clinton, nahmen - voneinander getrennt - an der Zeremonie teil, ohne aber Reden zu halten. Clinton verließ die Veranstaltung allerdings frühzeitig, sie habe sich wegen der Hitze nicht wohlgefühlt, hieß es danach. Beide - Trump und Clinton - ließen an diesem Tag des Gedenkens ihren überaus erbitterten Wahlkampf weitgehend ruhen.

Obama wies nach einer Kranzniederlegung am Pentagon auf die erreichten Fortschritte im Kampf gegen den Terrorismus hin. Gruppen wie das Terrornetzwerk Al-Kaida und die Terrormiliz Islamische Staat (IS) wüssten, dass sie eine "so großartige und starke" Nation wie Amerika niemals schlagen könnten, sagte Obama. Deshalb versuchten sie nun, das Land durch andere Strategien zu terrorisieren - in der Hoffnung, Angst zu erzeugen und die Menschen gegeneinander aufzubringen.

"Daher ist es heute so wichtig, dass wir unseren Charakter als eine Nation bekräftigen - ein Volk, das aus jedem Winkel der Erde zusammengeflossen ist, mit jeder Hautfarbe, jeder Religion, jedem Hintergrund", betonte der Präsident. Diese Vielfalt sei keine Schwäche. "Sie ist und wird immer eine unserer größten Stärken sein."

Auch Außenminister John Kerry rief in einer schriftlichen Erklärung dazu auf, sich an diesem Tag "neu einer Welt zu verpflichten, in der Gerechtigkeit über das Böse siegt und ziviles Verhalten über Vorurteile und Hass".

Verteidigungsminister Ashton Carter versicherte, dass die USA auch künftig alles in ihrer Macht Stehende tun würden, um den Terrorismus auszurotten. "Ob sie sich weiterhin Al-Kaida nennen oder sich unter der schwarzen Flagge des IS verhüllen: Nichts kann ändern, wer die Terroristen sind oder was wir tun werden, um unser Land zu schützen. Denn wir besitzen eine endlose Entschlossenheit zum Sieg und haben den Wind des Guten im Rücken."

Begonnen hatten die Gedenkfeiern am Sonntagmorgen mit einer Schweigeminute um 8.46 Uhr US-Ostküstenzeit: Das war genau der Zeitpunkt, an dem die erste entführte Maschine in den Nordturm des World Trade Center steuerte.

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