Bürgerkrieg

Jemen: Luftangriffe kurz vor der Waffenruhe

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Wasserhilfe im Jemenkonflikt: Millionen Menschen leiden im Jemen unter dem Bürgerkrieg.

Sanaa - Millionen Menschen leiden im Jemen unter dem blutigen Bürgerkrieg. Eine neue Waffenruhe soll die Gewalt zumindest vorübergehend beenden. Bislang scheiterten jedoch alle Versuche einer Feuerpause.

Kurz vor Beginn einer neuen Waffenruhe für den Jemen ist die Gewalt in dem Bürgerkriegsland unvermindert weitergegangen. Flugzeuge der von Saudi-Arabien geführten Koalition hätten in der Hauptstadt Sanaa Angriffe auf die Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten geflogen, berichteten Anwohner am Mittwoch. Demnach waren im Osten Sanaas bei der Bombardierung eines Militärlagers Explosionen zu hören und Rauchsäulen zu sehen. Angaben über Opfer gab es zunächst nicht.

In der umkämpften Stadt Tais im Süden des Landes starb ein Zivilist, als die Huthis und ihre Verbündeten ein Wohngebiet beschossen. Drei Menschen wurden verletzt, wie es aus ärztlichen Kreisen hieß.

Im Jemen soll am Mittwochabend eine neue Waffenruhe in Kraft treten. Ab 23.59 Uhr (Ortszeit/22.59 MESZ) sollen die Waffen nach Angaben der UN für drei Tage schweigen. Alle Beteiligten haben demnach zugesagt, sich an die Feuerpause zu halten. Der UN-Sonderbeauftragte für den Jemen, Ismail Ould Sheikh Ahmed, erklärte, sollte die Waffenruhe halten, gebe es eine Option für eine Verlängerung.

Mehrere Versuche einer Waffenruhe gescheitert

In dem armen Land im Süden der arabischen Halbinsel kämpfen schiitische Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten gegen die international anerkannte Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi, der vor den Aufständischen in die saudische Hauptstadt Riad geflohen war. Eine von Saudi-Arabien geführte Koalition fliegt seit März vergangenen Jahres Luftangriffe gegen die Aufständischen, die große des Teile des Jemen kontrollieren, darunter die Hauptstadt.

Im Jemen sind bereits mehrere Versuche gescheitert, die Gewalt mit einer Waffenruhe zumindest vorübergehend zu beenden. Auch Friedensgespräche in Kuwait vor einigen Monaten blieben erfolglos. Von dem Chaos profitieren Terrorgruppen wie Al-Kaida oder der Islamische Staat (IS), die ihren Einfluss im Jemen ausbauen konnten.

Bevölkerung leidet unter Konflikten

US-Außenminister John Kerry hatte am Dienstag an die Konfliktparteien appelliert, sich an die Waffenruhe zu halten. Alle Seiten müssten die Kämpfe einstellen und sicherstellen, dass Hilfstransporte ihr Ziel erreichen, erklärte er in Washington.

Die Bevölkerung des Jemens leidet massiv unter dem Konflikt. Nach Angaben der UN kamen seit März 2015 mehr als 400 Zivilisten ums Leben, mehr als 7000 wurden verletzt. Dem UN-Nothilfebüro OCHA zufolge wurden mehr als drei Millionen Jemeniten vertrieben.

Zuletzt starben bei einem Luftangriff auf eine Trauerfeier in Sanaa nach UN-Angaben mindestens 140 Menschen. Die saudische Militärkoalition bekannte sich später zu dem Angriff und berief sich auf „falsche Informationen“ der jemenitischen Verbündeten.

dpa

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