Zum Machtkampf Meuthen - Petry

Kommentar: Das AfD-Chaos ist Realität und keine Fiktion der Medien

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Offener Machkampf: Jörg Meuthen und Frauke Petry (r.)

München - Ist die AfD bereit, die politische Verantwortung zu tragen, die ihr einige Wähler bereits übertragen haben? Das Chaos in der Partei zeigt: Sie ist weit davon entfernt. Ein Kommentar.

Wann immer wir in den vergangenen Monaten über das Chaos innerhalb der AfD berichtet haben, hatte unsere Redaktion viel zu lesen. Die Kommentarspalten quollen über - die "Systempresse" manipuliere mal wieder und stelle die Nationalisten ins falsche Licht.

Merkur.de/tz.de-Autor Mark Bihler

Eben dieses sollte jedem spätestens jetzt jedem aufgegangen sein. Das Chaos bei der AfD ist keine Fiktion, sondern Realität. Vor aller Öffentlichkeit zerlegt sich die Partei nach Strich und Faden. Erst in Baden-Württemberg und dann gleich weiter auf Bundesebene. Denn der Konflikt um Rechtsaußen Wolfgang Gedeon ist kein lokales Machtgeplänkel. Das Ländle ist der Schauplatz des wohl öffentlichsten Streits einer Parteiführung seit der Entmachtung des AfD-Gründer Bernd Lucke. Also bereits die zweite große politische Schlammschlacht in der Geschichte der noch jungen Partei. Diesmal zwischen den beiden Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen und Frauke Petry.

Die AfD spiegelt an ihrer Spitze die Diversität ihrer Wähler wider. Da gibt es Köpfe, denen man das Nachdenken nicht absprechen darf. Aber auch Wutbürger und Verschwörungstheoretiker. Das Problem der AfD: Gerade die, die am lautesten schreien, glauben damit Erfolg zu haben - sowohl unter den Politikern, als auch unter den Anhängern und in den sozialen Medien. Shitstorms werden gerne provoziert, denn sie sollen vorgaukeln, dass man größer erscheint, als man ist.

Solange die Partei es nicht schafft, die Lauten mit ihren plumpen Parolen im Zaum zu halten, ist von der AfD inhaltlich kaum etwas Nachhaltiges zu erwarten. Wer sich hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt, der versagt im politischen Tagesgeschäft. Das gilt für jede Partei, nicht nur für die AfD. Letztere ist jedenfalls noch lange nicht bereit, die politische Verantwortung zu tragen, die ihr die Wähler bereits übertragen haben. 

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