"Warum ich nicht mehr schweigen will"

CDU-Politikerin erhebt schwere Sexismus-Vorwürfe gegen ihre Partei

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Die Berliner CDU-Politikerin Jenna Behrends blickt am 23.09.2016 in Berlin in die Kamera der Fotografin.

Berlin -  Sie sei eine "große süße Maus" und habe sich hochgeschlafen: In einem offenen Brief schildert die Berliner CDU-Politikerin Jenna Behrends (26) den Sexismus, den sie in ihrer Partei erlebe.

Die Berliner CDU-Politikerin Jenna Behrends hat Sexismus-Vorwürfe gegen ihre Partei erhoben. „Warum ich nicht mehr über den Sexismus in meiner Partei schweigen will“, schrieb Behrends am Freitag in einem Beitrag für das Online-Magazin „Edition F“. Immer wieder sei sie mit Gerüchten konfrontiert worden, sie würde sich nur hochschlafen.

„Die junge Frau, die ständig mit den Gerüchten um ihre angeblichen Affären konfrontiert wird, die gibt es in echt“, beklagt Behrends. Auf einem Parteitag sei sie als „große süße Maus“ bezeichnet worden. Einen Parteikollege soll einen anderen demnach gefragt haben: „Fickst du die?“

Jenna Behrends: Frauen halten zu wenig zusammen

Behrends, Jahrgang 1990, ist am vergangenen Sonntag für die CDU in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gewählt worden, die Volksvertretung auf Ebene der Berliner Bezirke. 2015 war sie in die Partei eingetreten. In ihrem Text kritisierte Behrends den fehlenden Zusammenhalt von Frauen innerhalb der Partei, sie soll als „nimmersatte Karrieristin“ bezeichnet worden sein. Gleichzeitig erklärte sie, dass Politik zu wichtig sei, „um sie hauptsächlich alten Männern zu überlassen“.

Berliner CDU-Chef ist "enttäuscht"

Der Berliner CDU-Chef Frank Henkel zeigte sich verwundert und „auch ein bisschen enttäuscht über Inhalt und Stil dieses offenen Briefes“. Die CDU Mitte, für die Behrends nun auch in der BVV sitzt, hätte Quereinsteigern immer wieder eine Chance gegeben, erklärte Henkel in einer Mitteilung. „Wenn sich Frau Behrends mit mir austauschen will, steht ihr meine Tür wie jedem anderen Mitglied meines Kreisverbandes für ein Gespräch offen.“ Die Bundes-CDU wollte die Vorwürfe auf Nachfrage nicht kommentieren.

dpa

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