Holocaust-Gedenken im Bundestag

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Angela Merkel (l-r), Eva Luise Köhler, Horst Köhler, der israelische Staatspräsident Schimon Peres, der polnische Vertreter Feliks Tych und der Präsident des Verfassungsgerichtes Jürgen Papier nehmen im Bundestag an einer Festveranstaltung zum Internationalen Holocaust-Gedenktag teil.

Berlin - Am 27. Januar 1945 wurden die Insassen des Konzentrationslagers Auschwitz befreit: Zum internationalen Holocaust-Gedenktag hat der Bundestag an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert.

Parlamentspräsident Norbert Lammert (CDU) sagte am Donnerstag zum Auftakt, man gedenke den ermordeten Juden, Sinti und Roma, Behinderten sowie den politisch und religiös Verfolgten. Die Schrecken der Geschichte dürften nicht vergessen werde. Die Millionen Opfer mahnten, alle Formen der Diskriminierung weiter zu ächten.

So begann der Zweite Weltkrieg

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Als Hauptredner wurde erstmals ein Vertreter der Sinti und Roma eingeladen, vor den Abgeordneten sprechen. Der 73-Jährige Zoni Weisz überlebte die NS-Zeit als Kind in einem Versteck in den Niederlanden, während Eltern und Geschwister nach Auschwitz deportiert wurden. Laut Schätzungen wurden bis zu 500 000 Sinti und Roma in Konzentrationslagern ermordet.

Wulff zu Auschwitz-Feiern in Polen

Bundespräsident Christian Wulff ist am Donnerstag zur Teilnahme an den Gedenkfeiern zum 66. Jahrestag der Befreiung des Nazi-Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau in Krakau eingetroffen. Mit Polens Staatsoberhaupt Bronislaw Komorowski fuhr er von dort direkt nach Auschwitz, wo in der internationalen Jugendbegegnungsstätte ein Treffen mit ehemaligen Häftlingen geplant ist.

Wulff und Komorowski wollen anschließend mit Jugendlichen aus Polen und Deutschland über Vergangenheit und Zukunft Europas diskutieren. Wulff besucht gleich im ersten Jahr seiner Amtszeit am Internationalen Holocaust-Gedenktag die größte deutsche Todesfabrik der NS-Zeit. Auschwitz gilt als das weltweit wichtigste Holocaust-Symbol.

An der Todesmauer im Stammlager Auschwitz wollen die Staatsoberhäupter der Opfer gedenken. Die Hauptveranstaltung wird am Nachmittag im benachbarten Vernichtungslager Birkenau stattfinden. Im Aufnahmegebäude, wo die Häftlinge sich nackt ausziehen mussten und kahl geschoren wurden, sollen Komorowski und Wulff Reden halten.

Seit 1996 wird in Deutschland am 27. Januar an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. An diesem Tag hatten sowjetische Soldaten 1945 die Insassen des Lagers Auschwitz befreit.

dpa

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