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Wende im Ukraine-Krieg? Selenskyj telefoniert mit Vertrautem von Putin – offenbar Zugeständnis

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Im Ukraine-Krieg gibt es Hoffnung auf Friedensverhandlungen. Wolodymyr Selenskyj führt Gespräche mit einem Vertrauten von Wladimir Putin. Der News-Ticker.

Update vom 28. Februar, 5.20 Uhr: Die russische Offensive gegen die ukrainische Hauptstadt Kiew wird nach Angaben des ukrainischen Militärs fortgesetzt. Im Norden Kiews habe die russische Armee versucht, eine Pontonbrücke zu bauen, um den Fluss Irpin zu überqueren, schrieb der ukrainische Generalstab in der Nacht zu Montag auf Facebook. Ein weiterer Versuch, die Stadt Irpin kurz vor Kiew zu erobern, sei erfolglos gewesen, hieß es weiter.

Eine Rakete soll außerdem ein Wohnhaus der ukrainischen Großstadt Tschernihiw unweit der Grenze zu Belarus getroffen haben. Dadurch sei ein Feuer ausgebrochen, wie der staatliche Informationsdienst der Ukraine am Montagmorgen auf Telegram schrieb.

Die Verluste der russischen Armee steigen nach ukrainischen Angaben derweil weiter. Seit Beginn des Krieges mit der Ukraine soll die russische Seite einen „Verlust“ von etwa 4500 Soldaten zu verzeichnen haben, wie der ukrainische Generalstab am Sonntagabend erklärte. Außerdem seien Hubschrauber, Panzer und weitere militärische Fahrzeuge zerstört worden.

All diese Informationen lassen sich nicht unabhängig prüfen. Russland räumte eigene Opfer beim Krieg gegen die Ukraine ein, ohne jedoch Zahlen zu nennen.

Ukraine-Konflikt aktuell: Selenskyj telefoniert mit Lukaschenko

Update vom 27. Februar, 22.30 Uhr: Gibt es im Ukraine-Konflikt die plötzliche diplomatische Wende? Am Abend hat Präsident Wolodymyr Selenskyj mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko telefoniert, einem Vertrauten von Russlands Wladimir Putin.

„Wir haben seit zwei Jahren nicht mehr miteinander gesprochen, und heute habe ich lange mit ihm (Lukaschenko) geredet. Sehr sachlich“, erzählte Selenskyj hinterher. Der ukrainische Regierungschef schilderte weiter, dass Lukaschenko ihm mitgeteilt habe, dass er nicht wolle, „dass Raketen, Flugzeuge oder Hubschrauber von Belarus aus in die Ukraine fliegen. Ich will nicht, dass Truppen aus Belarus in die Ukraine ziehen. Und das hat er mir zugesichert“.

Präsident der Ukraine: Wolodymyr Selenskyj.
Präsident der Ukraine: Wolodymyr Selenskyj. © IMAGO / ZUMA Wire

Ukraine-Krieg im News-Ticker: Nach Russland-Einmarsch will Deutschland die Bundeswehr aufrüsten

Update vom 27. Februar, 21.55 Uhr: Russland ist in der Ukraine einmarschiert. Deutschland will nun die Bundeswehr im Express-Tempo wieder aufrüsten. Sogar die Wehrpflicht ist plötzlich wieder ein Szenario.

Update vom 27. Februar, 21.15 Uhr: Für Russland verläuft der Krieg in der Ukraine nicht wie geplant. Das hat offenbar mit Fehleinschätzungen von Wladimir Putin zu tun. Und mit dem Machtzirkel in Moskau selbst. Eine Analyse.

Ukraine-Krieg im News-Ticker: Russland-Vertreter entschuldigt sich für Angriff

Update vom 27. Februar 20.45 Uhr: Paukenschlag in Paris! Übereinstimmenden Berichten zufolge hat sich der Leiter der russischen Delegation beim UN-Klimatreffen in der französischen Hauptstadt für den Einmarsch Russlands in der Ukraine entschuldigt. Oleg Anisimow erklärte demnach, er wolle „im Namen aller Russen für die Unfähigkeit, diesen Konflikt zu verhindern, um Entschuldigung bitten“.

Drei Quellen zitieren aus seiner Rede vor der Versammlung: „Diejenigen, die sehen, was passiert, können keine Rechtfertigung für diesen Angriff auf die Ukraine finden“.

Ukraine-Krieg im News-Ticker: Russland gesteht erstmals eigene Verluste ein

Update vom 27. Februar 19.30 Uhr: Russland hat erstmals im Ukraine-Krieg von eigenen Verlusten gesprochen - wenn auch sehr verklausuliert.  „Die russischen Soldaten beweisen Tapferkeit und Heldentum bei der Ausführung der Spezialoperation“, erklärte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, Igor Konaschenkow, laut Agentur Tass: „Leider gibt es unter unseren Kameraden Tote und Verletzte.“

Die Ukraine bezifferte die Zahl angeblich getöteter russischer Soldaten an diesem Sonntag auf 4.300. Es ist eine Zahl, die sich derzeit nicht verifizieren lässt. Noch am späten Samstagabend vermeldete die Regierung in Kiew, ukrainische Streitkräfte hätten angeblich zwei russische Transportmaschinen abgeschossen, in denen mutmaßlich russische Spezialkräfte ins Landesinnere gebracht werden sollten. Dem Bericht zufolge seien insgesamt 102 Panzer und 530 weitere Militärfahrzeuge zerstört worden.

