... und wie die Deutschen leben

Datenreport 2016: Die Wahrheit über Migranten in Deutschland

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Ob Gastarbeiter oder Flüchtling: Bildung ist der entscheidende Faktor bei der Integration von Migranten.

München - Eine Studie des Statistischen Bundesamtes zeigt: Bildung hat Einfluss auf alle Lebensphasen. Die tz stellt die wichtigsten Aussagen des Datenreport 2016 vor – die Wahrheit über Migranten in Deutschland:

Es ist eine Binsenweisheit, dass Integration nur über gute Bildung funktioniert. Doch jetzt belegt der Sozialbericht für die Bundesrepublik, wie wichtig Bildung für die Integration von Migranten ist. „Der Einfluss der Bildung zieht sich durch alle Lebensphasen, selbst beim Armutsrisiko im Alter schneiden die Migrantengruppen mit eher unterdurchschnittlicher Bildung vergleichsweise deutlich schlechter ab. Investitionen in Bildung und Ausbildung lohnen sich“, erklärt Sibylle von Oppeln-Bronikowski vom Statistischen Bundesamt. Die tz stellt die wichtigsten Aussagen des Datenreport 2016 vor – die Wahrheit über Migranten in Deutschland:

* Jeder Fünfte mit Migrationshintergrund: Fast 17 Millionen Menschen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund – das sind etwa 20 Prozent der Bevölkerung.

* Migranten sind jünger: Im Schnitt sind die in Deutschland lebenden Migranten 35,4 Jahre alt – und damit deutlich jünger als Menschen ohne Migrationshintergrund (46,8 Jahre).

* Erwerbstätigkeit: Gut zwei Drittel (65 Prozent) der 15- bis 64-Jährigen mit Migrationshintergrund sind erwerbstätig. Hier ist der Anteil deutlich niedriger als der bei Menschen ohne Migrationshintergrund. Von ihnen sind 76 Prozent erwerbstätig. Besonders groß sind die Unterschiede bei den Frauen: 37 Prozent aller Frauen mit Migrationshintergrund stehen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Bei Frauen ohne Migrationshintergrund sind es 24 Prozent.

* Bildung entscheidet: zehn Prozent der erwerbslosen Migranten hat keinen berufsqualifizierenden Abschluss (ohne Migrationshintergrund: elf Prozent). Insgesamt verfügen 35 Prozent der Bevölkerung mit Migrationshintergrund über keinen berufsqualifizierenden Abschluss (ohne Migrationshintergrund: neun Prozent).

* Geringere Einkommen:  Der monatliche Nettoverdienst von Menschen mit Migrationshintergrund liegt bei durchschnittlich rund 2001 Euro (ohne Migrationshintergrund 234 Euro mehr). Auch hier ist die Bildung der entscheidende Faktor: Der Unterschied zwischen einem niedrigen und einem mittlerem Bildungsabschluss beträgt bei Migranten 272 Euro (ohne Migrationshintergrund: 311 Euro), zwischen einem mittleren und hohen Bildungsabschluss rund 683 Euro (ohne Migrationshintergrund: 963 Euro).

* Alt und arm: 4,1 Millionen Migranten sind über 50 Jahre alt. Knapp ein Viertel der 50- bis 64-Jährigen und gut ein Drittel der über 65-Jährigen gelten als armutsgefährdet. Ein Hauptgrund: Ein Viertel der unter 65-Jährigen bezieht bereits eine Rente, meist eine Erwerbsminderungsrente.

* Öfter krank: Ab einem Alter von 45 Jahren sind Migranten häufiger krank als die Mehrheitsbevölkerung, ältere Migrantinnen sind häufiger stark übergewichtig.

* Zufriedenheit: Trotz allem: Migranten sind mit ihrem Leben zufriedener als die Mehrheitsbevölkerung. Für die Zukunft erwarten Migranten eine Lebenszufriedenheit von 7,6 auf einer Skala bis zehn (ohne Migrationshintergrund: rund sieben).

