Er nahm sie schon einmal aufs Korn

Merkel als Buddha? Experte empfiehlt kuriose Wahlwerbung

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Peter John Mahrenholz.

Berlin - Der Zuschauer staunte nicht schlecht, als in den „Tagesthemen“ ein Werbeexperte zu Wort kam, der Angela Merkel einst mit einer „Struwelpeter“-Frisur ärgerte. 15 Jahre später sorgt er für den nächsten Vorschlag - nicht minder kurios.

„Lust auf eine neue Frisur? Dann mieten Sie sich ein Cabrio“, heißt ein bekannter Slogan, mit dem der Autovermieter Sixt einst in einer Zeitungsanzeige warb. Darauf ist Angela Merkel zu sehen. Einmal mit recht biederer Frisur, auf dem Bild daneben wie ein „Struwelpeter“.

Sixt-Werbung mit Angela Merkel aus dem Jahr 2001.

Es war das Jahr 2001 und Sixt schon damals dafür bekannt, Prominente für eigene Zwecke aufs Korn zu nehmen. Die CDU wollte den Vorgang nicht näher kommentieren. "Wir sehen das gelassen", sagte ein Sprecher seinerzeit lediglich. Das musste man nicht unbedingt glauben, heute darf man es wohl. Denn die Agentur Jung von Matt, die für den damaligen Spruch zuständig war, fährt nun Merkels Wahlkampfkampagne.

Ein Elefant kann schnell auch als Träge gelten

Peter John Mahrenholz war damals Strategiechef bei Jung von Matt. In den Tagesthemen am Montagabend soll er erklären, worauf es ankommt und schließlich: Wie Merkels neuer Look aussehen könnte. „Das Bild, was sich mir im Moment zeigt, ist das von Angela Merkel als Buddha: Sehr ruhig, sehr gelassen, sitzend, vielleicht behäbig, auf jeden Fall aber weise, mit großer Gelassenheit und Zuversicht ausstrahlend.“ 

Wie ein Buddha? Kanzlerin Angela Merkel.

Moderator Ingo Zamperoni vergleicht das imaginäre Bild sogleich mit einem Wahlplakat Helmut Kohls aus dem Jahr 1998. Es zeigt einen zufriedenen Elefanten, der aus Kohls Lieblingssee steigt. Slogan: „Keep Kohl“. Eine vergleichbare Metapher für Merkels Gelassenheit sollten sich die Strategen noch einmal überlegen. Kohl verlor die Wahl damals - ein Elefant kann schnell auch als Träge gelten.

„Struwelpeter“ oder Buddha?

Mittlerweile ist Mahrenholz Geschäftsführer der Werbeagentur Berlin Strategy Lab. Sein Tipp: Merkels Ziel müsse sein, die Kluft zwischen Wählern und Gewählten zu verringern. „Die Sprache der Politik und Frau Merkel erreicht die Menschen nicht mehr.“ Schwierig könnte für sie zudem werden, das konservative Profil der CDU zu schärfen „aber auch zu ihrer humanitären Flüchtlingspolitik zu stehen“. Welche Wähler sollen Merkel also diesmal zur Kanzlerin küren? „Konservative Wähler könnten fremdeln, aber andere wählen sie jetzt erstmals, weil sie ein Garant für Stabilität in diesen Zeiten ist“, vermutet Mahrenholz.

„Struwelpeter“ oder Buddha: Wir sind gespannt, was sich die Strategen für die Bundestagswahl 2017 ausdenken werden.

mke

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