Überprüfen lassen sich die Angaben nicht. Wie jedoch die Nachrichtenagentur AP berichtet, würden amerikanische Quellen den Abschuss der genannten Transportmaschinen bestätigen.

Ein völlig zerstörtes Militärfahrzeug nahe der ukrainischen Großstadt Charkiw.
Ein völlig zerstörtes Militärfahrzeug nahe der ukrainischen Großstadt Charkiw. Das Radfahrzeug lässt sich keiner Konfliktpartei genau zuordnen. © IMAGO / Ukrinform

Ukraine-Krieg im News-Ticker: EU verhängt Sanktionen gegen Russlands Verbündeten Belarus

Update vom 27. Februar 18.30 Uhr: Nach Russland sanktioniert die Europäische Union (EU) jetzt auch Putins Verbündeten Belarus. Das teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an diesem Sonntag bei der Vorstellung eines dritten Sanktions-Paketes mit. Sie bezeichnete den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko als „den zweiten Aggressor in diesem Krieg.“ Die Sanktionen sollten die „wichtigsten Sektoren“ des Landes treffen, erklärte die deutsche Politikerin weiter.

Update vom 27. Februar 18.10 Uhr: Mit der Türkei wendet sich nun sogar ein befreundeter Staat gegen Russland. So droht Ankara nach einer Bitte aus der Ukraine damit, den Bosporus für Kriegsschiffe zu sperren. Die Türkei ist Nato-Mitglied und beruft sich auf den internationalen Meerengenvertrag von Montreux. Dieser regelt die Zufahrt aus dem und ins Schwarze Meer. Versperrt die Türkei den Bosporus militärisch, könnte Russland keine Kriegsschiffe mehr ins Schwarze Meer und wieder heraus befördern.

Ukraine-Krieg im News-Ticker: Kiew relativiert Putins Drohung mit Abschreckungswaffen

Update vom 27. Februar 17.40 Uhr: Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat Ankündigungen Wladimir Putins, die Abschreckungswaffen Russlands in Alarmbereitschaft zu versetzen, als Druckmittel gegen sein Land bezeichnet.

„Wir sehen diese Ankündigung als Versuch, zusätzlichen Druck auf die ukrainische Delegation auszuüben“, erklärte Kuleba an diesem Sonntag. Noch heute sollen Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine an der belarussischen Grenze beginnen, wie die Regierung aus Kiew bestätigte. „Aber wir werden diesem Druck nicht nachgeben“, meinte Kuleba weiter: „Dann werden wir ihnen sagen, was wir darüber denken. Wir sind bereit, darüber zu diskutieren, wie wir den Krieg beenden können.“

Das Regierungsmitglied betonte, dass die Ukraine weder kapitulieren noch einen Teil seines Territoriums abgeben werde. Sollten Atomwaffen gegen die Ukraine eingesetzt werden, „dann habe ich eine einfache Botschaft: Es wird in einer Katastrophe für die gesamte Welt enden“, sagte er.

Update vom 27. Februar, 17.20 Uhr: Deutschland setzt im Ukraine-Krieg ein Zeichen für Frieden: In Berlin versammeln sich Hunderttausende vor dem Brandenburger Tor und protestieren gegen Wladimir Putin.

Ukraine-Krieg im News-Ticker: Kiew und Moskau beginnen angeblich Verhandlungen

Update vom 27. Februar, 16.45 Uhr: Die Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland dürfte nun schneller gestartet sein als erwartet. Laut einem Tweet der osteuropäischen Medienvereinigung Nexta sollen die Gespräche kurz vor 16 Uhr bereits gestartet haben. Näheres ist noch nicht bekannt.

Update vom 27. Februar, 15.50 Uhr: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat sich in einer ersten Reaktion besorgt über die Entscheidung von Kremlchef Wladimir Putin gezeigt, die Atomwaffen in besondere Alarmbereitschaft versetzen zu lassen. „Das zeigt, wie ernst die Lage ist und warum wir wirklich zusammenstehen müssen (...)“, sagte er in einem BBC-Interview. Zu einer möglichen Reaktion der Nato auf Putins Ankündigung machte er zunächst keine Angaben. Automatismen für einen solchen Fall gibt es nach Bündnisangaben nicht. Nato-Entscheidungen müssen von allen 30 Mitgliedstaaten im Konsens getroffen werden. Deutschland reagiert jedenfalls bereits: Wirtschaftsminister Habeck spricht von einer „militärischen Vergewaltigung“ der Ukraine.

