Von Konzerten ausgeladen

"Eagles of Death Metal"-Sänger: Wirbel um Islam-Kritik

+
"Eagles of Death Metal"-Sänger Jesse Hughes.

Paris - Mit einem Interview zum "Bataclan"-Terror sorgt "Eagles of Death Metal"-Frontmann Jesse Hughes für Wirbel: "Islam ist das Problem und Political Correctness bringt uns um."

Er kam beim Anschlag im Pariser Konzertsaal "Bataclan" nur knapp mit dem Leben davon. Jesse Hughes, Sänger der Band "Eagles of Death Metal" stand auf der Bühne, als islamistische Terrotisten das Feuer auf die Konzertbesucher eröffneten. 89 seiner Fans wurden an diesem Abend ermordet. In einem aufsehenerregenden Interview mit dem libertären Magazin "Takimag" sprach er nun über den Anschlag. Seine Erinnerungen wirken erschreckend. "Im Krankenhaus wurden mir Splitter von menschlichen Zähnen und Knochen aus dem Gesicht gezogen." Einem Mädchen neben ihm sei der Kopf weggeschossen worden.

Aber es sind nicht die grausigen Darstellungen des Terroranschlags, sondern die politische Deutung des Überfalls, die hohe Wellen schlägt. So hoch, dass zwei Konzerte der "Eagles of Death Metal" auf Sommer-Festivals in Frankreich abgesagt wurden.

Was also sagte Hughes, das ihn, den Überlebenden des Terroranschlags von Paris, nun zur Persona non grata machte? Das Magazin Takimag fasst den Tenor folgendermaßen zusammen: "Islam ist das Problem und Political Correctness bringt uns im wahrsten Sinne des Wortes um."

In der Tat ist politische Korrektheit nicht die Sache von Jesse Hughes, der Mitglied der US-Waffenlobby NRA ist und den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump unterstützt. 

Interview zu Bataclan-Asnchlägen: Diese Aussagen des Frontmanns der "Eagles of Death Metal" sorgen für Wirbel" 

Bereits im März beschuldigte Hughes den Sicherheitsdienst des Bataclan in einem Interview, an den Anschlägen maßgeblich beteiligt gewesen zu sein. Sie sollen Terroristen ins Bataclan gelassen haben. Gegenüber Takimag haut er in dieselbe Kerbe. "Da gab es zwei Mädchen, die beteiligt waren. Sie waren am Veranstaltungsort und sie verschwanden, bevor die Schießerei begann, und diese Frauen trugen traditionelle muslimische Gewänder. Sie wussten, dass die Leute sie nicht überprüfen würden, wegen der Art, wie sie gekleidet waren. Sie wurden ein paar Tage später gefasst."

Zudem will Jesse Hughes schon vor dem Anschlag im Bataclan Salah Abdeslam gesehen haben, den Hauptverdächtigen der Terrorattacken von Paris:

"Ich erinnere mich, dass einer von denen meinen Kumpel anstarrte. Ich habe das lediglich auf die arabische Missgunst geschoben. Weißt du, was ich meine? Wenn ein Muslim einen anmaßenden amerikanischen Kerl mit Tattoos sieht, starrt er ihn an. Später ist mir klar geworden, dass das Abdeslam war. Und er starrte meinen Kumpel an, weil er dachte, er sei eine Gefahr. Man kann nicht leugnen, dass die Terroristen bereits vor der Show drinnen waren, irgendwie mussten sie ja reinkommen. Während der Schießerei bin ich raus gegangen und die Backstage-Tür war offen. Wie konnte das geschehen?“

Außerdem behauptet der Sänger, er habe am Abend der Anschläge in Paris feiernde Muslime auf den Straßen gesehen: "Ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen. In Echtzeit! Woher wussten die, was los ist? Es muss eine Form von Koordination gegeben haben."

