Angriffsfläche für die Gegner

Kommentar: Dieser Auftritt wird Clintons Wahlkampf erschweren

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Ein Schild mit der Aufschrift "For once Trump cares about a Woman's health" ("Ausnahmesweise sorgt sich Trump um die Gesundheit einer Frau") und einem Porträt von Hillary Clinton ist am Montag bei Protesten gegen die Eröffnung des neuen Hotels des Präsidentschaftskandidaten Donald Trump vor dem neuem Trump International Hotel in Washington DC, USA, zu sehen.

Die starke Frau der US-Demokraten erleidet mitten im Rennen um die Präsidentschaft einen Schwächeanfall und die Welt schaut genau hin - vor allem ihre Wähler und Kontrahenten. Ein Kommentar. 

Jede Gedenkveranstaltung am Ground Zero ist bedeutsam für die Amerikaner, denen hier am 11. September 2001, sichtbar für die ganze Welt, eine noch nicht verheilte Wunde zugefügt wurde. Wahrscheinlich war es für Hillary Clinton, als ehemalige Senatorin des Staates New York und vor allem als Präsidentschaftskandidatin, nicht vorstellbar, sich ausgerechnet an diesem Termin krank zu melden. 

Dass sich die 68-Jährige am Sonntag hingeschleppt hat, trotz einer bereits diagnostizierten Lungenentzündung, wird ihren Wahlkampf weiter erschweren. Nach der Veranstaltung verließen Clinton die Kräfte und sie wurde, halb taumelnd, in ihre Limousine verfrachtet. 

Wie fast alles, was heutzutage in der Öffentlichkeit stattfindet, wurde dieser Beweis der Schwäche gefilmt und sofort der ganzen Welt vorgeführt. Vorgeführt durchaus in beiden möglichen Bedeutungen: Die Reaktion ihrer Gegner war natürlich nicht Anerkennung für ihre Bereitschaft, trotz ihres angeschlagenen Gesundheitszustandes der Feierlichkeit beizuwohnen. Es war auch kein Kopfschütteln über ihren Leichtsinn. Die Episode wird ihr vielmehr als weiteres Zeichen ihrer Unehrlichkeit ausgelegt – „betrügerische Hillary“, so wird sie vom Konkurrenten Donald Trump ja gern genannt.

Es ist schade, dass Clinton diese Angriffsfläche geboten hat. Man muss und sollte nicht krank zur Arbeit gehen, das will sie doch den Amerikanern beibringen. Wer es doch tut, ist verantwortlich für die Folgen. Vielleicht muss für den Fehler der Kandidatin die Nation büßen.

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