Ukraine-Krieg: Diplomatische Lösung in Sicht? Ukraine stimmt Verhandlungen zu

Update vom 27. Februar, 15.05 Uhr: Im Ukraine-Krieg überschlagen sich im Moment die Ereignisse. Nach der Ankündigung Russlands, die Atomstreitkräfte in Alarmbereitschaft zu versetzen, kommt die Ukraine offenbar einen Schritt entgegen. Friedensverhandlungen sollen mittlerweile vereinbart sein. Das Treffen werde an der ukrainisch-belarussischen Grenze stattfinden, teilte das Präsidialamt in der ukrainischen Hauptstadt Kiew am Sonntag mit. Es gebe keine Bedingungen und ein Zeitpunkt wurde zunächst nicht genannt.

Update vom 27. Februar, 14.45 Uhr: Im Ukraine-Konflikt hat Russlands Präsident Wladimir Putin offenbar die nächste Eskalationsstufe eingeleitet. Internationale Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten: Russland versetzt offenbar die Atomstreitkräfte des Landes in Alarmbereitschaft. Das verkündete Putin nach übereinstimmenden Berichten, unter anderem der Tagesschau, am Sonntag im russischen Fernsehen.

Ukraine-Krieg: Kehrtwende möglich - Friedensverhandlungen in Belarus?

Update vom 27. Februar, 14.20 Uhr: Im Ukraine-Krieg könnte es nun zu einer Kehrtwende kommen. Die ukrainische Seite soll Angaben aus Moskau zufolge nun doch zu Friedensverhandlungen in Belarus bereit sein. „Es wurde die Bereitschaft geäußert, zu den Verhandlungen in die Region Gomel zu kommen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Sonntag der Agentur Interfax. „Die russische Seite und die russische Delegation vor Ort sind vollständig auf die Verhandlungen vorbereitet.“

Von ukrainischer Seite gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor mitgeteilt, Verhandlungen in einem neutralen Land führen zu wollen. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat zugegeben, dass auch von belarussischem Gebiet aus zwei Raketen aufs Nachbarland Ukraine gefeuert worden sein sollen.

Ukraine-Konflikt: Schwere Kämpfe nur acht Kilometer vor Kiew – Augenzeugen berichten von „Schlachtfeld“

Update vom 27. Februar, 13.29 Uhr: Russische Panzer sind angeblich nur noch etwa acht Kilometer von der ukrainischen Hauptstadt entfernt. Das schreibt die Bild (Online) und beruft sich dabei auf Augenzeugenberichte. Am Sonntagmorgen sollen die Truppen in die beiden Vorstädte Irpin und Butscha eingefallen sein und dort ein „Schlachtfeld“ hinterlassen haben.

Die ukrainischen Truppen hätten sich erfolgreich gewehrt, die Gefechte seien schwer gewesen. „Viele Panzer wurden zwischen Butscha und Irpin besiegt“, zitiert Bild einen Einwohner. Weiter schilderte der Mann, dass viele der Panzer Schaden genommen hätten, weil sie auf einer Brücke feststeckten und unter Beschuss gerieten.

Der Rest der Kolonne ist laut dem Bericht nun allerdings weiter auf dem Weg nach Kiew. Bei den Kämpfen sollen mehrere russische Soldaten getötet worden sein.

Panorama-Foto von Kiew vom 27. Februar 2022, am Horizont ist schwarzer Rauch zu sehen.
Kiew vom 27. Februar 2022, am Horizont ist schwarzer Rauch zu sehen. © Evgen Kotenko/Imago

Scholz-Rede zu Ukraine-Konflikt: „Putin steht im Abseits“

Update vom 27. Februar, 11:55 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz hat angesichts des Ukraine-Konflikts eine Regierungserklärung abgegeben. Darin spricht er von einer „Zeitenwende“. Putin stelle sich mit dem Angriff in das „Abseits“. Dieser Krieg sei der Krieg des russischen Machthabers, doch man müsse „auf der richtigen Seite der Geschichte stehen.“ Daher sei ein Sondervermögen für die Ausstattung der Bundeswehr nötig, 100 Milliarden Euro seien im Bundeshaushalt 2022 vorgesehen.

Deutschland macht außerdem mit der Luftraumsperre für russische Maschinen ernst. Die Regelung gilt ab Sonntag 15.00 Uhr und betrifft Flüge nach Deutschland sowie Überflüge, wie das Bundesverkehrsministerium mitteilte. Eine entsprechende Mitteilung (Notam) wurde demnach bereits veröffentlicht. Humanitäre Flüge seien von dem Verbot ausgenommen. Gelten solle dies laut Ministerium zunächst für drei Monate.

Ukraine-Konflikt: 150.000 Menschen flüchten - Deutsche Bahn erleichtert Einreise

Update vom 27. Februar, 11.15 Uhr: Der Ukraine-Konflikt hat nicht nur offenbar russische Soldaten als Gefangene, sondern auch immer mehr Flüchtlinge zur Folge. Laut dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, Filippo Grandi, sind seit Beginn des Ukraine-Konflikts mehr als 150.000 Menschen vertrieben worden und in Nachbarländer eingetroffen. Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge sei dabei in Polen angekommen, wobei auch Ungarn, Moldawien, Rumänien und weitere Länder Menschen aufgenommen hätten. Das schreibt er auf Twitter.

