Aussagen eines Terror-Rückkehrers waren wohl maßgeblich 

Fünf mutmaßliche IS-Anhänger in Deutschland gefasst 

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Am Dienstagmorgen wurden in Niedersachen und Nordrhein-Westfalen fünf IS-Verdächtige festgenommen.

Berlin - In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sind nach Informationen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ am Dienstag fünf IS-Verdächtige festgenommen worden.

Nach monatelangen Ermittlungen gegen Terrorverdächtige schlägt die Polizei zu. In NRW und Niedersachsen nehmen die Behörden mehrere mutmaßliche IS-Unterstützer fest. Den entscheidenden Tipp soll ein Rückkehrer gegeben haben.

Der Bundesanwaltschaft ist ein Schlag gegen die Islamisten-Szene in Deutschland gelungen. Nach monatelangen Ermittlungen wurden in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen am frühen Dienstagmorgen fünf IS-Verdächtige verhaftet. Darüber hatten zuerst NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Den Männern mit Migrationshintergrund werde die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Unter ihnen befinde sich ein 32-jähriger Iraker, in der Szene bekannt als „Abu Walaa“. Er werde von den Behörden seit Jahren als zentrale Figur der deutschen Islamisten eingestuft. Die Beschuldigte seien auf dem Weg nach Karlsruhe, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

Männer stehen im Verdacht, Freiwillige für den IS rekrutiert zu haben

Der Iraker und vier weitere Männer seien in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen am frühen Morgen verhaftet worden. Wie NDR, WDR und „SZ“ erfuhren, hatte die Aussage eines IS-Rückkehrers maßgeblichen Anteil daran. Dem Schlag gegen die Islamisten seien monatelangen Ermittlungen vorausgegangen. Die Männer stehen demnach im Verdacht, Freiwillige für den „Islamischen Staat“ rekrutiert zu haben.

Es handelt sich laut Bundesanwaltschaft um den 32-jährigen irakischen Staatsangehörigen Ahmad Abdulaziz Abdullah A., den 50-jährigen türkischen Staatsangehörigen Hasan C., den 36-jährigen deutschen und serbischen Staatsangehörigen Boban S., den 27-jährigen deutschen Staatsangehörigen Mahmoud O. und den den 26-jährigen kamerunischen Staatsangehörigen Ahmed F. Y.

Bereits im August kam es zu Durchsuchungen 

Die Bundesanwaltschaft habe seit Herbst 2015 gegen den Iraker und mutmaßliche Helfer ermittelt. Sie sollen vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen junge Muslime für den sogenannten „Heiligen Krieg“, den Dschihad, angeworben und bei der Ausreise logistisch und finanziell unterstützt haben.

Erst im August sei es zu Durchsuchungen gekommen. Unter den durchsuchten Objekten sei eine Moschee in der Hildesheimer Nordstadt gewesen, die als bundesweit bedeutender Treffpunkt der salafistischen Szene gilt. Sicherheitsbehörden hätten schon länger beobachtet, dass es im zeitlichen Umfeld zu Islamseminaren des Predigers in der Hildesheimer Moschee zu Ausreisen in Richtung Syrien gekommen war.

In Hildesheim durchsuchten Polizisten am Morgen eine Wohnung. Außerdem waren die Beamten waren auch in der Moschee des „Deutschsprachigen Islamkreises Hildesheim“ (DIK) im Einsatz, die bereits Ende Juli durchsucht worden war. Polizisten beschlagnahmten in einer Wohnung einen Computer. Es handelte sich nach Augenzeugen nicht um SEK-Beamte, sondern um Bereitschaftspolizisten.

Aussagen eines IS-Rückkehrers hatten wohl maßgeblichen Anteil

In den Ruhrgebietsstädten Dortmund und Duisburg nahm die Polizei nach den Medien-Angaben zudem zwei weitere Prediger fest, die ebenfalls Teil des salafistischen Netzwerks um den Iraker sein sollen. Die Männer sollen bei Predigten in Wohnungen für den IS geworben und zur Ausreise in den Dschihad aufgerufen haben. Auch ihnen wird die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung zur Last gelegt.

Wie NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ weiter erfuhren, hatten die Aussagen eines IS-Rückkehrers maßgeblichen Anteil an den aktuellen Festnahmen. Der 22-Jährige war nach einem mehrmonatigen Aufenthalt im IS-Gebiet in Syrien in die Türkei geflohen und hat sich nach eigenen Aussagen von der Terrormiliz losgesagt. Bevor er Ende September nach Deutschland zurückgekehrt sei, habe der Mann NDR, WDR und „SZ“ in der Türkei ein Interview gegeben, in dem er den Iraker „Abu Walaa“ schwer belastet und als „die Nummer 1 des IS in Deutschland“ bezeichnet habe. Die Beschuldigten hätten - soweit sie sich in der Vergangenheit dazu geäußert hätten - eine Verbindung zum Terrorismus verneint.

dpa

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