Romney jetzt offiziell Obama-Herausforderer

Tumulte beim Parteitag der Republikaner

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Zum Teil maskierte Demonstranten zogen nahe dem Parteitag in Tampa durch die Straßen

Tampa - Beim Parteitag der Republikaner ist es zu tumultartigen Szenen gekommen. Sogar die Polizei musste eingreifen. Mitt Romney konnte trotzdem offiziell zum Obama-Herausforderer gekürt werden.

Beim Parteitag der US-Republikaner ist es zu turbulenten Szenen und offenen innerparteilichen Protesten gekommen. Die Anhänger der Fraktion des radikalliberalen Ron Paul reagierten mit wütenden Buh-Rufen auf eine Änderung der Parteitagsstatuten, von denen sie sich schwer benachteiligt fühlen. Die Proteste dauerten über mehrere Minuten an. Die Ron Paul Anhänger werfen dem Spitzenkanditaten Mitt Romney vor, innerparteiliche Kritiker mundtot machen zu wollen. Paul war bei den Vorwahlen im Frühjahr chancenlos ausgestiegen. Er tritt etwa dafür ein, die US-Zentralbank aufzulösen und zum Goldstandard zurückzukehren.

Rund ein Dutzend Demonstranten wollten den Parteitag für eine Protestaktion gegen die frühere Außenministerin Condoleezza Rice nutzen. Doch die Polizei konnte sie daran hindern. Die Aktivisten hatten Handschellen dabei und versuchten am Dienstag, sich Zugang zu einer Nebenveranstaltung des Parteitags in Tampa im US-Staat Florida zu verschaffen. Sie sagten, sie wollten Rice wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen „festnehmen“. Die Polizei schickte die Demonstranten fort, woraufhin sich einige von ihnen auf den Boden legten. Mit farbigen Tüchern gaben sie sich ein Aussehen, als wären ihre Körper blutüberströmt. Die Gruppe kündigte an, weitere Mitglieder der Regierung von Ex-Präsident George W. Bush festnehmen zu wollen.

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Trotz dieser Zwischenfälle kürten die Republikaner den Exgouvaneur Mitt Romney offiziell zum Herausforderer von Präsident Barack Obama. Er geht nun offiziell ins Rennen um das Weiße Haus. Die mehr als 2.000 Delegierten stimmten am Dienstag in Tampa in Florida mit großer Mehrheit für Romney als Kandidat für die Präsidentschaftswahl Anfang November.

Mitt Romney wurde von den Republikanern offiziell zum Obama-Herausforderer gekürt

Als feststand, dass Romney die benötigte Delegiertenzahl von mindestens 1144 erreicht hatte, brach unter den Parteitagsbesuchern lauter Jubel aus. „Mitt, Mitt, Mitt“, riefen sie, auf den vielen Bildschirmen in der Halle erschienen Fotos des frisch gekürten Kandidaten und seiner Familie. Obwohl seine Wahl fraglos erwartet worden war, stellte sie doch einen bedeutenden Moment in der US-Geschichte dar. Romney will seine Nominierung zum Abschluss des Parteitags am Donnerstag in einer großen Rede akzeptieren.

Am Dienstag wandte sich seine Ehefrau Ann an die Delegierten und warb für die menschlichen Fähigkeiten ihres Mannes, der wie kein anderer mit harter Arbeit die USA „zu einem besseren Ort“ machen könne.

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Mit der Ernennung Romneys zu ihrem Kandidaten eröffneten die Republikaner formell das Kopf-an-Kopf-Rennen um das Weiße Haus. Die Partei will die öffentliche Aufmerksamkeit nutzen, um ihre Basis zu mobilisieren, unentschlossene Wähler zu gewinnen und ihrem Kandidaten, der vielen abgehoben erscheint, ein menschliches Gesicht zu verleihen.

Ann Romney sagte, ihr Mann werde nicht versagen, sondern das Land voranbringen, so wie er sie immer sicher nach Hause gebracht habe. „Ihr könnt Mitt vertrauen“, rief sie den Delegierten am Dienstagabend zu. Niemand werde sich mehr als Romney dafür einsetzen, Amerika aus der Krise zu führen. Ausführlich erzählte sie die Geschichte ihrer Ehe, wie sie ihren Mann kennenlernte, schnell heiratete und wie er sie bis heute immer wieder zum Lachen bringe. Die Delegierten waren überaus begeistert von dem Auftritt, an dessen Ende Mitt Romney auf der Bühne erschien und seine Frau küsste.

Rick Santorum beeindruckte mit sehr persönlicher Rede

Rick Santorum, Romneys größter Widersacher im langen Vorwahlkampf, hatte zuvor eine sehr persönliche Rede gehalten, die viele Delegierten von den Sitzen riss. Genau zweimal erwähnte er dabei in aller Kürze Romney und dessen ebenfalls am Dienstag offiziell nominierten Vizepräsidentschaftskandidaten Paul Ryan. Der 42-jährige Ryan will sich am Mittwoch mit einer Rede an die Delegierten wenden.

Hinter Romney liegen 15 Monate parteiinterner Wahlkampf. Der Republikaner hatte Anfang Juni 2011 erklärt, dass er sich um das Präsidentenamt bewirbt. In monatelangen, zähen Vorwahlen setzte er sich dieses Jahr gegen rund ein Dutzend parteiinterner Kontrahenten durch. Die meisten hatten im Verlauf des Rennens aufgegeben.

Parteitag wegen „Isaac“ verkürzt

Angesichts des Hurrikans „Isaac“ war der Parteitag am Montag zwar eröffnet, aber nach wenigen Minuten auf Dienstag vertagt worden. „Isaac“ erreichte am Dienstagabend die Küste des US-Staates Louisiana.

Die sogenannten National Conventions, wie die Parteitage der Republikaner und Demokraten in den USA genannt werden, zählen zu den am aufmerksamsten verfolgten Ereignissen im gesamten Präsidentschaftswahlkampf. Sie bieten Kandidaten die Möglichkeit, ihre Standpunkte vor Millionen Fernsehzuschauern zu präsentieren. Für Romney ist der Parteitag vor allem eine Möglichkeit, den rechten Flügel der Partei für sich zu gewinnen, dem er als zu liberal gilt.

Der Nominierungsparteitag der Demokraten folgt in der kommenden Woche in Charlotte im US-Staat North Carolina.

dapd

Kommentare

Friedrich BielefeldAntwort
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Romney vertut sich doch immer.Der wird falls er Präsident wird,die
Bundeskanzlerin ansprechen und sagen:" Herr Merkel nun werfen sie
endlich ihre Druckmaschinen an und drucken sie Dollars"
Aber Herr Präsident wir haben doch Euros.So ,dann machen sie mal.
Wie,was?

omeiAntwort
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Na ob er da nicht den kürzeren ziehen muss?

Jaques
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Hoffentlich zieht der Mitt Romney dem Obama bei der Wahl so richtig die Hosen aus.

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