Undiplomatischer Außenminister

Briten diskutieren über Johnsons "Prosecco-Beleidigung"

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Immer für ungewöhnliche Ansichten gut: der britische Außenminister Boris Johnson. Foto: Olivier Hoslet

Großbritanniens Außenminister Boris Johnson glaubt offenbar, er könne Italien mit dem Hinweis auf drohende Rückgänge beim Prosecco-Export zu Zugeständnissen im Brexit-Verfahren bewegen. EU-Politiker schütteln darüber nur noch den Kopf.

London (dpa) - Der britische Außenminister Boris Johnson ist bekannt für flapsige Äußerungen. Dass dies nicht unbedingt ein Vorzug von Chefdiplomaten ist, dämmerte den Briten schon seit seiner Ernennung zum Außenamtschef. Nun ist er wegen einer Äußerung zu Italiens Prosecco-Exporten in der Kritik.

Johnson soll den italienischen Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Carlo Calenda, vor einem Einbruch der italienischen Prosecco-Absätze gewarnt haben, sollte die EU Großbritannien keinen freien Zugang zum EU-Binnenmarkt gewähren.

Das sagte Calenda dem US-Sender Bloomberg-TV am Mittwoch und fügte hinzu, er habe die Äußerungen als "etwas beleidigend" empfunden. Calenda konterte eigenen Angaben zufolge damit, Großbritannien verliere dann im Export von Fish and Chips.

Aus Kreisen des britischen Außenministeriums verlautete der BBC zufolge, die Bemerkung über die Prosecco-Exporte seien nicht als Beleidigung gemeint gewesen, sondern Teil einer "konstruktiven" Diskussion. Der britische Außenminister vertritt die Auffassung, dass sein Land Zugang zum Binnenmarkt behalten könne, ohne die Arbeitnehmerfreizügigkeit für EU-Bürger akzeptieren zu müssen.

Diese Haltung, die bei seinen Landsleuten verfangen mag, trifft bei EU-Politikern auf Unverständnis. Der niederländische Finanzminister und Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem bezeichnete Johnsons Haltung im BBC-Fernsehen als "intellektuell unmöglich".

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