Ukraine: Google schließt russische Staatsmedien von finanzieller Nutzung aus

Update vom 27. Februar, 10.55 Uhr: Im Ukraine-Konflikt kommt es nun zum nächsten Paukenschlag. Google hat am Samstag die finanzielle Nutzung seiner Plattformen durch russische Staatsmedien eingeschränkt, wie der US-Konzern mitteilt. Diese könnten somit dort kein Geld mehr verdienen. Zuvor hatten bereits die zum Google-Konzern gehörenden Unternehmen Youtube und Facebook ähnliche Schritte angekündigt.

„Als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine setzen wir die Monetarisierung russischer staatlich finanzierter Medien auf unseren Plattformen aus“, erklärt ein Google-Sprecher. Je nach Entwicklung der Lage würden weitere Schritte folgen, heißt es weiter.

Ukraine-Konflikt: Russische Soldaten nehmen zweitgrößte Stadt ein – heftige Straßenkämpfe entfacht

Update vom 27. Februar, 10.09 Uhr: Die russische Armee ist nach ukrainischen Angaben bis ins Zentrum der zweitgrößten Stadt Charkiw vorgedrungen. Die Kämpfe dauerten an, erklärte der Gouverneur der Region, Oleg Sinegubow, am Sonntag auf Facebook. Er rief die rund 1,4 Millionen Einwohner auf, ihre Häuser nicht zu verlassen.

Die Kämpfe in Charkiw begannen am Sonntagmorgen. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete von heftigen Straßenkämpfen. Seit dem Vormittag seien Maschinengewehrfeuer und Explosionen zu hören. Er habe zudem mehrere verlassene russische Panzerfahrzeuge und ein ausgebranntes Wrack gesehen, berichtete der Reporter. Die Straßen waren menschenleer.

Im Süden der Ukraine rückte die russische Armee nach eigenen Angaben auf die Großstädte Cherson und Berdjansk vor. Cherson hat 290.000, Berdjansk 110.000 Einwohner. Die Hauptstadt Kiew war nach Angaben der Stadtverwaltung am Sonntagmorgen weiterhin unter der Kontrolle der ukrainischen Streitkräfte. Es gab demnach aber Kämpfe mit „Saboteuren“.

Charkiw in der Ukraine: Ein ukrainischer Soldat raucht während seines Einsatzes eine Zigarette neben einem gepanzerten Fahrzeug.
Ein ukrainischer Soldat in Charkiw macht kurz vor dem russischen Angriff eine Rauchpause. © Andrew Marienko/dpa

Ukraine-Konflikt: Gasleitung explodiert, Öldepot in Flammen

Update vom 27. Februar, 8.49 Uhr: Die Ukraine meldet für die Nacht schwere Kämpfe im ganzen Land. Bei Gefechten um die Stadt Charkow ist eine Gasleitung nach einer Explosion in Flammen aufgegangen. Nach Darstellung der ukrainischen Agentur Unian wurde die Leitung von russischen Truppen gesprengt. .

Zu dem Video der Explosion, das von der Agentur verbreitet wurde, hieß es, dass es sich dabei „nicht um einen nuklearen Angriff handelt, auch wenn es so aussehen mag“. Unklar war, ob es sich bei der Leitung um eine regionale Erdgasleitung oder um einen Teil der aus Russland nach Europa führenden Leitungen handelt. Viele Angaben ließen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen.

Ukraine-Konflikt: Öldepot bei Kiew in Flammen

Außerdem haben sich russische und ukrainische Einheiten am frühen Sonntagmorgen erbitterte Gefechte um den Flughafen Vasilkovo bei Kiew geliefert. Nach ukrainischer Darstellung ist dabei ein Treibstoffdepot von mehreren Raketen getroffen und in Brand gesetzt worden. Wegen der anhaltenden Kämpfe konnten Feuerwehren nicht zum Löschen vorrücken. Der Feuerschein war nach Berichten von Augenzeugen am nächtlichen Himmel über Kiew sichtbar.

Der U-Bahn-Verkehr in Kiew wurde vollständig eingestellt, die U-Bahnhöfe dienen nun als Schutzräume für die Einwohner - auch in anderen Städten. Zahlreiche Menschen suchen dort bereits seit Tagen Zuflucht vor den russischen Raketenangriffen. In der Stadt gilt unter Bürgermeister Vitali Klitschko eine Ausgangssperre bis zunächst einschließlich Montag (siehe vorheriges Update).

Ukraine-Konflikt: Eine Frau sucht mit ihrem kleinen Kind Zuflucht in einer U-Bahn-Station in Lviv (Lemberg).
Ukraine-Konflikt: Eine Frau sucht mit ihrem kleinen Kind Zuflucht in einer U-Bahn-Station in Lviv (Lemberg). © DANIEL LEAL/AFP

Ukraine-Krieg Live: Lufthansa fliegt nicht mehr nach Russland - Klitschko erwartet „schwierige Nacht“

23 Uhr: Die Lage in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko „kompliziert und angespannt“. „Die Nacht wird schwierig“, schreibt er am Samstagabend im Nachrichtenkanal Telegram. In Kiew würden demnach „Sabotagegruppen“ operieren, „der Feind“ sei jedoch noch nicht in die Stadt eingedrungen. Das Militär und die Strafverfolgungsbehörden würden „Saboteure neutralisieren“, schreibt Klitschko weiter.

