Grünen-Fraktionschef

Jetzt auch Steuersünder: So tönte Hofreiter über Hoeneß

Hofreiter Hoeneß
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Beim Steuerprozess gegen Uli Hoeneß (rechts) tönte Grünen-Fraktionschef Toni Hofreiter noch über den Ex-Bayern-Präsidenten. Nun muss er sich selbst als Steuersünder verantworten. 

Berlin - Grünen-Fraktonschef Anton Hofreiter, hat jahrelang keine Steuern für seine Zweitwohnung in Berlin abgeführt. Hier lesen Sie, wie der Steuersünder vor kurzem noch über Uli Hoeneß tönte.

„Das ist ein Fehler, den ich bedaure“, sagte Hofreiter über das von der „Bild“-Zeitung recherchierte Steuervergehen. „Ich kann ihn leider nicht ungeschehen machen, sondern nur schnellstmöglichst beheben.“

Wie „Bild“ (Samstag) weiter schreibt, hätte der 2005 in den Bundestag eingezogene Politiker eigentlich damals laut Berliner Meldegesetz innerhalb von zwei Wochen seine Zweitwohnung beim Einwohnermeldeamt angeben müssen. Ein Verstoß gegen diese Meldepflicht sei eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 500 Euro bestraft werde. Hofreiter sagte dem Blatt, er habe die Anmeldung der Wohnung jetzt nachgeholt.

Mit dem Meldeverstoß hinterzog Hofreiter laut „Bild“ Steuern: Für die Wohnung hätte er laut kommunaler Abgabenordnung fünf Prozent der Miete abführen müssen. Hofreiter: „Ich habe die Zweitwohnsteuer gegenüber dem zuständigen Finanzamt erklärt. Nach den Berechnungen meines Steuerberaters beträgt die seitdem aufgelaufene Steuer 2475 Euro.“ Diese habe er inzwischen nachgezahlt. Laut „Bild“ geht der Fall dennoch an die Staatsanwaltschaft.

Das sagte Hofreiter zum Fall Hoeneß

Ironie des Schicksals: Zum Prozessauftakt wegen Steuerhinterziehung gegen Uli Hoeneß, Ex-Präsident des FC Bayern München, hatte sich Hofreiter besonders energisch geäußert. Am 10. März 2014 ließ er diese Pressemitteilung über seine Homepage verbreiten:    

"Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt und gehört streng bestraft. Uli Hoeneß hat mit seiner Selbstanzeige eine Straftat gestanden. Es ist nun Sache des Gerichts, zu einem Urteil zu kommen.

Moralisch diskreditiert ist Uli Hoeneß schon jetzt. Adidas, VW oder Audi halten im Bayern-Aufsichtsrat trotzdem zu ihm. Das ist ein Skandal. Wer in ihren Unternehmen einen Diebstahl begehen würde, würde rausfliegen. Wer wie Hoeneß das Gemeinwesen bestiehlt, dem wird dagegen kumpelhaft der Arm um die Schultern gelegt. Diese Doppelmoral der Wirtschaftsbosse ist abstoßend."

Facebook: Das sagt Hofreiter zum Steuer-Ärger

Auf Toni Hofreiters Facebook-Seite wurde in dessen Namen am Samstagvormittag von "/Team Toni" diese Erklärung "zur heutigen Berichterstattung der BILD-Zeitung" veröffentlicht:

"Anfang der Woche bin ich durch eine Anfrage der BILD-Zeitung auf einen folgenreichen Fehler aufmerksam geworden: Ich habe es 2005 bei der Anmietung meiner Wohnung in Berlin versäumt, diese ordnungsgemäß als Zweitwohnung zu melden. Ich bin sehr zerknirscht, dass ich die Anmeldung dann einfach aus den Augen verloren habe. Durch die fehlende Meldung der Wohnung habe ich auch die Zweitwohnungssteuer nicht abgeführt. Ich bedauere meinen Fehler sehr und entschuldige mich dafür.

Ich kann ihn nicht ungeschehen machen, sondern nur beheben. Die Anmeldung wurde deshalb am Mittwoch, 7.5., umgehend nachgeholt. Außerdem wurde auch die Zweitwohnungsteuer gegenüber dem zuständigen Finanzamt erklärt. Am Mittwoch habe ich 2.475 Euro für den gesamten Zeitraum nachgezahlt."

Grünen-Politikerin leht Konsequenzen ab

Hofreiters Co-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt lehnte Konsequenzen für den Amtskollegen ab. „Er hat seinen Fehler eingestanden, ihn bedauert und sofort korrigiert, als er davon erfuhr. Für mich ist das der richtige und anständige Umgang mit diesem Fehler, und für mich hat es sich damit dann auch“, sagte sie „Bild am Sonntag“. Hofreiter sei „die Meldung seines Berliner Zweitwohnsitzes einfach durchgerutscht, und deshalb hat er die Zweitwohnungssteuer nicht gezahlt. Toni ärgert sich darüber am meisten.“

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dpa/fro

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