Eine gewachsene Männer-Feindschaft

Trump und Obama - Chronik einer gegenseitigen Abneigung

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Ganz und gar nicht auf einer Wellenlänge: Zwischen Donald Trump (l.) und Barack Obama flogen in der Vergangenheit die Giftpfeile hin und her.

Washington - Donald Trump folgt im Weißen Haus auf Barack Obama. Zwischen den beiden Politikern hat es in der Vergangenheit häufiger gekracht. Wir listen die Fehden auf.

Update vom 16. November 2016: Der scheidende US-Präsident Barack Obama befindet sich auf Abschiedsreise durch Europa. Am Mittwochnachmittag landet er in der deutschen Hauptstadt, wo er Kanzlerin Angela Merkel treffen wird. Wir berichten im News-Ticker über den Berlin-Besuch von Barack Obama.

Der scheidende US-Präsident Barack Obama verspricht nach dem Wahlsieg von Donald Trump eine reibungslose Machtübergabe, am Donnerstag empfing er seinen Nachfolger bereits im Weißen Haus. Im Wahlkampf hatten beide Männer allerdings keinen Hehl aus ihrer gegenseitigen Abneigung gemacht. Eine Auswahl der zwischen Trump und Obama hin- und hergeschossenen Giftpfeile:

Der Ursprung der Fehde

Trump war 2011 eine treibende Kraft hinter der Verschwörungstheorie zu Obamas Geburtsort. Die sogenannten Birther glauben, dass der erste afroamerikanische Staatschef nicht in den USA geboren wurde und damit gar nicht Präsident sein darf. Ein genervter Obama veröffentlichte schließlich seine Geburtsurkunde aus dem US-Bundesstaat Hawaii - und nahm sich Trump beim jährlichen Korrespondentendinner vor.

"Niemand ist glücklicher, niemand ist stolzer, die Sache mit der Geburtsurkunde endlich geklärt zu haben, als Donald", sagte Obama, während Trump mit grimmigem Blick im Publikum saß. "Denn nun kann er sich endlich wieder auf die bedeutenden Themen konzentrieren - etwa, ob wir die Mondlandung gefälscht haben."

Schlechtester Präsident der Geschichte

Als Obama eine mögliche Präsidentschaft Trumps im Juli als "beängstigend" bezeichnete, wartete der frisch gekürte republikanische Kandidat nicht lange mit einer Replik. "Ich glaube, Präsident Obama war einer der unwissendsten Präsidenten unserer Geschichte", sagte er. "Er war eine Katastrophe als Präsident. Er wird als einer der schlechtesten Präsidenten in die Geschichte unseres Landes eingehen."

Tauglichkeitszeugnis verweigert

Angesichts der kontroversen Äußerungen Trumps über Minderheiten nannte Obama den einstigen Reality-TV-Star im August "jämmerlich unvorbereitet" für das höchste Staatsamt. "Der republikanische Kandidat ist ungeeignet, als Präsident zu dienen", sagte der Demokrat.

Gründungsmythos der IS-Miliz

Bei einer Wahlkampfveranstaltung im August erklärte Trump, dass Obama die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gegründet habe. "Er ist der Gründer des IS", sagte der Milliardär. "Und ich würde sagen, die Mitgründerin ist die schurkige Hillary Clinton."

Auf Nachfrage bekräftigte Trump, er habe nicht nur gemeint, dass Obama mit seiner Außenpolitik den Aufstieg der Dschihadisten begünstigt habe. "Nein, ich habe gemeint, dass er der Gründer des IS ist", sagte er. "Er ist ihr wichtigster Spieler."

Schluss mit dem Gejammere

Trump beklagte im Herbst wiederholt, dass die Wahl zu seinen Ungunsten manipuliert werde. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Italiens Regierungschef Matteo Renzi fand Obama dafür klare Worte: "Das Gejammere beginnt, bevor das Spiel vorbei ist?", sagte der Präsident. "Ich rate Herrn Trump, dass er mit seinem Gejammere aufhört und stattdessen für seine Sache wirbt, um Wähler zu gewinnen."

Katastrophenalarm bei Obamacare

Bei Obamas Gesundheitsreform schwillt Republikanern gewöhnlich der Kamm, auch bei Trump ist das nicht anders. "Obamacare wird niemals funktionieren", sagte er bei der zweiten Präsidentschaftsdebatte im Oktober. Die Kosten seien zu hoch, für die Versicherten und für das ganze Land. "Obamacare ist eine totale Katastrophe." Trump will das Gesetz, das Millionen Menschen eine Krankenversicherung ermöglichte, nach seinem Amtsantritt rückgängig machen.

Trumps Twitter-Tiraden

Während des gesamten Wahlkampfes bewies Trump ein enormes Mitteilungsbedürfnis über den Onlinedienst Twitter, gerne auch zu nächtlicher Stunde. Mit seinen ungefilterten Botschaften sorgte der Immobilientycoon ein ums andere Mal für Verwunderung und gar Empörung - etwa mit seinem Aufruf, ein angebliches Sexvideo einer früheren Miss Universe zu schauen, die ihn kritisiert hatte.

"Am Wochenende hat sein Wahlkampfteam ihm sein Twitter-Konto weggenommen", spottete Obama vor einigen Wochen und bezog sich dabei auf Medienberichte. "Wenn deine engsten Berater dir nicht mit Twitter trauen, wie können wir ihm mit den Zugangscodes zu den Atomwaffen trauen?"

afp

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