Russland beschieße auch Wohnviertel in der Hauptstadt, so Klitschko. Diese Information lässt sich allerdings nicht unabhängig überprüfen. Moskau dementiert vehement, ukrainische Zivilisten anzugreifen. Klitschko hingegen beklagt bereits sechs Tote seit Beginn des Angriffs in Kiew, darunter ein Kind. Zudem seien 71 Menschen verletzt worden.

So unübersichtlich die Lage auch in der Nacht auf Sonntag bleibt, so sehr kristallisiert sich die Erkenntnis heraus, dass sich Russland nicht so leicht tut, wie noch zu Beginn der Invasion angenommen. Die ukrainische Armee behauptet sich vielerorts. Russische Versuche, in die Hauptstadt Kiew einzudringen, wurden offenbar vereitelt. Zudem gibt es Aufnahmen und Informationen, die nahelegen, dass sich die russischen Soldaten nicht so leicht tun im Umgang mit der Zivilbevölkerung, die sich ihnen in den Weg stellt. Vielleicht ist das aber auch alles eher westliches Wunschdenken. Militärexperte und Ex-Nato-General Egon Ramms geht im ZDF-heute journal jedenfalls davon aus, dass Putin nun die an der Grenze wartende zweite Welle in Gang setzt und den Krieg weiter eskallieren lässt.

Ukraine: Konflikt sorgt für Luftraum-Sperre - Lufthansa fliegt nicht mehr nach Russland

22.20 Uhr: Neben weitreichenden Sanktionen und dem möglichen Ausschluss Russlands aus dem Bankensystem Swift haben sich die EU-Staaten offenbar auf einen weiteren Schritt geeinigt. Wie ein Mitarbeiter des ARD-Hauptstadtstudios auf Twitter meldet, sollen die europäischen Länder den Luftraum für russische Airlines dicht machen. Dies sei ihm aus „verlässlicher Quelle“ bestätigt worden. Auch die Lufthansa fliegt nicht mehr nach oder über Russland, so der Konzern in einem Statement. Dies gelte zunächst für eine Woche.

In diesem Fall wäre Russland erheblich vom globalen Transport- und Reiseverkehr abgeschnitten. Moskau überlege jedoch, auch seinen Luftraum für die EU zu sperren, schreibt der ARD-Journalist in einem weiteren Tweet. Währenddessen bewaffnet sich die ukrainische Bevölkerung immer mehr - wie auch der Ex-Präsident Poroschenko.

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts fliegt die Lufthansa zunächst nicht mehr nach oder über Russland. Aufgrund „der aktuellen und sich abzeichnenden regulatorischen Situation“ gelte dies für sieben Tage, teilte der Konzern am Samstagabend mit. Flüge nach Russland werden demnach ausgesetzt. „Flüge, die sich im russischen Luftraum befinden, werden diesen in Kürze wieder verlassen.“

Ukraine-Konflikt: Swift-Umschwung Deutschlands - Stadt offenbar in Flammen

20.45 Uhr: Die russischen Truppen stoßen in der Ukraine offenbar immer weiter vor. Deutschland hat bereits auf die Kampfhandlungen reagiert und die Lieferung deutscher Waffen an die Ukraine sowie Swift-Einschränkungen für Russland angekündigt. Wobei hier immer noch nur von einer „Einschränkung“ seitens Deutschland gesprochen wird und nicht von einer kompletten Abschottung Russlands von Swift, oder wie es die ausgewiesene Russland-Expertin Sarah Pagung von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik formuliert: „Die wertegeleitete Außenpolitik der neuen Regierung hört leider genau da auf, wo auch die der letzten aufgehört haben - bei der nächsten Gaslieferung.“

Ukraine-Krieg: Lage bleibt unübersichtlich - Nato-General spricht von größeren Verlusten bei Russen

20.16 Uhr: Die Informationslage über den russischen Angriffskrieg in der Ukraine ist durchwegs dünn. Auch in Kiew. Der Flughafen Hostomel nur sieben Kilometer nördlich von Kiew soll von den Russen eingenommen worden sein. Ein strategisch wichtiges Wasserkraftwert der Stadt soll laut Energieministerium von den Ukrainern gehalten werden. Bestätigen lässt sich das alles nicht. Klar ist nur, dass der Vormarsch Russlands langsamer verläuft, als sich das manch einer in Moskau vorgestellt hatte. Relativ klar ist wohl auch, dass russische Truppen von Norden sehr nah an Kiew heranrücken. Der ehemalige Nato-General Egon Ramms traut sich zudem im ZDF eine Aussage über die Verluste zu: „Dass die Verluste der russischen Streitkräfte höher sind als die Verluste der ukrainischen Streitkräfte, so viel lässt sich, glaube ich, sagen.“

19.01 Uhr - Deutschland schickt Waffen nach Kiew: Deutschland schickt 1000 Panzerabwehrwaffen und 500 Boden-Luft-Raketen aus Bundeswehr-Beständen an die Ukraine. Regierungssprecher Steffen Hebestreit teilte am Samstagabend mit, die Waffen sollten so schnell wie möglich geliefert werden, um die ukrainischen Streitkräfte zu unterstützen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erklärte, es sei Deutschlands „Pflicht, die Ukraine nach Kräften zu unterstützen bei der Verteidigung gegen die Invasionsarmee von Wladimir Putin“.

