Proteste in Brüssel

EU-Staaten beraten über Neuzulassung von Glyphosat

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Hinweis auf den Wirkstoff Glyphosat auf einer Flasche mit Unkrautvernichtungs- und Pflanzenschutzmittel Roundup.

Brüssel - Über die Neuzulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat müssen an diesem Mittwoch Vertreter der 28 EU-Staaten beraten. Die Verhandlungen wurden von Protesten begleitet.

Unmittelbar vor der EU-Entscheidung über eine weitere Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat erhöht der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) noch einmal den Druck. In Berlin übergab die Umweltschutzorganisation am Mittwoch mehr als 142.000 Unterschriften an das Bundeslandwirtschaftsministerium, um die Wiederzulassung des umstrittenen Pflanzengifts im letzten Moment zu stoppen. Die BUND-Pestizidexpertin Heike Moldenhauer erklärte, ein deutsches Nein in Brüssel oder eine Enthaltung wären „ein klares Signal, dass mit diesem Gift etwas nicht stimmt“.

Vor dem Gebäude protestierten am Mittwochmorgen Demonstranten gegen eine mögliche Verlängerung der Zulassung. "Stop Glyphosat" war auf Plakaten zu lesen. Weitere Proteste waren für den frühen Nachmittag im Brüsseler Europaviertel geplant.

Eine Entscheidung zu Glyphosat wird nach Angaben von EU-Diplomaten erst für Donnerstag erwartet. Zunächst würden die einzelnen EU-Mitgliedstaaten ihre Positionen darlegen, hieß es.

Die Haltung der Bundesregierung war auch zu Verhandlungsbeginn weiter unklar. Agrarminister Christian Schmidt (CSU) ist für die weitere Zulassung, die SPD-Minister sind wegen möglicher Gesundheitsrisiken dagegen. Moldenhauer betonte, der Krebsverdacht sei nicht ausgeräumt. Aus dem Agrarministerium hieß es jedoch, die Befürchtungen der Umweltschützer würden nicht geteilt
Sollte es bis zu einer möglichen Abstimmung weiter bei diesem Patt bleiben, müsste sich Deutschland enthalten.

Die Zulassung für Glyphosat in der EU läuft Ende Juni aus. Die EU wollte bereits im März über eine Verlängerung entscheiden, verschob die Abstimmung wegen zu unterschiedlicher Meinungen jedoch.

Neue UN-Studie: Glyphosat doch nicht krebserregend?

dpa/afp

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