Syrien und Ukraine

Obama trifft bei Pazifik-Gipfel auf Putin

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Ein bilaterales "Abschlussgespräch" der Beiden war nicht angesetzt worden - so waren letzte Worte den zufälligen Gipfelbegegnungen vorbehalten. Foto: Presidency Of Peru

Alle reden beim Asien-Pazifik-Gipfel über einen, der gar nicht da ist: Bald-US-Präsident Donald Trump. Die Unsicherheit durch seine Wahl ist überall zu spüren. Zwei haben sich in Lima nicht mehr viel zu sagen.

Lima (dpa) - US-Präsident Barack Obama hat bei seinem letzten Gipfel noch einmal kurz Russlands Präsidenten Wladimir Putin getroffen. Beide sprachen am Sonntag beim Asien-Pazifik-Gipfel (Apec) in Lima kurz über den ungelösten Konflikt in der Ukraine.

Sie betonten, weiter an Lösungen im Syrien-Konflikt zu arbeiten. Die Begegnung soll lediglich vier Minuten gedauert haben. "Beide Präsidenten haben ihr Bedauern ausgedrückt, dass kein Fortschritt in der Ukraine erreicht worden ist", sagte anschließend Kremlsprecher Dmitri Peskow nach Angaben der Agentur Tass.

Sie setzen weiter auf die Umsetzung des von Russland, der Ukraine, Deutschland und Frankreich ausgehandelten Minsker Abkommens, um die Kämpfe in der Ost-Ukraine zu beenden. Bei dem Treffen betonten beide nach Angaben aus den Delegationen zudem, dass die Außenminister John Kerry und Sergej Lawrow ihre Initiativen zur Lösung des Konflikts in Syrien fortsetzen sollen.

Die USA hatten Russlands Annexion der Krim und die Unterstützung von Separatisten im Ukraine-Konflikt scharf kritisiert, ebenso die Bombardements in Syrien und die Parteinahme für Machthaber Baschar al-Assad. Am 20. Januar übernimmt der Republikaner Donald Trump das Präsidentenamt in den USA. Putin hatte betont, dass er unter Trump auf bessere Beziehungen zu den USA hofft.  

Zahlreiche Staats- und Regierungschefs warnten in Lima Trump vor Handelsmauern und Abschottung. Chinas Staatschef Xi Jinping unterstrich beim Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) die Chancen für Wohlstand und Arbeitsplätze. Ohne Trump zu nennen, sagte Xi Jinping: "China macht die Tür nicht zu." Bei einem Treffen mit Obama betonte er, man hoffe auf einen "sanften Übergang" beim Wechsel im Weißen Haus. Trump droht China mit Strafzöllen und will das weltweit größte Freihandelsabkommen, die von Obama ausgehandelte Transpazifische Partnerschaft (TPP) von zwölf Staaten stoppen. 

Obama wollte mit TPP auch den geostrategischen US-Einfluss in der Asien-Pazifik-Region stärken. China, das nicht an TPP beteiligt ist und in der Region bisher auf das Konkurrenzprojekt RCEP mit 16 Staaten setzt, wirbt dafür, beide Konzepte in einer riesigen Freihandelszone Asien-Pazifik (FTAAP) zusammenzuführen. Konsens in Lima war, Kooperationen zu stärken, statt neue Mauern zu bauen. "Es wird nicht das Gleiche sein, wie er regiert und wie er Wahlkampf gemacht hat", sagte Obama.

Perus Präsident Pedro Pablo Kuczynski hatte zum Auftakt des Treffens von 21 Staaten betont: "Wir müssen als Apec eine sehr starke Botschaft an die Welt schicken (...), dass der der Handel dem Wohlstand dient und dass der Freihandel weiter wachsen muss". Die Apec-Länder erzeugen 57 Prozent der Weltwirtschaftsleistung.

Bei seinem letzten öffentlichen Auftritt im Ausland als Präsident warnte Obama vor einer Vorverurteilung seines Nachfolgers Trump. "Erwartet nicht das Schlechteste, hofft, dass die Administration ihren Job machen und arbeiten wird. Danach kann man sein Urteil fällen", sagte er bei einem Treffen mit jungen Führungskräften.

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