Ukraine-Krieg: Russische Truppen wieder auf dem Vormarsch

18.36 Uhr: Währenddessen melden russische Truppen einen neuen Gebietserfolg. Russische Truppen haben bei ihrem Angriff auf die Ukraine einen strategisch wichtigen früheren Flugplatz im Süden des Landes eingenommen. Wie die Gebietsverwaltung der Großstadt Berdjansk am Samstag mitteilte, befindet sich schweres russisches Militärgerät auf dem Airport. Die Stadt ist Medienberichten zufolge von russischen Truppen eingeschlossen, die von dort weiter auf Mariupol vorrücken und die Stadt in die Zange nehmen könnten. Mariupol liegt in der Nähe der ostukrainischen Separatistengebiete und ist der letzte wichtige Hafen unter Regierungskontrolle am Asowschen Meer. Die Behörden verhängten eine Ausgangssperre.

Ukraine-Krieg: Ein Hochhaus in Kiew, nachdem es von einer russischen Rakete getroffen wurde.
Ukraine-Krieg: Ein Hochhaus in Kiew, nachdem es von einer russischen Rakete getroffen wurde. © DANIEL LEAL/AFP

Ukraine-Krieg: Bundesregierung jetzt doch für Swift-Einschränkung

18.31 Uhr - Baerbock und Habeck jetzt doch für Ausschluss Russlands aus Swift: Im Streit um einen Ausschluss Russlands aus dem internationalen Zahlungssystem Swift lenkt Deutschland offenbar ein. Die Bundesregierung arbeite „unter Hochdruck daran, wie die Kollateralschäden einer Abkopplung (Russlands) von Swift so eingegrenzt werden können, dass sie die Richtigen trifft“, erklärten Bundesaußenministerin Annalena Baerbock und Vizekanzler Robert Habeck (beide Grüne) am Samstag. „ Was wir brauchen, ist eine gezielte und funktionale Einschränkung von Swift.“

Ukraine-Konflikt: Russland sprengt Damm

18.22 Uhr: Russland hat nach eigenen Angaben die Wasserversorgung der annektierten ukrainischen Halbinsel Krim nach acht Jahren wieder sichergestellt. Russische Truppen sprengten einen von der Ukraine errichteten Damm, der seit 2014 den wichtigen Nord-Krim-Kanal vom Fluss Dnipro abgeschnitten hatte, wie der Armee-Fernsehsender Swesda am Samstag berichtete. Fallschirmjäger hatten den Kanal nach dem Angriff auf die Ukraine erobert.

Über das Bauwerk bezog die Krim bis zur Annexion durch Russland bis zu 90 Prozent ihrer Wasserversorgung. Wegen der Blockade hatte der Chef der Krim-Republik, Sergej Aksjonow, einen sparsamen Umgang mit Wasser angeordnet. Der Grundwasserspiegel auf der Halbinsel sank deutlich, weite Flächen trockneten auch wegen fehlender Niederschläge aus.

Ukraine-Krieg: Deutschland liefert Waffen in Kriegsgebiet

17.55 Uhr: Deutsche Waffen für die Ukraine! AFP und mehrere Medien berichten übereinstimmend, dass die Bundesregierung einer Lieferung von 400 Panzerfäusten für die Ukraine zugestimmt hat. Ferner soll die Lieferung von 10.000 Litern Treibstoff geprüft werden. Außenministerin Annalena Baerbock und Vizekanzler Robert Habeck (beide Grüne) erklärten hierzu: „Nach dem schamlosen Angriff Russlands muss sich die Ukraine verteidigen können. Sie hat ein unabdingbares Recht auf Selbstverteidigung. Die Bundesregierung unterstützt daher die Ukraine auch bei der Ausstattung mit dringend benötigtem Material.“

Ukraine-Konflikt Live: Russische Truppen dringen laut Pentagon langsamer vor, als befürchtet

Update vom 26. Februar, 17.30 Uhr: Obwohl die russische Militäroffensive in der Ukraine ausgeweitet werden soll, macht sie laut USA langsamer Fortschritte als zunächst befürchtet. „Sie treffen auf mehr Widerstand, als sie erwartet haben“, sagte der Vertreter des Pentagons in einem Briefing für Journalisten. Die Truppen seien nicht „so weit oder so schnell vorgedrungen wie wir angenommen hatten“. „Unserer Einschätzungen zufolge leisten die Ukrainer mehr Widerstand als die Russen erwartet hatten“, so der Vertreter.

Er schränkte jedoch ein, Russland halte bislang noch einen großen Teil seiner in der Nähe der Ukraine stationierten Soldaten zurück. Die US-Regierung geht davon aus, dass Russland mehr als 150.000 Soldaten rund um die Ukraine zusammengezogen hat. Bislang „ist es unsere Einschätzung, dass alles langsamer geht, als die Russen angenommen hatten“, sagte er. Ein guter Indikator dafür sei, dass die russischen Streitkräfte bislang noch keine größeren Städte eingenommen hätten.