"Eagles of Death Metal"-Frontmann: Die Furcht, Muslime zu beleidigen, ist die größte Waffe der Terroristen

Die Schlussfolgerung des Sängers: Die Furcht, Muslime zu beleidigen, ist die größte Waffe der Terroristen. Kritik am Islam gelte als Rassismus. Für ihn ist das unverständlich. "Was hat Glaube mit Rassismus zu tun? Ersetze das Wort 'Islam' mit 'Kommunismus'. Es ist eine Ideologie. So wie die Rosenbergs nukleare Geheimnisse aus dem Inneren Amerikas verraten konnten, können muslimische Terroristen uns von innen attackieren." (Anm. d. Red. Das Ehepaar Ethel und Julius Rosenberg gab während des Zweiten Weltkrieges geheime Unterlagen über den Bau der US-Atombombe an die Sowjetunion weiter.) Für Jesse Hughes ist klar: "Heutzutage ist es schon richtig, wenn wir Muslimen gegenüber wachsam sind."

Allerdings meint Jesse Hughes, dass die Diskussion in Europa durch die Macht des arabischen Geldes manipuliert werde. Bei vielen Fußballspielen sehe man Werbung für die Airline "United Arab Emirates". Viele Hollywoodfilme würden mit arabischem Geld gedreht. Hughes: "George Clooney küsst den Arsch der Araber nicht ohne Grund." Die Bösewichter in Hollywoodfilmen sind kaum muslimische Terroristen, sondern konservative, christliche Rednecks, die mittlerweile für alles verantwortlich gemacht werden, sogar für die globale Erwärmung."

Der Frontmann der "Eagles of Death Metal" zeigt sich auch entsetzt über die Reaktionen auf den islamistischen Anschlag. "Ich lief durch Paris und war angewidert vom Ausbleiben des Zorns. Man verurteilte nicht den Islam. Tatsächlich gaben viele den Juden die Schuld. Sie schienen besorgter zu sein, dass Fremdenhass gefördert werden könnte, als die Terroristen zu verurteilen."

Für Jesse Hughes ist klar: Der Vorwurf der Islamophobie wird von den Islamisten benutzt, um die Öffentlichkeit ruhig zu stellen und die Menschen zu einer leichten Beute zu machen.

Nach dem Interview: "Eagles of Death Metal" dürfen nicht auf französische Festivals

Zwei französische Festivals haben mittlerweile ihre Konsequenzen aus dem Interview gezogen. Das "Rock en Seine" und das "Cabaret Vert" distanzieren sich klar von den Aussagen Hughes'. Sie haben die "Eagles of Death Metal" ausgeladen. 

Nach dem kontroversen Interview tobt nun die Diskussion. "Bei so einem Idioten gehen unsere Kinder ins Konzert, um sich von Terroristen abschießen zu lassen", kommentiert ein Journalist des französischen Magazins "L’Obs"

Es gibt aber auch Kritik an der Ausladung der "Eagles of Death Metal". "Die Absage ist ein neuer Tiefpunkt in der politischen Aufbereitung der islamistischen Terroranschläge von Paris", meint etwa Autor Matthias Heitmann im renommierten politischen Debattenmagazin "Cicero". Man müsse den Äußerungen von Jese Hughes wirklich nicht zustimmen. Aber: "Man hat zuweilen das Gefühl, die entschiedene Ablehnung dieser politischen Positionierung des Leadsängers sei wichtiger als die Notwendigkeit, Meinungs- und Redefreiheit gegenüber islamistischen Terroristen zu verteidigen." Für Heitmann kommt die Ausladung der Eagles of Death Metal "einer nachträglichen Aufwertung derer gleich, die sie damals zum Schweigen bringen wollten".

fro

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Bundespräsidentenwahl 2016 in Österreich: Die letzten Umfragen und Prognosen
Bundespräsidentenwahl 2016 in Österreich: Die letzten Umfragen und Prognosen
Renzi kündigt nach klarer Niederlage Rücktritt an
Renzi kündigt nach klarer Niederlage Rücktritt an
Heftiger Schlagabtausch zwischen Hofer und Van der Bellen
Heftiger Schlagabtausch zwischen Hofer und Van der Bellen
Hans Söllner nennt Seehofer und Hofer „Faschisten“ und „Nazi“
Hans Söllner nennt Seehofer und Hofer „Faschisten“ und „Nazi“

Kommentare