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Postbank kassiert kostenfreie Konten: Das müssen Sie wissen

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Die Postbank hatte das Gratis-Girokonto erfunden. Jetzt kappt sie es für viele ihrer Kunden.

München - Die Postbank schafft Gratis-Girokonten für die meisten ihrer Kunden ab. Die tz zeigt, wie die Zukunft für Postbank-Kunden aussieht.

Fast 20 Jahre ist es her, dass die Postbank mit Gratis-Girokonten an den Markt ging. Die Zeiten sind vorbei, denn jetzt schafft die Bank, Noch-Tochter der Deutschen Bank und auf dem Sprung an die Börse, dieses Erfolgsmodell für die meisten ihrer Kunden ab. Die nach den Sparkassen und Volksbanken größte Privatkunden-Bank Deutschlands begründet den Schritt mit der schwierigen Marktlage – und kritisiert die Kostenlos-Kultur. Auf die Frage, ob nach der Kontenreform die meisten Kunden mehr zahlen, sagte Produktvorstand Susanne Klöß der SZ: „Ja, das ist so.“Die tz zeigt, wie die Zukunft für Postbank-Kunden aussieht.

Welche Girokonten werden künftig angeboten?

Das Basiskonto Postbank Giro plus kostet ab November für alle 3,90 Euro im Monat. Bisher war das Girokonto für alle Kunden, die mehr als 1000 Euro Geldeingang hatten, kostenlos. Billiger wird es also lediglich für die rund eine Million Kunden mit Geldeingang unter 1000 Euro – die mussten bisher nämlich 5,90 Euro berappen.

Erstmals führt die Postbank ein Online-Konto mit einer monatlichen Grundgebühr von 1,90 Euro ein.

Ein flexibles Konto mit einem Entgelt von 3,90 Euro gibt es für Kunden, die ihre Bankgeschäfte sowohl online als auch in Filialen abwickeln wollen.

Teurer wird die Visa-Card, für die künftig 29 Euro statt 22 Euro im Jahr fällig sind.

Kostenlos bleibt die Kontoführung für junge Leute unter 23 Jahren und für Besserverdienende, auf deren Konto regelmäßig mehr als 3000 Euro monatlich eingezahlt wird (Komfortkonto). Wer die 3000-Euro-Grenze nicht erreicht, aber das Sorglos-Paket bucht, zahlt 9,90 Euro pro Monat.

Wie wird die Bank die Kunden informieren?

Bankchef Frank Strauß hatte die Reform angekündigt.

Die rund 5,3 Millionen Betroffenen werden per Brief über die Neuerungen unterrichtet. Wer nicht zahlen will und den entsprechenden Änderungen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) nicht zustimmt, dem wird die Bank nach Angaben auf ihrer Internetseite in letzter Konsequenz das Konto kündigen. In Kraft treten sollen die Änderungen am 1. November 2016.

Wie begründet die Postbank die Maßnahmen?

Vor allem mit dem Verweis auf die Niedrigzins­politik der EZB. Bankvorstand Susanne Klöß zur SZ: „Natürlich geht es uns auch um die Erträge“. Die Postbank habe Mitarbeiter und Gesellschafter, denen sie gerecht werden müsse: „Wir brauchen ein nachhaltiges Geschäftsmodell.“

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