Laut einer Studie

Rechtsextreme und -populistische Einstellungen stark verbreitet

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Pegida-Kundgebung in Dresden.

Berlin - Rechtsextremistische und -populistische Urteile halten sich einer Studie zufolge hartnäckig in der Gesellschaft. Unter den AfD-Wähler seien dies sogar 84 Prozent.

Mit 28 Prozent neige mehr als ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland zu sogenannten neurechten Einstellungen, ergab die Erhebung "Gespaltene Mitte - Feindselige Zustände" der Friedrich-Ebert-Stiftung, die am Montag in Berlin veröffentlicht wurde.

Die Neue Rechte transportiert den Studienautoren zufolge über Begriffe wie "Identität" und "Widerstand" eine national-völkische Ideologie. Sie löse damit zunehmend den offenen Rechtsextremismus ab und definiere sich über Verschwörungsmythen wie eine vermeintliche Unterwanderung durch den Islam, die Behauptung eines Meinungsdiktats sowie eine Beschimpfung des "Establishments" als illegitim, verlogen und betrügerisch. Zudem werde eine Abkehr von der EU gefordert und zum Widerstand gegen die aktuelle Politik aufgerufen.

40 Prozent der Befragten äußerten die Meinung, die deutsche Gesellschaft werde durch den Islam unterwandert. 28 Prozent gehen davon aus, von den regierenden Parteien betrogen zu werden. Genauso viele beklagten, es sei in Deutschland nicht mehr möglich, frei seine Meinung zu äußern, ohne Ärger zu bekommen.

Hingegen ist die Stimmung bezogen auf die Flüchtlingssituation eher gelassen: Die große Mehrheit der Bevölkerung äußerte sich - zumindest tendenziell - positiv zur Aufnahme von Geflüchteten. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) befand die Aufnahme als "gut", weitere 24 Prozent als "teils/teils" und ist für die Zukunft optimistisch. Allerdings befürchtet rund ein Viertel ein Absinken des Lebensstandards in Deutschland.

Weit verbreitet sind laut Studie muslimfeindliche Einstellungen (19 Prozent), die Hälfte der Befragten äußerte zudem Vorurteile gegenüber asylsuchenden Menschen. Fast genauso viele hatten Vorbehalte gegenüber Langzeitarbeitslosen (49 Prozent). Signifikante Abweichungen fielen den Forschern zwischen ost- und westdeutschen Befragten auf: Vorurteile, Fremden- und Muslimfeindlichkeit waren im Osten wesentlich stärker ausgeprägt.

Die im Zweijahresrhythmus herausgegebene Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung wird seit 2006 gemeinsam mit dem Institut für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld herausgegeben. Insgesamt wurden zwischen Juni und August dieses Jahres 1896 repräsentativ ausgewählte Personen telefonisch befragt.

afp

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