Ton im US-Wahlkampf wird immer schärfer

„Lügenpresse“: Trump-Anhänger benutzen NS-Begriff

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Diese zwei Anhänger von Trump bedienten sich des vor allem in der NS-Zeit bekannt gewordenen Begriffs der „Lügenpresse“.

Der Ton im US-Wahlkampf wird noch schärfer, als er es bislang schon war. Nun bedienen sich Anhänger von Donald Trump bei Begriffen aus der NS-Ära.

Wenn man glaubt, der sowieso schon bis zum Schmelzen aufgeheizte Tonfall im US-Wahlkampf könnte nicht mehr härter werden, setzen einige Anhänger von Donald Trump noch eine verfaulte Kirsche auf die von ihrem Präsidentschaftskandidaten angesäuerte Sahne. In rund zwei Wochen, am 8. November 2016 wählen die US-Bürger ein neues Staatsoberhaupt. Und die Unterstützer des republikanischen Kandidaten, die zwar jüngst eingeräumt haben, in der Wählergunst eher zurück zu liegen, schalten bei der Sprache einen weiteren Eskalationsgang hoch.

Zwei Trump-Fans bedienten sich auf einer Wahlveranstaltung des exzentrischen Milliardärs nämlich vor der Kamera eines Ausdrucks, der vor allem während der NSDAP-Herrschaft in Deutschland geprägt wurde und auch in jüngerer Vergangenheit von Pegida-Anhängern in der BRD oft gerufen wurde: „Lügenpresse“. Auch im Trump-Lager bedient man sich gerne mal des Vorwurfes einer gesteuerten Presse.

Und so rief ein Mann in voller „Make America great again“ (dem Kampagnen-Motto Trumps)-Montur einer Reporterin von Buzzfeed entgegen: „Lügenpresse!“ Diese hielt währenddessen vermutlich mit ihrem Smartphone drauf und hielt dadurch auch die Unterhaltung des Mannes mit einem weiteren Anhänger von Donald Trump fest. „Habe ich das richtig ausgesprochen?“, fragte er seinen Nebenmann. Und der gab zurück: „Ja das hast du richtig gesagt.“

Der Begriff wurde zunächst vor allem im ersten Weltkrieg benutzt, als die deutschen Medien in ihrem Patriotismus jegliche Berichterstattung der Feindstaaten als unwahr bezeichneten. In der NS-Ära benutzte das Propagandaministerium im Rahmen seiner antisemitischen Ideologie den Begriff für Hetze gegen Kommunisten und Juden. 

Die Pegida-Bewegung in Dresden und Anhänger der teils rechtspopulistischen AfD benutzten 70 Jahre später „Lügenpresse“ als Schlachtruf gegen die ihrer Meinung nach staatsgesteuerten Medien. Der Begriff wurde daraufhin zum „Unwort des Jahres 2014“ gewählt.

Doch zurück zum US-Wahlkampf. Denn die beiden Anhänger von Trump wussten noch mehr: „Ihr seid alle im Bett mit den Clintons“, sagte der eine Mann, und fuhr fort: „Ihr seid alle gekauft und wurdet bezahlt.“. Womit dann erfolgreich die Verknüpfung zum zweiten großen Verschwörungsthema des Trump-Lagers gemacht war.

bix

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