Ukraine-Krise: Russland kündigt Ausweitung der Militäroffensive an

Update vom 26. Februar, 16.49 Uhr: Russland hat laut Kreml am Samstag eine Ausweitung seiner Militäroffensive in der Ukraine angeordnet. Den Streitkräften sei befohlen worden, nunmehr „die Offensive in alle Richtungen zu erweitern“, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Begründet wurde der Befehl damit, dass die Ukraine Verhandlungen mit Russland abgelehnt habe.

„Nachdem die ukrainische Seite einen Verhandlungsprozess abgelehnt hat, haben heute alle Einheiten den Befehl erhalten, den Vormarsch in alle Richtungen auszudehnen“, sagte der russische Armeesprecher Igor Konaschenkow.

Ukraine-Konflikt: Armee verteilt 25.000 automatische Waffen an Einwohner von Kiew

Update vom 26. Februar, 15.40 Uhr: Zur Abwehr des erwarteten großen russischen Angriffs auf die ukrainische Hauptstadt Kiew haben die Behörden nach eigenen Angaben zahlreiche Waffen an die Einwohner verteilt. Insgesamt seien 25.000 automatische Waffen sowie 10 Millionen Patronen ausgegeben worden, sagte Innenminister Denys Monastyrskyj in einem am Samstag veröffentlichten Video. Auch Panzerabwehrwaffen seien ausgehändigt worden. „Kiew wird sich selbst verteidigen“, sagte Monastyrskyj. Er sagte, er sei stolz, wenn er sehe, wie die Menschen ihre Städte, Dörfer, Straßen und Häuser verteidigten. „Sie organisieren sich selbst, es gibt keine Plünderungen oder Raubüberfälle.“

Update vom 26. Februar, 14.03 Uhr: Die Ukraine hat nach Kreml-Angaben Friedensverhandlungen mit Russland abgelehnt. „Da sich die ukrainische Seite grundsätzlich weigerte zu verhandeln, wurde der Vormarsch der wichtigsten russischen Streitkräfte heute Nachmittag gemäß dem Operationsplan wieder aufgenommen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Eine Bestätigung von ukrainischer Seite gab es zunächst nicht.

Ukraine-Konflikt: Frankreich fängt russisches Frachtschiff im Ärmelkanal ab

Update vom 26. Februar, 13.37 Uhr: Die französische Marine hat im Ärmelkanal ein russisches Frachtschiff abgefangen. Das mit Fahrzeugen beladene Handelsschiff sei in der Nacht auf Samstag in den Hafen von Boulogne-sur-Mer umgeleitet worden. Es wollte die Straße von Pas-de-Calais, dem engsten Teil der Meerenge zwischen Großbritannien und Kontinentaleuropa, überqueren. Das bestätigte die maritime Präfektur der Deutschen-Presse-Agentur in Paris.

Es wird vermutet, dass das Handelsschiff mit russischen Finanzinteressen in Zusammenhang steht. Die EU hat gegen Russland als Reaktion auf den Einmarsch in die Ukraine Sanktionen in den Bereichen Energie, Finanzen und Transport, Exportkontrollen und Visabeschränkungen ergriffen. Eine Zollkontrolle werde durchgeführt und die Papiere überprüft, hieß es von der französischen Behörde.

Ukraine-Konflikt: Klitschko verschärft Ausgangssperre in Kiew

Update vom 26. Februar, 13.15 Uhr: Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew, hat die Ausgangssperre in der ukrainischen Hauptstadt angesichts der andauernden russischen Angriffe verschärft: Wer sich zwischen 17 und 8 Uhr auf der Straße aufhalte, werde als „Feind“ betrachtet, erklärte Klitschko bei Telegram. Bisher hatte die kriegsbedingte Ausgangssperre in der ukrainischen Hauptstadt von 22 bis 7 Uhr gegolten. „Alle Zivilisten, die sich während der Ausgangssperre auf den Straßen aufhalten, werden als Mitglieder von Sabotage- oder Aufklärungstruppen des Feindes betrachtet“, betonte Klitschko.

Ukraine-Konflikt: Ukrainische Armee mit Bitte an Bürger - „Stoppt Russen mit allen Mitteln!“

Raketenangriff auf Wohnhaus in Kiew: Bürgermeister Vitali Klitschko veröffentlichte via Telegram diesen Screenshot aus einer Überwachungskamera.
Raketenangriff auf Wohnhaus in Kiew: Bürgermeister Vitali Klitschko veröffentlichte via Telegram diesen Screenshot aus einer Überwachungskamera. © TELEGRAM / @VITALIY_KLITSCHKO / AFP

