Israel entschuldigt sich bei Ägypten

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Israels Verteidigungsminister Ehud Barak

Jerusalem - Israel hat sich für den Tod ägyptischer Polizisten während eines Feuergefechts zwischen israelischen Soldaten und militanten Palästinensern entschuldigt.

Israel hat sich für den gewaltsamen Tod dreier ägyptischer Soldaten während eines Feuergefechts zwischen israelischen Soldaten und militanten Palästinensern bei Ägypten entschuldigt. “Israel bedauert den Tod der ägyptischen Beamten zutiefst“, erklärte Verteidigungsminister Ehud Barak am Samstag.

Zuvor hatte Kairo erklärt, seinen Botschafter aus Protest gegen den gewaltsamen Tod der Sicherheitskräfte aus dem Nachbarland abgezogen zu haben. Allerdings hieß es später, der Schritt werde lediglich erwogen.

Ägypten erklärte, die drei Soldaten seien bei einem israelischen Vergeltungsangriff entlang der Grenze zur Halbinsel Sinai getötet worden. Aus Jerusalem hieß es hingegen, die ägyptischen Beamten seien entlang der ägyptischen Grenze in ein Feuergefecht zwischen israelische Soldaten und “Terroristen“ geraten. Das israelische Militär kündigte Ermittlungen an.

Ägypten verlangte daraufhin eine Entschuldigung und warf Israel vor, den Friedensvertrag von 1979 gebrochen zu haben.

Am Donnerstag waren bei einer von Militanten ausgeführten Anschlagsserie im Süden Israels acht Menschen getötet worden. Die rasch hintereinander ausgeführten Angriffe galten einem Reisebus und einer Militärpatrouille.

Die jüngsten Vorfälle haben die Spannungen zwischen Israel und Ägypten verschärft. Mehrere ägyptische Parteien verurteilten die israelischen Vergeltungsschläge und forderten Änderungen an dem Friedensvertrag von 1979. “Auf das Verbrechen sollte angemessen reagiert werden“, erklärte die ägyptische Muslimbruderschaft in einer Stellungnahme. “Was vor der Revolution möglich war, wird nach der Revolution nicht fortgesetzt.“

Israelische Regierungsvertreter erklärten hingegen, dass der Friedensvertrag trotz der jüngsten Entwicklungen “stabil“ sei.

Militärischer Schlagabtausch im Gazastreifen fortgesetzt

Unterdessen setzte sich der militärische Schlagabtausch zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gazastreifen fort. Bei einem neuerlichen Raketenangriff aus dem Gazastreifen wurden laut Polizei am Samstag drei Menschen verletzt, zwei davon schwer. Die Verletzten seien Palästinenser, die sich illegal in Israel aufgehalten hätten, hieß es.

Am Freitag hatten militante Palästinenser mindestens zehn Raketen auf Israel abgefeuert, dabei hatte es in Aschdod sechs Verletzte gegeben. Israelische Vergeltungsschläge nach den Anschlägen vom Donnerstag haben nach Krankenhausangaben mindestens zwölf Palästinenser das Leben gekostet.

dapd

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