So leben die Deutschen

Im Datenreport 2016 geht es nicht nur um Migranten – auch über die Gesamtbevölkerung kann man einiges erfahren:

* Wir werden immer mehr: 1950 lebten in Ost und West 69,3 Millionen Menschen, 2014 waren es 81,2 Millionen.

* Voller Westen, leerer Osten: Die Entwicklung der Bevölkerung ist dabei in Ost und West völlig gegensätzlich. 1950 lebten 50,9 Millionen Menschen in der Bundesrepublik und 18,4 Millionen in der DDR. Mittlerweile leben im Westen 65,2 Millionen und im Osten 12,5 Millionen.

* Berlin-Boom bleibt aus: In Berlin wohnen heute kaum mehr Menschen als nach der Wende. 1990 waren es 3,43 Millionen Menschen, heute sind es 3,47 Millionen.

* Enge Stadtstaaten:  In der Bundesrepublik leben 227 Menschen auf jedem der 357 000 Quadratkilometer. Am engsten geht es in den Stadtstaaten zu: In Berlin tummeln sich 3891 Einwohner auf dem Quadratkilometer. Doch auch zwischen den Flächenstaaten sind die Unterschiede groß. Am dichtesten besiedelt ist Nordrhein-Westfalen (517 Einwohner/km²), am wenigsten ist in Mecklenburg-Vorpommern los (69/km²). In Bayern leben 180 Menschen auf dieser Fläche – weniger als im Bundesschnitt.

* München ist voll: Bayerns Landeshauptstadt platzt aus allen Nähten – das bestätigt jetzt auch das Statistische Bundesamt. 4601 Einwohner tummeln sich auf jedem Quadratkilometer. Berlin findet sich auf Platz zwei (3891/km²). Auf Platz drei folgt dann aber Herne (3007/km²). Hamburg rangiert nur auf Rang 15 (2334/km²) – obwohl die Hansestadt mehr Einwohner als München hat.

* Leben und sterben: Seit 1972 sterben in Deutschland Jahr für Jahr mehr Menschen als geboren werden. Im Jahr 2014 lag die Zahl der Gestrobenen um 153 000 höher als die Zahl der lebend geborenen Babys.

* Mit 30 ein Kind: Das durchschnittliche Alter der Mutter beim ersten Kind ist 30 Jahre. Über die Hälfte der Mütter war bei ihrer ersten Geburt zwischen 26 und 33 Jahre alt. Drei Prozent der ersten Geburten entfielen auf Frauen über 40 Jahren.

* Mehrlinge im Trend:  13 000 Mehrlingsgeburten registrierten die Statistiker für 2014 – 1,9 Prozent von allen Geburten. Bei 98 Prozent handelte es sich um Zwillinge. 282- mal kamen Drillinge zur Welt, elfmal Vierlinge.

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Kommentare

MarthaHilmer
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Altere Migrantinnen sind übergewichtig, aha. Im Schnitt sind sie zufriedener als Deutsche, aha. Vielen Dank für diese Nachrichten, sehr wichtige Informationen. Was hört der Deutsche ? Arbeiten bis 70. Alternative = AfD

Otto Berger
(0)(0)

Und was sagt uns dieser Vergleich? Daß emorme Kosten auf den Steuerzahler zukommen und die Rente immer weniger wird. Daß die Migranten zufriedener mit den gebotenen Umständen sind dürften ist klar. Aber die Unzufriedenheit wird weiter wachsen, die Einsicht daß man mit Gewalt alles erreichen kann wird zunehmen. Ansetzen muß man bei diesen Punkten. Die Bereitschaft zur geregelten Arbeitsaufnahme wird sinken weil man zu viel Unterstützung fürs Nichtstun bekommt. Jedenfalls mehr als so mancher Deutscher Altrentner der mit 15 Jahren ins damals harte Arbeitsleben eingegliedert wurde! Wenn man dann die Grundsicherungsrente heranzieht dürfte die Zufriedenheit bei Migranten weiter ansteigen!