IQB-Bildungstrend 2015

Englisch und Deutsch: Bayerns Neuntklässler bundesweit die Besten

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Englischunterricht am Gymnasium: Wie im Fach Deutsch schneiden hier bayerische Schüler im Bundesdurchschnitt sehr gut ab.

München - Die bayerischen Neuntklässler haben bei bundesweiten Kompetenztests für Deutsch und Englisch erneut Spitzenplätze belegt. In drei der fünf Vergleiche belegen sie den ersten Rang.

In drei der fünf Untersuchungsbereiche (Ortografie Deutsch, Englisch Leseverstehen und Hörverstehen) belegte Bayern den ersten Platz. In zwei Kategorien (Deutsch Lesen und Zuhören) rangiert Bayern auf Platz drei. Getest wurden insgesamt mehr als 37.000 Mädchen und Jungen der 9. Klassen aller weiterführenden Schulen (ohne Förderschulen) an über 1700 Schulen, darunter mehr als 2000 Schüler aus 90 bayerischen Schulen.

Spannend sind auch viele Einzelergebnisse: So ist das bayerische Ergebnis bei der Rechtschreibung herausragend - in Bayern erreichen über 75 Prozent der Schüler so genannte Mindeststandards, nur 8,2 Prozent. Das zweitplazierte Sachsen (67,1 Prozent Mindeststandard oder besser) liegt weit dahinter. Das spiegelt wohl den hohen Stellenwert der Rechtschreibung im Schulunterricht wider.

Großer Geschlechterunterschied

Die IQB-Bildungstrend-Studie attestiert auch (erneut) einen großen Geschlechterunterschied. Mädchen sind vor allem im Fach Deutsch, aber auch in Englisch, deutlich besser. 70 Prozent derjenigen, die bei Orthografie in Deutsch den Mindeststandard verfehlen, sind Jungen. "Der zusätzliche Unterstützungsbedarf der Jungen scheint also im Fach Deutsch im Bereich Orthografie besonders groß zu sein", heißt es in der IQB-Studie.Insgesamt haben sich die Schüler der 9. Klassen in Deutschland im Fach Englisch „deutlich verbessert“, in Deutsch dagegen herrscht Stagnation. 

Als positiv heben die Bildungsminister hervor, dass bundesweit zwei von drei Schülern die Regelstandards in deutscher Orthografie (Rechtschreibung) schon ein Jahr vor dem Mittleren Schulabschluss schaffen. In Englisch hätten etwa vier von zehn Schülern diese frühzeitige Kompetenz. In diesem Fach seien in Ostdeutschland „große Fortschritte erzielt“ worden - obwohl vier dieser fünf Bundesländer bei der Englisch-Kompetenz Hörverständnis immer noch hinterherhinken.

Baden-Württemberg schwächelt im Vergleich

Nach Ländern geordnet, kommt das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) im Vergleich zum ersten Deutsch/Englisch-Test 2008/2009 zu diesem Ergebnis: Bayern bleibt bei Bildungserfolgen an der Spitze, Schleswig-Holstein ist neben Sachsen Aufsteiger, Baden-Württemberg schwächelt, Bremen und Berlin sind weiterhin oft Schlusslichter.

Es bleibe in Deutschland „eine wichtige Aufgabe, den Zusammenhang von Bildungserfolg und sozialer Herkunft zu reduzieren“, erklärte die KMK. Allerdings konnten immerhin im Deutsch-Kompetenzbereich Lesen die auf dem sozialen Hintergrund basierenden Unterschiede „bundesweit signifikant verringert“ werden.

Zudem seien die Kompetenzunterschiede zwischen Schülern mit und ohne Zuwanderungshintergrund im Fach Englisch reduziert worden und damit nun „deutlich geringer als im Fach Deutsch“. Hier müsse aber das sprachliche Lernpotenzial von Migrantenkindern besser ausgeschöpft werden, hieß es.

Soziale Integration gelingt „sehr gut“

In der Studie wurde auch untersucht, ob sich die Neuntklässler in ihrer Schule wohlfühlen. „Die Ergebnisse zeigen, dass das Zugehörigkeitsgefühl insgesamt hoch ausgeprägt ist“, und dies gelte für Schüler mit und ohne Migrationshintergrund, so das KMK-Fazit. Soziale Integration an deutschen Schulen gelinge also „sehr gut“.

Das IQB organisiert den Ländervergleich als regionale Ergänzung des internationalen PISA-Tests seit 2008. Diesmal nahmen gut 37.000 Mädchen und Jungen der 9. Jahrgangsstufe aus über 1700 deutschen Schulen teil, vor acht Jahren waren es ähnlich viele.

dpa

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