Risse im Rumpf: Weitere Verzögerung beim A400M

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Diesmal ist es "Rissbildung aufgrund von Wasserstoffversprödung". Foto: Andy Rain/Archiv

Schon jetzt schätzt das Verteidigungsministeriums die Verzögerungen beim A400M auf fast neun Jahre. Und immer wieder kommen neue Probleme hinzu. Jetzt geht es um Risse im Rumpf. Doch die Einsatzfähigkeit des Fliegers sieht Airbus nicht beeinträchtigt.

Berlin (dpa) - Die Probleme beim Bundeswehr-Transportflugzeug A400M nehmen kein Ende. Das Verteidigungsministerium teilte dem Haushaltsausschuss des Bundestags mit, dass der Hersteller Airbus Bauteile austauschen will, die von "Rissbildung aufgrund von Wasserstoffversprödung" betroffen sein könnten.

"Dieser Austauschvorgang - isoliert betrachtet - könnte nach Angaben der Firma bis zu sieben Monate dauern", heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Darin bestätigt das Ministerium auch erstmals schriftlich, dass es wegen möglicher weiterer Verzögerungen nach einer Übergangslösung als Ersatz für die A400M sucht. Die Probleme zeigten, "dass das BMVg (Verteidigungsministerium) mit seinen Überlegungen zur Überbrückung einer möglicherweise mittelfristig eintretenden Fähigkeitslücke den richtigen Weg eingeschlagen hat", heißt es in dem Schreiben.

Der Grünen-Rüstungsexperte Tobias Lindner erklärte dazu: "Inzwischen entwickeln sich die Neuigkeiten beim A400M zu einer Seifenoper mit täglich schlechten Nachrichten." Die Rissbildung war bereits vor zwei Wochen bekannt geworden. Wie Airbus damit umgehen wird, war bisher aber unklar.

Ein Unternehmenssprecher sagte, bei dem Problem handele es sich "um eine Aluminium-Legierung, die ein vorher unbekanntes Materialverhalten an den Tag legt". Das Thema beeinträchtige weder die Flugsicherheit noch die Einsatzfähigkeit der A400M-Flotte. Eine Lösung werde "im Rahmen der nächsten Wartungsintervalle implementiert".

Die Bundeswehr hatte die erste A400M im Dezember mit jahrelanger Verspätung erhalten. In seinem aktuellen Rüstungsbericht vom April schätzt das Ministerium die Verzögerungen bis zum Jahr 2019 auf 107 Monate, also fast neun Jahre. Die Kostensteigerung beträgt danach 1,47 Milliarden Euro oder 18 Prozent.

Inzwischen hat Airbus drei Exemplare an die Bundeswehr übergeben. Sie müssen aber derzeit nach 20 Flugstunden gewartet werden und sind deswegen für Auslandseinsätze nur bedingt geeignet.

Insgesamt hat Deutschland 53 der Transportflieger bestellt. Die neuen Turboprop-Maschinen sollen die bis zu 47 Jahre alten "Transall"-Transporter (C-160) ablösen.

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