Heuer findet sie in Deutschland statt

Bilderberg-Konferenz startet: Das steckt hinter dem mysteriösen Treffen

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Die Dresdner protestieren gegen die Bilderberg-Konferenz.

Dresden - Diese Woche soll es so weit sein: Die Bilderberg-Gruppe trifft sich zu ihrer jährlichen Konferenz. Der Ort soll auch bekannt sein. Er liegt in Deutschland.

Jedes Jahr trifft sich die Gruppe der Bilderberger, um auf einer Konferenz über die wichtigen Themen in der Weltpolitik zu diskutieren. Bekannt ist die Bilderberg-Konferenz vor allem bei Verschwörungstheoretikern, die bei dem Zusammentreffen die wahre Weltregierung, sogar eine Weltdiktatur sehen wollen. Fakt ist: Seit 1954 treffen sich 100 bis 150 hochrangige Vertreter von Politik, Wirtschaft und Finanzwelt aus Westeuropa und Nordamerika an wechselnden Orten. Dieses Jahr findet die Konferenz in Dresden statt, wie vor kurzem bekannt wurde.

Im Gegensatz zu offiziellen Treffen, wie dem G7-Gipfel, werden der Ort und die Teilnehmerliste erst kurz vor Beginn bekanntgegeben. Am Ende der Konferenz gibt die Gruppe keine Beschlüsse heraus, Journalisten oder sonstige Berichterstatter sind nicht zugelassen. Allerdings: So geheim ist die Gruppe wohl doch nicht, immerhin stehen auf der offiziellen Homepage die Themen, die die Teilnehmer zuletzt diskutierten. Im vergangenen Jahr trafen sich die Bilderberger im österreichischen Telfs und sprachen unter anderem über künstliche Intelligenz, Griechenland, Russland und die US-Wahlen.

Bilderberg-Konferenz entfremdet demokratische Grundprinzipien

Kritiker werfen der Bilderberg-Konferenz vor, dass ein "elitärer Zirkel" tage, der demokratischen Grundprinzipien entgegenstehe. Ein Prinzip, die Versammlungsfreiheit, hat nun die Stadt Dresden rund um den Tagungsort verboten. Demzufolge untersagt die Allgemeinverfügung für die Zeit vom 9. bis zum 12. Juni eine Menschenansammlung von mehr als 15 Personen in einem eng abgegrenzten Bereich in der historischen Altstadt.

In Dresden sind bereits zahlreiche Protestkundgebungen angekündigt, darunter von der rechtsextremen NPD und linken Gruppen. Dresden ist der erste Ort einer Bilderberg-Konferenz auf dem Gebiet des ehemaligen "Ostblocks".

Wie viel Einfluss haben die Bilderberger wirklich?

Die Bilderberg-Gruppe hat ihren Namen vom ersten Tagungsort. 1954 trafen sie sich erstmals. Das Ziel: ein enger, informeller Dialog zwischen Europa und Nordamerika, bei dem keine Beschlüsse, Resolutionen oder Abstimmungen getroffen werden.

Die Themen der ersten Konferenz: Die Haltung gegenüber Kommunismus und der Sowjetunion, die Haltung gegenüber ökonomischen Problemen und Einstellungen sowie die europäische Integration und eine gemeinsame Verteidigungsgemeinschaft.

Welchen Einfluss die Elite jedoch auf realpolitische Entscheidungen hat, ist aufgrund der geheimen Tagung unklar. Dies lässt viel Raum für Spekulationen und Theorien. Ein Indiz für die Macht: Schon 1955 stand die Wiedervereinigung Deutschlands auf der Agenda.

Wer bei den Bilderberg-Konferenzen teilnimmt

Transparent ist hingegen der leitende Ausschuss. Als Vorsitzender nennt die Homepage den französischen Manager und Axa-Vorstandsvorsitzender Henri de Castries.

Weitere bekannte Mitglieder: Paul Achleitner von der Deutschen Bank, der ehemalige EU-Kommissions-Chef José Barroso, Airbus-Chef Thomas Enders sowie der Chef von der US-Bank Goldman Sachs.

ms

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