"Alterssicherungsbericht 2016"

Bundesregierung warnt vor drohender Altersarmut

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Viele Bürger sind finanziell nicht ausreichend für ihren Ruhestand abgesichert. 

Berlin - Die Rente allein wird wohl für viele nicht ausreichen. Die Bundesregierung warnt die Bürger vor unzureichender eigener Altersvorsorge. Eine Rentenreform tut Not.

Das Versorgungsniveau zukünftigen Rentner werde "ohne zusätzliche Altersvorsorge in den kommenden Jahren deutlich zurückgehen", warnte die Bundesregierung nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" in ihrem "Alterssicherungsbericht 2016". "Ein erhebliches Risiko" bestehe vor allem für Geringverdiener. "Wird in diesem Einkommensbereich nicht zusätzlich für das Alter vorgesorgt, steigt das Risiko der Bedürftigkeit im Alter stark an", zitiert das Blatt aus der Regierungsanalyse.

Aus dem Dokument geht der Zeitung zufolge hervor, dass die gesetzliche Rente immer noch die größte Bedeutung für die Versorgung alter Menschen hat. Drei Viertel aller an die Generation ab 65 gezahlten Altersleistungen stammen demnach aus der Rentenkasse. Viele haben aber Zusatzeinkünfte, knapp ein Drittel zum Beispiel aus der betrieblichen Altersvorsorge, andere aus privaten Versicherungen, Zinseinkünften oder Vermietungseinnahmen.

Rentenreform gefordert

Die Rentenerhöhung 2017 wird nach einem Zeitungsbericht deutlich geringer ausfallen als in diesem Jahr. "Nach derzeitiger Datenlage ergibt sich eine Erhöhung der Renten ab Juli 2017 um 2,3 Prozent (West) und 2,58 Prozent (Ost)", zitiert die Oldenburger "Nordwest-Zeitung" aus dem Haushaltsplan der Deutschen Rentenversicherung Bund. Über das Zahlenwerk berät ihren Angaben zufolge an diesem Mittwoch das Bundeskabinett. Die Renten waren zum 1. Juli um 4,25 Prozent im Westen und 5,95 Prozent im Osten gestiegen - so stark wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr.

Die Parteien halten aber angesichts der Alterung der Gesellschaft eine Rentenreform für nötig. Die Führungen der Unionsparteien wollen darüber am Freitag beraten. Gegen die CSU-Forderung nach einer Ausweitung der Mütterrente gib es in der CDU aber Widerstand. Sowohl der Vorsitzende der CDU-Arbeitnehmerschaft (CDA), Karl-Josef Laumann, als auch der Chef der Mittelstandsvereinigung, Carsten Linnemann, sprachen sich in der "Welt" dagegen aus. Die CSU will die Mütterrente für Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, um einen Rentenpunkt erhöhen und damit anderen Frauen gleichstellen. Dies kostet nach Berechnungen des Arbeitsministeriums etwa 6,5 bis 7 Milliarden Euro im Jahr.

Die Gewerkschaften dringen auf einen grundlegenden Kurswechsel. "Wir sollten die Riester-Rente auslaufen lassen und die betriebliche Altersversorgung stärken", sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann der "Augsburger Allgemeinen". Es sei "ein gewaltiger sozialer Konfliktstoff, wenn die Menschen den Eindruck haben, immer mehr in die Rente einzuzahlen, aber immer weniger rauszubekommen."

dpa

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