Nach Großrazzien

Malaysia sucht für Deutschland nach Ibrahim Abou-Nagie

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Hassprediger Ibrahim Abou-Nagie

Kuala Lumpur - Nach der Großrazzia in Deutschland gegen die islamistische Vereinigung „Die wahre Religion“ schalten sich auch malaysische Behörden ein.

Die malaysischen Behörden suchen nach dem Schlag gegen Islamisten in Deutschland nach dem Gründer der Vereinigung „Die wahre Religion“. Ibrahim Abou-Nagie hält sich nach Informationen aus deutschen Sicherheitskreisen in dem mehrheitlich muslimischen südostasiatischen Land auf. „Wir ermitteln“, sagte der Direktor des Geheimdienstes der Polizei, Mohamad Fuzi Harun, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch.

Die Behörden hätten in letzter Zeit mehrere ausländische Salafisten abgeschoben. „Sie sind ständig auf unserem Radar. Wir wollen nicht, dass Ausländer reinkommen, die dann Probleme machen, vor allem keine mit Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat“, sagte Harun.

Palästinensische Botschaft äußert sich nicht

Deutsche Behörden werfen der am Dienstag verbotenen Vereinigung die Radikalisierung deutscher Muslime vor. Die Polizei durchsuchte 190 Wohnungen und Büros und stellte Dokumente sicher. Der Palästinenser Abou-Nagie lebte früher im Rheinland.

Die palästinensische Botschaft in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur wollte sich entgegen ersten Angaben nicht zu dem Fall äußern. Man untersuche die Angaben, hieß es. Palästinenser können in Malaysia ohne Visum einreisen.

Abou-Nagie sei in Malaysia nicht bekannt, sagte der Direktor des Instituts Islamic Renaissance Front (IRF), Ahmad Farouk Musa. Es propagiert einen toleranten Islam. Der Salafismus sei aber verbreitet, auch in Regierungskreisen. „Dies ist eine Ideologie, die die Vorherrschaft der regierenden Eliten sicherstellt“, sagte er. In Malaysia seien Salafisten aber keine Extremisten, betonte er.

dpa

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