Hoffnungsträger für Präsidenten-Wahl

Frankreichs Polit-Jungstar Macron - Stoppt er Le Pen?

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Tritt er 2017 an? Frankreichs Polit-Jungstar Emmanuel Macron.

Paris - Der Sieg von Donald Trump in den USA wirbelt auch den französischen Präsidentschaftswahlkampf durcheinander. Hoffnungsträger Emmanuel Macron dürfte früher Farbe bekennen als erwartet.

Frankreichs Polit-Jungstar Emmanuel Macron (38) will laut einem Medienbericht bereits in der kommenden Woche erklären, bei der Präsidentschaftswahl anzutreten. Bisher wollte sich der frühere Wirtschaftsminister und Investmentbanker bis Weihnachten Zeit für die Ankündigung nehmen. Wie die Tageszeitung „Libération“ am Freitag berichtete, wolle Macron die Vorwahl der bürgerlichen Rechten beeinflussen, die am 20. November beginnen wird. Er selbst nimmt an dieser Vorwahl nicht teil.

Macron hatte Ende August die Regierung des Sozialisten Manuel Valls verlassen. Bereits im April gründete er seine eigene Bewegung „En marche!“ (Auf dem Weg). Seine Gruppierung positionierte er „weder rechts, noch links“. Macron will sich laut Zeitung rasch als ein Kandidat präsentieren, der in der Lage ist, die rechtspopulistische Kandidatin Marine Le Pen von der Front National (FN) auf dem Weg in den Élyséepalast zu stoppen.

Tritt Hollande nochmal an?

Le Pen sieht sich seit dem Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen im Aufwind. Frankreich wählt im April und Mai 2017 seinen nächsten Präsidenten.

Eine Kandidatur Macrons würde laut französischen Kommentatoren den amtierenden Staatschef François Hollande zusätzlich unter Druck setzen. Der Sozialist erklärte bisher nicht, ob er nächstes Jahr wieder antreten will. Freimütige Äußerungen in einem Enthüllungsbuch über Minister, politische Gegner und Staatsgeschäfte isolierten Hollande auch im eigenen Lager. Regierungschef Valls ist ein weiterer potenzieller Anwärter der Linken.

Ein Teil der oppositionellen Republikaner fordert eine Absetzung Hollandes. Ein dafür von 79 Abgeordneten in Gang gebrachtes Verfahren habe aber keine Chance, weil dafür eine Parlamentsmehrheit nötig sei, räumte der konservative Ex-Regierungschef François Fillon laut Nachrichtenagentur AFP ein.

dpa

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