Update vom 26. Februar, 12.50 Uhr: Die ukrainische Armee hat die Bevölkerung aufgefordert, den russischen Vormarsch mit allen Mitteln zu stoppen. „Fällt Bäume, baut Barrikaden, verbrennt Reifen! Nutzt alles, was Ihr zur Hand habt!“, zitierte die Agentur Unian aus einer Mitteilung. Auch der Bau sogenannter Molotow-Cocktails könne helfen. „Die Besatzer müssen verstehen, dass sie hier nicht erwünscht sind und dass ihnen in jeder Straße Widerstand geleistet wird“, hieß es weiter. „Mögen sie Angst haben, auch nur unsere Städte anzuschauen. Gemeinsam zum Sieg! Die Besatzer werden zerstört werden.“

Ukraine-Konflikt: Russische Fallschirmjäger zurückgeschlagen

Update vom 26. Februar, 11.35 Uhr: In der Nähe der westukrainischen Großstadt Lwiw (Lemberg) sind nach Angaben von Bürgermeister Andrij Sadowyj russische Truppen gelandet. Drei Hubschrauber hätten am Samstagmorgen etwa 60 Fallschirmjäger bei der Stadt Brody abgesetzt, rund 90 Kilometer nordöstlich von Lwiw, schrieb Sadowyj bei Facebook. „Unsere Truppen haben sie zurückgeschlagen.“ Die Angreifer hätten sich vorerst zurückgezogen. „Wir behalten die Situation unter Kontrolle“, betonte Sadowyj. Die Gegend um Lwiw in der Nähe zur polnischen Grenze gilt als Hochburg ukrainischer Nationalisten. Auf dieser Karte sehen Sie, wo es zu Angriffen im Ukraine-Konflikt kommt.

Ukraine-Konflikt: Klitschko mit eindringlichem Appell an Bevölkerung - „Der Feind greift aus der Luft an“

Erstmeldung vom 26. Februar 2022:

Kiew - Der Ukraine-Konflikt spitzt sich weiter zu: An Tag drei der russischen Invasion in die Ukraine haben sich beide Seiten Gefechte um die Hauptstadt Kiew und andere Städte geliefert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rief seine Landsleute in Videobotschaften zur Abwehr russischer Angriffe auf und forderte die Aufnahme seines Landes in die EU.

Auch Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko wandte sich in einem am Samstag auf Telegram verbreiteten Clip an die Bevölkerung. Der ehemalige Profi-Boxer rief die Menschen auf, sich in Sicherheit zu bringen. „Bleibt in den Bombenschutzkellern, denn der Feind greift aus der Luft an.“ Die Infrastruktur funktioniere, die U-Bahn fahre. Klitschko forderte dazu auf, mutmaßliche Markierungen von Angriffszielen auf Häusern zu entfernen. „Wir haben Kontrollpunkte eingerichtet, daher wird die Bewegung in der Stadt eingeschränkt und erschwert.“ Klitschko sagte: „Es wird schwer, aber wir sind verpflichtet durchzuhalten, denn die Armee ist mit uns, die Gebietsverteidigung ist mit uns, die Gerechtigkeit ist mit uns.“

Ukraine-Konflikt: Lage in Kiew unter Kontrolle - Hochhaus von Rakete getroffen

In der Nacht von Freitag auf Samstag wurden erneut Gefechte aus Kiew gemeldet, unter anderem um ein Heizkraftwerk und eine Kaserne der ukrainischen Streitkräfte. Bilder zeigten zudem Treffer in einem Wohngebäude. Vitali Klitschko bestätigte den Einschlag einer russischen Rakete in ein Hochhaus.

Trotz einer weiteren „schweren Nacht“ im Russland-Ukraine-Konflikt sei die ukrainische Hauptstadt Kiew weiter in der Hand der Regierung, so der 50-Jährige. „Es gibt keine russischen Truppen in der Stadt“, sagte Klitschko, der jedoch zugleich betonte: „Der Feind versucht, in die Stadt vorzudringen.“

Ukraine-Konflikt: Militärische Erfolgsmeldungen beider Kriegsparteien mit Vorsicht zu behandeln

Von beiden Kriegsparteien gab es militärische Erfolgsmeldungen. Das ukrainische Militär erklärte, man habe 3500 russische Soldaten getötet und 200 weitere gefangen genommen. Zudem seien 14 Flugzeuge, 8 Hubschrauber und 102 Panzer sowie mehr als 530 weitere Militärfahrzeuge zerstört worden.

Russland meldete seinerseits, es seien mehr als 800 ukrainische Militärobjekte „außer Gefecht“ gesetzt worden. 14 Militärflugplätze, 19 Kommandoposten, 24 Flugabwehr-Raketensysteme vom Typ S-300 und 48 Radarstationen seien zerstört, acht Marine-Boote der Ukraine getroffen worden. Russische Truppen hätten die Kontrolle über die südostukrainische Kleinstadt Melitopol (diese Karte zeigt die bereits eroberten Gebiete im Ukraine-Krieg).

Diese Angaben der Kriegsparteien können nicht von unabhängiger Seite überprüft werden. Gesicherte Informationen sind immer schwerer verfügbar. Viele westliche Journalisten haben Kiew verlassen.

Insgesamt sind nach Einschätzung der Vereinten Nationen Hunderttausende Menschen im Land auf der Flucht vor Kämpfen. Tausende erreichten inzwischen EU-Länder wie Polen, die Slowakei, Rumänien und Ungarn. (sk/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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