Zwei Festnahmen in München

Anti-Terror-Razzien in ganz Deutschland: Ermittlungen gegen 14 Asylbewerber

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Anti-Terror-Einsätze der Polizei in Thüringen (hier) und anderen deutschen Städten - auch in München.

München - Bei Einsätzen der Polizei werden in fünf Bundesländern Wohnungen und eine Gemeinschaftsunterkunft durchsucht. Es geht vor allem um Terrorfinanzierung. Eine konkrete Anschlagsgefahr gibt es nicht.

Bei Anti-Terror-Einsätzen in fünf Bundesländern haben Polizeieinheiten Wohnungen und Unterkünfte von 14 Tschetschenen aus Russland durchsucht. Nach Angaben des Landeskriminalamtes in Erfurt waren dabei am Dienstag insgesamt zwölf Wohnungen und eine Gemeinschaftsunterkunft in mehreren Thüringer Orten, in Hamburg, Dortmund, Leipzig und München betroffen. Bei der Aktion ging es vor allem um den Verdacht auf Finanzierung terroristischer Vereinigungen im Ausland. Eine konkrete Anschlagsgefahr hätten die Ermittlungen bisher nicht ergeben, erklärte das federführende Landeskriminalamt (LKA) Thüringen.

Nach dem Stand der Ermittlungen gebe es keine Anhaltspunkte für Verbindungen zu Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit islamistischem Terrorismus der jüngsten Vergangenheit.

Wie die dpa aus dem Innenministerium erfuhr, hatten Ermittler in München zwei Tschetschenen mit russischer Staatsbürgerschaft kontrolliert. Diese hätten in der vergangenen Nacht im Auftrag einer thüringischen Sicherheitsfirma bei einem Asylbewerberheim gearbeitet. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks wurden bei zwei Durchsuchungen im Großraum München zwei Personen festgenommen. Laut Münchner Merkur wurde eine Person in Allach angetroffen.

Verdächtige seien befragt worden, Festnahmen habe es allerdings nicht gegeben, sagte eine LKA-Sprecherin. „Es gibt keinen Haftbefehl.“ Hauptverdächtig sei ein 28-jähriger Tschetschene mit russischem Pass, der als Asylbewerber im thüringischen Suhl lebe. Er wurde laut LKA in Suhl angetroffen und vernommen. Auch die anderen Verdächtigen - zehn Männer und drei Frauen im Alter zwischen 21 und 31 Jahren - lebten als Asylsuchende in Deutschland.

Der Hauptverdächtige soll beabsichtigt haben, sich der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Syrien anzuschließen. Der Verdacht auf Sprengstoff in einer Unterkunft in Thüringen bestätigte sich nicht. Ein weißes Pulver wurde untersucht. Laut LKA handelte es sich um Maismehl.

In München kontrollierten Ermittler nach Angaben des Innenministeriums zwei Tschetschenen, die im Auftrag einer thüringischen Sicherheitsfirma in einem Asylbewerberheim arbeiteten.

Sichergestellt wurden bei den Durchsuchungen Laptops, Handys, Festplatten, USB-Sticks und Bank-Unterlagen, wie Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) berichtete. Das Material werde nun ausgewertet. Der Minister sprach von einem erfolgreichen Einsatz mit 400 beteiligten Polizisten.

Anti-Terror-Einsätze der Polizei in Thüringen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Gera besteht der Verdacht, dass Geld zur Terrorfinanzierung ins Ausland transferiert werden sollte. Zur Höhe der Beträge machte ihr Sprecher keine Angaben. Gegen den Hauptverdächtigen ermittelt die Staatsanwaltschaft seit der zweiten Jahreshälfte 2015 wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Nach LKA-Angaben stand Thüringen im Mittelpunkt der Durchsuchungen. Demnach gab es Einsätze in Arnstadt, Suhl, Jena, Leinefelde, Hildburghausen, Schmalkalden und Weimar.

dpa

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