Nach Raketenabschuss: Israel fliegt Luftangriff auf Gaza

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Israelischer F-16-Kampfjet: Nach dem zweiten Raketenangriff auf Israel binnen zehn Tagen haben israelische Kampfflugzeuge erneut Ziele in Gaza attackiert. Foto: Abir Sultan/Archiv

In Gaza zeichnet sich ein Machtkampf ab: Die Hamas geht gegen noch radikalere Gruppen vor. Diese wollen nun Raketen auf Israel abgefeuert haben - dessen Reaktion trifft wiederum die Hamas.

Tel Aviv/Gaza (dpa) - Nach dem zweiten Raketenangriff auf Israel binnen zehn Tagen haben israelische Kampfflugzeuge erneut Ziele in Gaza attackiert. In der Nacht seien drei Stätten der örtlichen "Terror-Infrastruktur" angegriffen worden.

Das teilte die israelische Armee mit. Verteidigungsminister Mosche Jaalon drohte, man werde keinen Versuch dulden, den Bürgern Israels zu schaden. "Wir werden härter angreifen, wenn wir es müssen", hieß es in einer Mitteilung.

Militante Palästinenser hatten zuvor zwei Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Die Raketen schlugen nach Armeeangaben auf offenem Feld ein. Verletzte wurden nicht gemeldet.

Zu dem Angriff bekannte sich eine radikale Gruppe, die mit der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) sympathisiert. Die Salafistenorganisation wirft der Hamas vor, vor zwei Tagen einen ihrer Anhänger getötet zu haben, um sich mit Israel gutzustellen. Die Hamas geht seit einiger Zeit härter gegen Mitglieder von Salafistengruppen im Gazastreifen vor. Ob die Gruppe tatsächlich verantwortlich ist, ist jedoch nicht gesichert.

"Israelis und Palästinenser verdienen es, ein normales Leben zu leben, doch stattdessen nutzt die Hamas den Gazastreifen als Abschussrampe für Raketenangriffe", sagte Militärsprecher Peter Lerner. Zuletzt war am 26. Mai eine Rakete im Süden Israels eingeschlagen. Auch für diesen Angriff hatte die Brigade kurz darauf die Verantwortung übernommen. Israelische Kampfflugzeuge hatten nach dem Angriff militärische Ausbildungszentren im Gazastreifen attackiert.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte am Montag den Gazastreifen besucht und neue internationale Anstrengungen für eine Öffnung des Palästinensergebietes verlangt. Die Situation der 1,8 Millionen Palästinenser sei nach jahrelanger Blockade unerträglich. Zugleich warnte er vor einem neuen Krieg zwischen Palästinensern und Israel. "Wir sitzen hier auf einem Pulverpass. Wir müssen aufpassen, dass es sich nicht entzündet."

Israel und die Palästinenser hatten nach dem jüngsten Gaza-Krieg Ende August vergangenen Jahres eine unbefristete Waffenruhe verkündet. In dem 50-tägigen Krieg waren rund 2200 Palästinenser und mehr als 70 Israelis getötet worden.

Twitter-Account der Salafistengruppe

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