Reaktion auf politische Single

Nach Anti-AfD-Song: Jennifer Rostock erhält Hass-Brief

München - Die Band Jennifer Rostock überraschte vor Kurzem mit einer neuen Single, in der sie die AfD kritisiert. Prompt folgte die Reaktion eines AfD-Wählers: Er schrieb der Frontsängerin einen bösen Hassbrief.

"Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber" - so lautet der Refrain der neusten Single der Band Jennifer Rostock. Der Song richtet sich gezielt an all diejenigen, die vorhaben, bei der Landtagswahl am Sonntag in Mecklenburg-Vorpommern die AfD zu wählen. Für die Usedomer Band steht fest: Die rechtspopulistische Partei darf keine Alternative an der Wahlurnesein.

Während viele die neue Single für ihre politischen Texte loben, hagelt es selbstverständlich auch Kritik - vor allem aus den Reihen der AfD-Anhänger. Ein Wähler ging nun sogar so weit, dass er der Frontsängerin der Band, Jennifer Weist, einen bitterbösen Hassbrief in den Briefkasten steckte. "Genau wegen solcher Schlampen wie dir wähle ich Afd!!!!!!!!!!!!!!!!!!" steht auf dem Zettel. Außerdem wird Kanzlerin Merkel wird aufs Übelste beschimpft. Der Sängerin selbst wird unterstellt, sie habe keine Ahnung von Politik, wolle aber trotzdem immer mitreden.

"Alles, was strafrechtlich relevant ist, wird von uns verfolgt"

Jennifer Weist postete den Brief auf ihrer eigenen Facebook-Seite. Sie schreibt dazu: "Es reicht ja nicht, dass diese ganzen Idioten sich schon im Internet unter einem Pseudonamen verstecken, wenn sie ihre rechte Scheiße verbreiten. Jetzt auch noch sowas". Weist richtet sich gezielt an denjenigen, der den Hassbrief an sie verfasst hat: "Willst du mir Angst machen?", fragt sie. "Versuchst du mich oder uns mundtot zu kriegen mit diesem kleinen Zettel??? Klingel doch das nächste mal einfach und versteck dich nicht hinten einem Blatt Papier".

Weists Worte sind deutlich, auch ihre Follower stimmen ihr zu: "Dieses Blatt Papier bestätigt doch eure Arbeit! Auf jede Aktion folgt auch Reaktion, du hast genau das Pack erreicht", schreibt ein User. Ein anderer meint: "Glückwunsch an diese Person. Hast dich wirklich schön lächerlich gemacht. Typisch AfD Wähler."

Im Gespräch mit dem Onlinemagazin bento.de sprachen die Bandmitglieder von Jennifer Rostock deutliche Worte: "Das ist nicht unser erster Shitstorm und sicherlich auch nicht unser letzter. Wenn Jennifer in ihrem Briefkasten Drohungen auffindet, ist das allerdings etwas anderes. Alles, was strafrechtlich relevant ist, wird von uns deshalb verfolgt. Wir wollen nicht hinnehmen, dass Hetze und Gewalt selbstverständlich werden".

sb

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook

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